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Wenn “bizarr” nur mehr ein Hilfsausdruck ist…

July 24th, 2008 by gotti

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,567823,00.html:

Sie hieß “Talula does the Hula From Hawaii”, ein Vorname, der ihr furchbar peinlich war. Eine Neunjährige aus Neuseeland zog vor Gericht, um eine Namensänderung zu erwirken. Den Eltern wurde schließlich sogar das Sorgerecht entzogen.

Aber auch unsere deutschen Nachbarn selbst sind vor derlei Auswüchsen nicht gefeit, wie man einer angeblich von der Gesellschaft für deutschen Sprache stammenden Liste entnehmen kann (die ohne wirklichen Quellennachweis im Internetz kursiert und daher wohl mit Vorsicht zu genießen ist - zumindest die Richtung stimmt aber):

ZUGELASSEN wurden: Pepsi-Carola, Pumuckl, Rapunzel, Rasputin, Timpe, Windsbraut, Winnetou, Blücherine, Gneisenauette, Katzbachine, Napoleon, Waterloo.

NICHT zugelassen wurden: Agfa, Atomfried, Bierstübl, Grammophon, Lenin, McDonald, Ogino, Omo, Pillula, Schnucki, Schroeder, Sputnik, Störenfried.

Ich persönlich find ja vor allem “Störenfried” super…

Welches ist die kleinste Brauerei Österreichs? Das Nationalteam, die haben 11 Flaschen.

July 23rd, 2008 by gotti

Klopapier im Vorfeld oder gar während laufender Fußball-Großereignisse zu kaufen hat den Vorteil, dass Großpackungen meistens im Angebot sind, und in Zeiten wie diesen… Nachteilig wirken sich aber diverse Sonderaktionen aus, die die Verwendung von Toilettenpapier anscheinend für Fußballfans attraktiver gestalten sollen, z.B. aufgedruckte “Witze”.

Leider sind die meisten dieser Ergüsse schon vor über 15 Jahren in “Micky Maus” und ähnlichen Lehrwerken erschienen (und waren sicherlich zu diesem Zeitpunkt auch schon veraltet), sind seit damals nicht unbedingt besser geworden und bieten daher nur eingeschränkten Unterhaltungswert.

So sehe ich mich als Kämpfer gegen die Volksverdummung: Die im wahrsten Wortsinn beschissenen Witzchen landen über kurz oder lang alle im Orkus. 10 Rollen to go…

Spaß mit Schuhen (und deren Fehlen), The End

July 22nd, 2008 by gotti

Es fehlt noch der Abschluß zum ersten Beitrag zu diesem Thema: Von Fressnapf-Seite habe ich tatsächlich nie etwas gehört; stattdessen hat mich am Tag des versprochenen Rückrufs ein Herr von der Helvetia-Versicherung kontaktiert, der mich um eine schriftliche Schilderung des Sachverhalts ersucht und um Übersendung des beschädigten Schuhwerks gebeten hat.

Leider konnte er mir die Frage, wie ich die Schuhe, die ich zu diesem Zeitpunkt schon ein halbes Jahr aus der Hand gegeben hatte, nochmal übergeben soll, nicht beantworten, und versprach, sich zur Klärung mit der mysteriösen Fressnapf-Frau (MFF) in Verbindung zu setzen. Zwei Tage später erreichte mich ein in eher sprödem Deutsch verfasstes dreizeiliges Schreiben der Wiener Versicherungs-Zentrale, das einem identischen Anliegen Ausdruck verlieh. Hmpf.

In einem längeren Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin durfte ich meine Geschichte wieder einmal erzählen und wurde wieder einmal auf eine Rückfrage bei der MFF vertröstet. Abschließend wollte ich mich noch bei der guten Dame entschuldigen - ich hatte ja insgeheim die eher behäbige österreichische Versicherungswirtschaft für die elendslangen Verzögerungen verantwortlich gemacht, obwohl diese anscheinend wenig Schuld getroffen hat. So erhielt ich Gelegenheit, noch ein paar Minuten Klagen aus dem Sachbearbeiter-Leben zu hören, und bekam schon fast den Eindruck, dass dort am Ende auch nur Menschen arbeiten… Wir haben vereinbart, der ganzen Sache noch ein paar Wochen Zeit zu geben, da ja eine Stellungnahme seitens der MFF abzuwarten war, “und das wird dauernd, haha, ungefähr so wie wenn man vom Gericht was braucht”.

Und oh Wunder, nach meinem Urlaub fand ich doch tatsächlich einen gelben Post-Benachrichtungszettel vor, der mich über eine Postanweisung in der sagenhaften Höhe von 30 Euro informierte! Nicht schlecht für ein halbes Jahr Wartezeit…

Weil ich ja sonst grad nichts zu lachen habe

July 17th, 2008 by gotti

Sachen, die ich als Hotelier nicht machen sollte

July 9th, 2008 by gotti
  • Klimaanlagen kaufen, die wie startende Hubschrauber klingen und sich nicht abstellen lassen
  • Beträge von Kreditkarten einziehen, die nicht auf der Rechnung stehen
  • Keine E-Mail-Adresse auf meiner Homepage anbieten, sondern nur eine Telefonnummer und ein Kontaktformular (das nicht funktioniert)
  • Gästen eine Zufriedenheits-Umfrage hinterhermailen und die Leute dann mit falschem Namen ansprechen (”Dear KIERON GRADY”)

USA 2008 - Tag 20, New York, Heimreise

July 3rd, 2008 by gotti

Den letzten Tag begannen wir mit einem ordentlichen Frühstück im vom letzten Besuch altbewährten Tramway Diner. Leider war ich überraschend etwas angeschlagen: Der Wind im 67. Stock und kurze Hose haben wohl zusammengeholfen, mir Halsweh und ähnliche Verkühlungssymptome einzubrocken. Das Mittel der Wahl (zumindest laut Verpackung) war NyQuil (edit: Nyquil, nicht Nyquist.. vom Nyquist bekommt man eher Kopfweh statt das es vergeht), ein wirklich sehr gut wirkender Hustensaft - der aber in der Nacht genommen werden soll, da er zu “drowsiness” und ähnlichen Nebenwirkungen führen kann. Nun weiss man ja, dass die Amis gerne vor jedem Blödsinn gewarnt werden, daher hab ich das nicht so ernst genommen. Diesmal wäre es aber besser gewesen, sich daran zu halten: binnen einer halben Stunde nach Einnahme war ich froh, hin und wieder etwas zum Festhalten zu finden, weil mir doch ein wenig seltsam zumute war. Vielleicht hab ich auch nur etwas zu viel erwischt… geholfen hat es jedenfalls.

Jedenfalls sind wir abschließend zum South Street Seaport gefahren, um noch ein wenig die Aussicht zu genießen. Dort haben wir noch ein paar Fotos geschossen, uns über einen Feueralarm gewundert, der aber niemand wirklich beeindruckt hat und es daher für umso grössere Verwunderung gesorgt hat, als die Feuerwehr mit Karacho vorfuhr, und sind schlussendlich quer durch Chinatown zurück zur U-Bahn marschiert.

Nach einem Abstecher in einen Souvenir-Shop haben wir unsere Koffer im Hotel wieder ausgelöst und uns den Luxus einer Limousine zum Flughafen geleistet. Ich hätte ja auf so eine richtige Protz-Stretch-Limo gehofft, im Endeffekt war’s eh ein relativ normales Auto, aber mit im Gegensatz um Taxi doch erhöhtem Komfort. Am Flughafen sind wir elegant an der Economy-Schlange vorbei zum Business-Schalter marschiert, haben unser Gepäck brav zur Sicherheitskontrolle getragen und sind dann auf einen Abschieds-Burger zu McDonalds gegangen. Danach sind wir flott durch die Sicherheitskontrolle, um die von der AUA mitbenutzte Alitalia-Lounge noch ausnutzen zu können. Dort sind wir ein wenig aufgefallen, da wir so ziemlich die einzigen unter 30 und ohne Anzug/Kostüm waren - jo mei. Den Snacks und Getränken haben wir brav zugesprochen, schließlich gab es da endlich wieder brauchbaren Kaffee (Lavazza) und prickelndes Mineralwasser.

Als Business-Class-Flieger darf man als erster ins Flugzeug, und so sind wir an der Schlange und vielen schreienden Kindern vorbei in den Flieger und haben es uns dort gemütlich gemacht. Der Nachteil besteht darin, dass alle anderen Passagiere sich an einem vorbei zu ihren Plätzen schieben, und man sich mit der Zeit doch etwas beobachtet fühlt. Notiz an mich: Für das nächste Mal ein “Eure Armut kotzt mich an”-Shirt kaufen.

Zwei Passagiere wurden aus der Economy-Class upgegradet, waren aber mit ihrem Business-Sitzplatz unzufrieden und haben das der Stewardess auch zu verstehen gegeben. Dieser Umstand hat zu verständlichem Unmut bei Stewardessen und Passagieren geführt und die sonst so beherrschten Damen in Rot fast ihre Beherrschung verlieren lassen (aber nur fast). Jedenfalls kriegt man für den Aufpreis schon einiges geboten (z.B. ein sehr gutes Abendessen, Eier mit Speck zum Frühstück und eine Zahnbürste samt Mini-Zahnpasta, die ich natürlich vergessen habe); ja sogar die ansonsten eher zwideren AUA-Stewardessen schaffen es da auf einmal, manchmal etwas freundlicher dreinzuschaun - die wissen offensichtlich, für wen sie sich ihre Freundlichkeit aufheben müssen. Der eigentliche Flug war ein wenig holprig, außerdem blieb uns - vor lauter Essen - fast keine Zeit mehr zum Schlafen ;).

Zu zweit mit drei Koffern durch die Wiener S- und U-Bahn macht nach wie vor wenig Spaß, aber spätestens beim “Zufädab” weiss man, zumindest wieder im richtigen Land zu sein…

USA 2008 - Tag 19, New York

July 2nd, 2008 by gotti

Der Vollständigkeit halber sei noch geschildert, was wir am Mittwoch getrieben haben: Zum Frühstücken haben wir uns in den Central Park gesetzt, aber leider weder Schoko- noch Blueberry-Muffins bekommen und daher mit dubiosen Kreationen wie Apfel-Rosinen-Muffins Vorlieb nehmen müssen. Danach spazierten wir quer durch den Park zum Croc Shop, und von dort dann weiter zu “The Most Dangerous Corner in New York”. Ein Chocolate Chip Cookie und eine Frozen Hot Chocolate haben die gnä Frau zu einer völlig ungeahnten Aussage hingerissen, die ich ihr nie zugetraut hätte: “Zuviel Schokolade!”. Sehr gehaltvoll, die Sache, aber wirklich gut.

Den restlichen Tag vertrieben wir uns großteils mit Einkaufen. Am späten Nachmittag spazierten wir dann zum Rockefeller Center und fuhren dort auf die Aussichtsplattfom. Dort genossen wir den Ausblick auf die Stadt, sehr hübsch im Licht der untergehenden Sonne:

So vertrieben wir uns den restlichen Abend und marschierten gegen 21:00 ins Hotel, um die Koffer zu packen.

USA 2008 - Tag 18, New York

July 1st, 2008 by gotti

Am Dienstag haben wir uns mit Frühstück eingedeckt und sind mit der Subway an den Südzipfel von Brooklyn gefahren, nämlich nach Coney Island. Dort gibt es neben einem riesigen Strandbad auch einen Vergnügungspark und den angeblichen Erfinder des Hotdogs, “Nathan’s”. Schon die Anfahrt ist amüsant: Man fährt durch Brighton Beach, auch bekannt als “Little Odessa”, das einfach an den kyrillischen Beschriftungen der Geschäfte entlang der Strassen erkennbar ist.

Nach einem Spaziergang entlang des Strandes und einem Hotdog bei Nathan’s, der wirklich um einiges besser als in Manhattan schmeckt, ging es am frühen Nachmittag wieder zurück bis zum Prospect Park. Dieser Park liegt mitten in Brooklyn und wurde vom selben Planer wie der Central Park in Manhattan geplant - manche meinen sogar, er sei schöner als der Central Park. Uns hat er jedenfalls recht gut gefallen, wir hatten vor allem mit den beinahe allgegenwärtigen Hochzeitspärchen samt Fotografen-Team im Schlepptau unseren Spaß - vor allem wenn sich diese Pärchen direkt vor einem mit Algen komplett überzogenem Teich platzieren. Weil wir schon in Brooklyn waren sind wir gleich weiter zu den Brooklyn Heights gefahren, einem der ältesten Vierteln dieses Stadtteils. Von dort war es dann nur mehr ein Katzensprung zur Brooklyn Bridge, die wir dieses Mal aber nicht zu Fuß überquerten, sondern nur von der Seite betrachteten.

Stattdessen beschlossen wir, auch noch die andere Seite der Skyline von Manhattan zu betrachten, und fuhren mit der U-Bahn nach New Jersey. Von dort aus hat man vor allem in der Abendsonne einen herrlichen Blick auf Downtown Manhattan:

Nach dem Sonnenuntergang sind wir wieder nach Manhattan gefahren und haben uns bei Macy’s ins Einkaufsgetümmel geworfen. Wirklich fündig geworden sind wir dabei aber nicht, und so sind wir - frei von Einkaufstaschen - noch ein wenig Fotografieren gegangen.

USA 2008 - Tag 17, New York

June 30th, 2008 by gotti

Bei unserem ersten New York-Aufenthalt im September 2006 haben wir gerade die Zeit der UNO-Generalversammlung erwischt und konnten die UNO daher nicht besichtigen. Das haben wir am Montag nachgeholt und uns eine Führung durch die verschiedenen Säle und Räume angesehen. Führungen gibt es dort auch auf Deutsch, aber nur auf Anfrage (was wir aber nicht gewusst haben); so bekamen wir halt von einer Deutschen eine Führung auf Englisch.

Nach dem Abstecher in den Devotionalien-Shop sind wir weiter zu B&H gefahren, um die Kamera-Ausrüstung ein wenig upzugraden. Danach haben wir eine Rundfahrt mit der Staten Island Ferry gemacht, um die Freiheitsstatue zu begrüßen und ein paar Blicke auf die New York City Waterfalls zu werfen, aber leider hat es sich auf der Rückfahrt wieder verzogen…

Am Abend sind wir zu “Michael Jordan’s The Steak House” gegangen, das sich auf einem der Balkone in der Grand Central Station befindet. Was genau Michael Jordan damit zu tun hat weiss ich nicht, jedenfalls haben wir dort zwei wirklich exzellente Steaks gegessen (und auch eine wahrhaft erschreckende Summe gelöhnt).

USA 2008 - Tag 16, Washington, New York

June 29th, 2008 by gotti

Am Sonntag Vormittag sind wir zur letzten Etappe unserer Reise aufgebrochen: Autos und Flugzeuge hatten wir ja schon zur Genüge verwendet, also haben wir uns für diesen Teil zu einer Fahrt mit dem Zug entschlossen.

Wir hatten ein “reserved coach”-Ticket, was soviel wie “es gibt vermutlich irgendwo einen Platz für dich im Zug… vielleicht” bedeutet. Von Washington bis Baltimore haben wir keine nebeneinander liegenden Plätze ergattert; ich durfte neben einer älteren Dame sitzen, die mir eine gute Stunde lang von ihrer lange zurückliegenden Reise durch das winterliche Österreich vorgeschwärmt hat (”so many skiers… lovely” - naja). Ungefähr fünfzehnmal hat sie mich darauf aufmerksam gemacht, ja nicht im Juni oder Juli nach Washington zu fahren, weil es zu dieser Zeit viel zu heiß sei; Frühjahr oder noch besser Herbst seien eindeutig vorzuziehen. Meine Einwände, dass ich eigentlich gerade aus Washington komme, mir dies aber gerne für das nächste Mal merken werde, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen - um mich dann kurz darauf erneut darauf hinzuweisen.

Nach knappen drei Stunden im gewohnt gut gekühlten Zug erreichten wir New York, wo wir von einem warmen Sommerregen begrüßt wurden. Unser Plan war, mit dem Taxi zum Hotel zu fahren (drei Koffer durch die U-Bahn zu manövrieren ist langweilig) - dummerweise sind die New Yorker und auch die anderen aus diversen Zügen ausgestiegenen Menschlein ein ausgesprochen wasserscheues und überraschend flinkes Volk und waren um einiges schneller als wir an den Taxen. So haben wir uns eine gute Viertelstunde im Trockenen versteckt und auf das Ende des Regens gewartet, um uns gemütlich und trocken in Taxi zu angeln. Schlussendlich gelang uns das auch, und so erreichten wir etwas später als geplant unser Hotel, das Millenium Broadway, wo wir ein Zimmer im 49. Stock (von 52 vorhandenen) bezogen und eine recht nette Aussicht genießen konnten:

Dort haben wir einmal unsere Koffer abgeladen und uns anschließend Richtung Süden aufgemacht, um ein wenig einzukaufen. Leider hat uns der Regen den Spaß aber gründlich verdorben, und so sind wir zurück Richtung Norden gefahren, um der gnä Frau ihr Einkaufsvergnügen unter Dach zu ermöglichen. Von der Südspitze des Central Parks sind wir dann zu Fuß zurück zum Hotel spaziert, haben am Weg ein paar Burger verdrückt und dann noch ein wenig die Gegend um den Times Square erkundet.

Den Abend haben wir im Kino verbracht und uns WALL•E angesehen. Witzig war nicht nur der Film, sondern auch das Kino an sich: Freie Platzwahl macht die Sache doch gleich spannender. Außerdem scheint es Usus zu sein, bei besonders lustigen Szenen fröhlich drauflos zu applaudieren - fragt sich nur, für wen?

USA 2008 - Tag 15, Washington

June 28th, 2008 by gotti
  • Versucht, Karten für die Führungen durch das Capitol zu bekommen - zu spät dran gewesen
  • White House Visitor Center besucht, insgesamt sehr enttäuschend (ins White House selbst kommt man ohne durch seinen Congressman vereinbarten Termin nicht)
  • auf den Old Post Office Tower gefahren: ein Glockenturm, der einmal das höchste Gebäude der Stadt war und im Vergleich zum Washington Monument etwas weniger voll ist
  • am Navy Memorial vorbeispaziert
  • International Spy Museum besucht

USA 2008 - Tag 14, Washington

June 27th, 2008 by gotti

Nur der Vollständigkeit halber, das Programm vom Freitag:

  • National Cemetery in Arlington: unglaublich viele Gräber, unglaublich viele Leute bei den Kennedy-Gräbern (immerhin führt sogar die Touristenbus-Linie durch), unglaublich viele Leute bei der Wachablöse am Grab des unbekannten Soldaten (13:00 == schlechte Zeit zum In-der-Sonne-stehen-und-Soldaten-beobachten)
  • Zum NASM gefahren und den gestern abgesperrten Rest angesehen
  • Nochmal zur Library of Congress marschiert und den Giftshop besucht
  • Zum Abschluss noch die National Archives besucht, in denen man die unterzeichneten Originale der Unabhängigkeitserklärung/Verfassung/Bill of Rights ansehen kann

Tageshöchsttemperatur waren lt. Weather Channel schwache 95°F beim 92% Luftfeuchtigkeit, also harmlose 35°C.

USA 2008 - Tag 13, Washington

June 26th, 2008 by gotti

Heute haben wir es als erste Aktion gleich mal zum Visitor Center geschafft und uns mit Stadtplänen und sonstigen Materialien eingedeckt. Leider hatte der Taxifahrer recht behalten, heute waren sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit höher, sodass wir danach eigentlich schon wieder reif für eine Dusche gewesen wären.

Für den Vormittag hatten wir uns aber im Internet Tickets für das Washington Monument bestellt (in diesem Obelisk gibt es oben eine Aussichtsterrasse, die (Gratis-) Tickets bekommt man indem man sich entweder frühmorgens darum anstellt oder sie um $1.50/Stück online vorbestellt). So haben wir uns um 10:30 mit unzähligen kleinen Kindern um die Schiessscharten-ähnlichen Fenster gerauft, um den Ausblick vom höchsten Gebäude der Stadt zu genießen. Dabei wunderten wir uns über die vielen Zelte auf der National Mall: Alljährlich findet hier das Smithsonian Folklife Festival statt, im Rahmen dessen dieses Jahr die NASA anläßlich ihres 50-Jahr-Jubiläums ihre Aktivitäten präsentiert.

Über zwei Stunden haben wir damit verbracht, uns mit verschiedenen NASA-Ingenieuren über das Space Shuttle, seinen Nachfolger und die ISS zu unterhalten. So konnte man verschiedene Shuttle-Bauteile (Hitzeschild-Kacheln, Flügelteile,…) befummeln, in die Triebwerke reinschaun und sich von einem der Triebwerk-Tester die Funktionsweise erklären lassen (in der Gegend von New Orleans steht die Anlage, in der diese Shuttle-Triebwerke vor ihren Einsätzen getestet werden; bei diesen Tests kann man auch zusehen, und außerdem “everybody has to go to New Orleans once in his life”), und mit dem Projektleiter für das Landesystem des Shuttle-Nachfolgers quatschen (das Space Shuttle fliegt bis 2010, der auf den Namen “Orion” lautende Nachfolger soll ab 2014 fliegen - die vier Jahre Pause entstehen, weil erst nach dem Ende der Shuttle-Lebensdauer Budget frei wird, um den Nachfolger fertigzustellen). Eine der Stand-Damen haben wir nachhaltig verwirrt: Sie hat uns auf Deutsch sprechen gehört, sich vielmals entschuldigt, uns leider nichts auf Deutsch erklären zu können, und uns stattdessen über ihr Auslandssemester in Lettland und den dortigen Deutsch-Unterricht erzählt. Nur wie man freiwillig während der EM aus Österreich wegfahren kann, obwohl man doch hier nirgends die Spiele ansehen kann, war ihr nicht klar - und nach meiner Aussage, dass das eigentlich volle Absicht ist, hat sich das auch nicht geändert.

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich das eigentliche Ziel, das National Air and Space Museum. Dort verbrachten wir den restlichen Nachmittag und wurden um halb sechs umso schlimmer von der herrschenden Hitze überrascht. Zum Trost holten wir uns bei Starbucks einen Eiskaffee und marschierten in Richtung Lincoln Memorial. Am Weg dorthin passierten wir auch das “National World War II Memorial”, das erst 2004 fertiggestellt worden ist (übrigens von einem Österreicher geplant) - ganz schön groß, mit einem Springbrunnen in der Mitte, der trotz unzähliger Verbotsschilder eifrig zum Füße reinhängen genutzt wird. Vom Lincoln Memorial aus hat man einen schönen Blick auf das Washington Monument und das Capitol, also wollten wir das erstbeste Paar, das uns entgegenkam, bitten, doch ein Foto von uns zu machen. Soweit kam es aber nicht: Kaum hatte mich der schon etwas ältere Herr mich gesehen, hat er mir die Hand entgegengestreckt, laut zu lachen begonnen und sich vor lauter “Oh my gosh, nice to meet you” gar nicht beruhigen können. Nach einer knappen Minute, in der ich wirklich Angst hatte, er würde mir gleich um den Hals fallen, ist ihm mein doch etwas verwirrter Gesichtsausdruck aufgefallen: Er hat mich mit einem Herren von der Nationalgarde verwechselt, mit dem er gemeinsam gedient hat, und der mir angeblich sehr ähnlich sieht (was seine Frau auch bestätigt hat - Doppelgänger, wo bist du?). Als Air Force-Pilot war er drei Jahre lang in Bayern stationiert, so kamen wir wieder einmal in den Genuss der üblichen Schwärmereien über Österreich im Allgemeinen und Salzburg im speziellen, weil das ja wirklich eindeutig die schönste Stadt in ganz Deutschland und Österreich sei. Zu denken gibt mir jetzt halt nur, ob ich denn wirklich schon so alt wirke…

Nach dem Abstecher zur eigentlichen Lincoln-Statue im Memorial, die mit ihren knappen 6m Länge doch etwas groß geraten ist, spazierten wir entlang des Vietnam War-Memorial zum Weissen Haus. Großer Unterschied zum WW2-Memorial: Hier sind die beim anderen Memorial laut herumschreienden Schulklassen ganz still und spazieren mit gesenktem Blick vorbei. Aus sicherer Entfernung kann man dort ein wenig durch die Gitterstäbe gucken, am Gehsteig sorgt ein Polizist für Ordnung; die Japaner, die ihr Stativ aufbauen wollten, hat er gleich wieder verjagt (und als sie dann noch durch das Blumenbeet gegangen sind, da war er glaub ich kurz davor, den Taser zu zücken). Danach war es schon fast halb neun, daher machten wir uns auf den Weg zum Bus, um zurück ins Hotel zu fahren.

USA 2008 - Tag 12, Washington

June 25th, 2008 by gotti

Den Vormittag haben wir heute damit verbracht, unsere Koffer fertig zu packen und den Mietwagen zurückzugeben. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, noch nie ein derartig beschissenes Fahrzeug wie diesen Chevrolet HHR gefahren zu haben. Die lt. Wikipedia ca. 150PS wurden von der Automatik erfolgreich auf das Niveau von 40PS gedrosselt, was zu einer eher binären Fahrweise geführt hat: Leider hat sich die Automatik standhaft zu schalten geweigert, solange das Gaspedal nicht die Bodenplatte berührt hat, somit waren die hier etwas kurz geratenen Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn ohne dieses Manöver kaum zu bewältigen. Die atemberaubende Chevrolet-Verarbeitung haben wir ja letztes Jahr schon erlebt; dieses Jahr hatte ich Angst, dass die von meinem Knie eingedrückte Türverkleidung der Fahrertüre irgendwann nicht mehr in die Ursprungsposition zurückkehren würde… Dennoch haben wir knappe 1035 Meilen geschafft, was knappen 1666km entspricht.

Das Auto haben wir beim Ronald Reagan Airport retourniert und uns dann den Luxus eines Taxis zum Hotel geleistet, was in weiterer Folge zum Luxus eines Kofferträgers zum Zimmer geführt hat (so schnell kann man gar nicht aussteigen, um den hilfreich herbeieilenden Herren daran zu hindern, die Koffer auf seinen Wagen zu laden und in Verwahrung zu nehmen). Der Taxifahrer hat sich über meine Frage, ob es hier heute besonders heiss sei, köstlich amüsiert und gemeint, eigentlich wäre es eher kühl. Waren ja nur knappe 32°, morgen sollens 36° werden. Den nächsten Spaß hatte dann der Rezeptionist, der mich mit “I’m sorry Wuuuulfgääng, I can’t find your reservation” erschrecken wollte, vor lauter Freude über seinen Witz aber gleich ein “just kidding” rausrutschen ließ.

Wir haben uns dann in den erstbesten Bus Richtung Bahnhof gesetzt, um unsere Tickets nach New York abzuholen und ein Visitor Center zu suchen, um die üblichen Stadtpläne einzusacken und uns wegen einer Wochenkarte für den Bus schlau zu machen. Leider hat es nicht soweit gereicht, um dem Hauptbahnhof eine Tourist Information zu spendieren, auch die Dame aus dem Information-Hüttchen bei der U-Bahn war hilfreich wie eine Rolle Klopapier: Meine Frage, wo ich denn eine Tageskarte für den Bus kriegen könnte, wurde mit einem “Go upstairs” beantwortet. Auch auf wiederholtes Nachfragen, ob sie das nicht ein wenig präzisieren könne, war nicht mehr aus ihr rauszukriegen - sogar die Wiener Linien sind da hilfreicher..

Solcherart “gut” eingestimmt sind wir dann in Richtung Kapitol spaziert und haben uns den Supreme Court und die Library of Congress angesehen. Besonders die Library of Congress war innen sehr interessant; eines der Austellungsstücke war eine Gutenberg-Bibel, die in den 30ern von einem österreichischen Kloster angekauft worden war. Besonders hingewiesen wurde darauf, dass es sich nicht um das “erste gedruckte Buch” handelt, sondern um das “erste in Westeuropa mit beweglichen Metall-Lettern gedruckte Buch”. Beim Supreme Court merkte man dafür sogar den Damen im Gift Shop ihr Beamtentum an, keine Berufsgruppe sonst wirkt derartig angewidert, wenn sie etwas zu tun kriegt…

Danach wollten wir zum Visitor Center in der Pennsylvania Avenue gehen, kamen dort aber ziemlich genau 10 Minuten, nachdem es zugesperrt hat, an. Dennoch trafen wir dort den ersten hilfreichen Menschen, der zumindest einmal freundlich auf Fragen geantwortet hat, nämlich den Sicherheitsmann, der unsere Ausweise kontrollieren wollte. Etwas klüger geworden fuhren wir zurück zum Hotel, um vor dem Abendessen zu duschen - hab ich schon angemerkt, dass es neben den viel zu vielen Grad auch viel zu viele Prozent Luftfeuchtigkeit hat? Nach dem Essen kauften wir uns noch etwas zu trinken und bestaunten eine riesige Ansammlung von Polizei-Motorrädern, dezent-unauffälligen SUVs mit vielen Antennen am Dach, Herren im schwarzen Anzug mit Knopf im Ohr und Herren im schwarzen Overall mit Gewehr im Anschlag. Wer genau da bewachte wurde haben wir nicht mitbekommen, von den Umstehenden hat’s keiner gewusst - aber Hauptsache alle stehen und schauen. Ist doch auch eine interessante Abendbeschäftigung…

USA 2008 - Tag 11, Ft. Meade, Shopping

June 24th, 2008 by gotti

Am vorletzen Tag mit Auto ging es heute zum Fort Meade, der Heimstätte der NSA. Neben dem mit einladenden Schildern verzierten Eingang (”No Picketing! No Demonstrations!”) geht es zum “National Cryptologic Museum”, in dem die Geschichte der Ver- und Entschlüsselung von Nachrichten vom amerikanischen Bürgerkrieg über den zweiten Weltkrieg und den Koreakrieg bis hin zum kalten Krieg erläutert wird. Besonders interessant war natürlich jener Teil, der sich mit der Bedeutung der Computertechnik beschäftigt und Gelegenheit bot, endlich einmal eine der teuersten Sitzbänke zu probieren:

Nach über zwei Stunden im Museum sind wir dann zu einem Outlet-Center weitergefahren, das wir ein wenig geplündert haben. Jetzt heisst es nur noch, alles wieder in die Koffer zu bekommen…