Reisebericht, Tag 9
Heuten haben wir der Mrs. Liberty einen Besuch abgestattet. Bereits um 7:15 Uhr ortszeit hat der Wecker geklingelt (Zum ersten Mal in unserem Urlaub), da wir unbedingt mit der ersten Fähre zu Liberty Island und Ellis Island wollten. Dies haben wir auch geschafft.
Bei traumhaft schönen Wetter sahen wir uns die Freiheitsstatue etwas näher an. Zuerst jedoch mussten wir 2 Sicherheitskontrollen über uns ergehen lassen. Die erste, am Festland, war ziemlich harmlos, die zweite fand direkt auf der Insel vor dem Betreten der Statue statt. Zu bestaunen gabs dort ein interessantes Gerät namens GE EntryScan3, der lt. Google nach Sprengstoff und Drogen schnüffelt… Hinterher waren wir um unsere Trinkflasche ärmer, da “drinks and food are not allowed at the statue, sir! either you lock it up or I’ll throw it away for you”. Nachdem uplocken mit erneutem Anstellen verbunden gewesen wäre, hat unsere delikate Cola-Poland Spring-Mischung ein trauriges Ende gefunden. Insgesamt brauchten wir von der Abfahrt an fast eineinhalb Stunden, bis wir endlich in der Statue waren.
Dort gabs zuerst eine kurze Einführung in die Geschichte, danach wurden wir ins Museum entlassen. Neben den Exponaten fielen dort v.a. die Touristengruppen aus dem asiatischen Raum (die politisch weniger korrekten Ausdrücke bleiben der Fantasie der geneigten Leserschaft überlassen) negativ auf, da sie unter beträchtlicher Geräuschentwicklung einerseits ALLES, aber auch wirklich ALLES fotografierten und filmten, andererseits jede erdenkliche Pose ausnutzten.
Bis zur Aussichtsplattform fuhren wir dann mit dem Lift. Von dort aus konnte man zuerst unter den Rock der Miss Liberty spechteln, sprich die Konstruktion von innen betrachten, und danach mit den schon erwähnten Reisgenießern um einen Platz an der Brüstung prügeln, um den Ausblick nach Manhattan zu bestaunen und fotografisch zu dokumentieren. Der Weg in die Krone ist ja seit 2001 versperrt, soll aber lt. einem der Ranger 2009 wieder geöffnet werden - “will make this job a lot harder for me”, weil sich dann wieder Menschenmassen stundenlang enge Stufen hinaufdrängen. Man wird sehen.
Nach dem Rundgang auf der Aussichtsplattform spazierten wir über die Stiege hinuntern und drehten anschließend noch eine Runde um das Podest, auf dem die Statue steht. Danach ging es mit der nächsten Fähre weiter zum Immigration Museum auf Ellis Island. Dort verbrachten wir den Rest des Nachmittags und wanderten durch die verschiedenen Ausstellungen über den Sinn von Ellis Island und diverse Schicksale von Einwanderern sowie über den Werde- und Niedergang des Insel selbst.
Um halb sechs machten wir uns schließlich auf den Weg zurück ans feste Land. Da uns die Füße noch nicht weh genug taten beschlossen wir, noch einen schnellen Spaziergang durch Chinatown und Little Italy zu machen. So begutachteten wir noch die unglaubliche Vielfalt an Dingen, die man dort zu kaufen bekommt (Favorit: die lebenden Krabben neben den Erdnüssen), und gerieten anschließend in ein Strassenfest in Little Italy, bei dem es aber anscheinend hauptsächlich darum ging, Steak-Sandwiches (offensichtlich ein neues italienisches Nationalgericht) zu verkaufen. Wir zeigten uns von diesen kulinarischen Verlockungen aber unbeeindruckt (teilweise auch, weil keine Preis angeschrieben waren und die Leute hinter den Verkaufsständen etwas zu sehr auf Kundenfang waren) und genehmigten uns einen gesunden, kalorienarmen Burger.
gabs auf den krabben dann auch warnhinweise “kann spuren von nüssen enthalten” oder “wird in einem betrieb gelagert, in dem auch nüsse verarbeitet werden” ?
manu
21 Sep 06 at 11:10 am