Archive for October, 2006
Ganggespräche
Es klopft an der Zellen- Zimmer-Tür (um ca. 23.30).
“Hallo, kennst du an Michi?”
“Jo, schon, aber ned hier”
“Weil der hat mein Bügeleisen”
“Tjo…”
“Bist du da Michi?”
“Hmm, lass mich einen Moment überlegen - na”
“Hm… weil der hat mein Bügeleisen. Kennst du den Michi? Der wohnt auch da wo…”
“Aha, fein. Nein, kenn ich nicht.”
“Okay, na dann… und den Michi kennst du a ned, oder?”
“Doch, ich glaub der wohnt da drüben wo”
Ich durfte heute aber feststellen, dass es in diesem Etablissement auch ausgesprochen hübsche Zimmer gibt. Anscheinend hängt der Zustand stark vom Engagement des Bewohners ab, der es sich möglichst wohnlich oder zumindest so wie von zu Hause bekannt einrichtet. Und da mein Vormieter aus Albanien war…
Bei Schüssels II
Vorigen Montag gabs im Theater Rabenhof die offensichtlich letzte Vorstellung von “Bei Schüssels II”, dem zweiten Teil des Kasperltheaters in/über die österreichische Politik, gesprochen von maschek.
Ich vertrete ja schon länger die Meinung, den Dorfer aus dem Dorferschen Donnerstalk zu entfernen und stattdessen durch eine maschek/Gunkl/S&G-Belangsendung zu ersetzen. Abendfüllend sind die drei noch viel besser!
Mit dabei, neben Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer, sind Andreas Khol als Untermieter am Klo vom Schüssel, der für einen Meldezettel die Zähmung von Peter Westenthaler übernimmt, die bessere (?) Hälfte von Wolfgang Schüssel als Koalitionsverhandlerin hinter den Kulissen, Hans-Peter Martin als überflüssiger Kläffer, usw. Einen kleinen Vorgeschmack bietet http://www.youtube.com/watch?v=b-I1AJC2aZU.
Also auch als einer, der wohl eher der schwarzen Hälfte der Republik zuzurechnen ist, konnte man einen höchst amüsanten Abend verbringen. Ich muss ehrlich gestehen, ich habe - glaube ich - in noch keinem Kabarett soviel gelacht wie in diesen zwei Stunden - sollte es “Bei Schüssels III” oder “Bei Gusi I” geben, unbedingt hingehen!
(PS: Neue Lage: 2 Tage)
EDIT: Samstag, 4.11., “Bei Schüssels II” im Posthof in Linz!
Jetzt wirds Zeit…
… “dass des a end hot”, habe ich mir heut gedacht, als ich in St. Valentin wieder einmal auf einen 5 bis 10 Minuten verspäteten IC nach Wien durfte, dabei auch noch Gelegenheit erhielt, über das allzu rasche Absinken der Temperatur zu kontemplieren, und mich dann mit ungefähr drei Milliarden Menschen durch den Zug quetschen durfte, um schlußendlich in einem Abteil mit Hund (…) Platz zu finden.
Der Schaffner fühlte sich noch dazu bemüssigt, den (Wiener Linien-) Fahrschein für die Kernzone Wien einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen, weil die (ÖBB-) Fahrkarte ja nur bis Purkersdorf gekauft wird, was sie um immerhin 50cent billiger macht. Kommentar zur Monatskarte: “Die gilt aber nimmer lang” “Ja, aber immer ein Monat lang, schon komisch oder?” “Ja, ich habe mich auch schon gewundert” (bzw “jo, i hau mi a scho gwundat”). Vor lauter Verwunderung meinerseits habe ich mich weiterer verwunderter Kommentare enthalten.
Interessant war auch noch das Telefongespräch einer Mitreisenden im Abteil, die sich lautstark über einen morgen anstehenden Test ereiferte, bei dem sie alle Zahlen bis 100.000 “kennen” müsse. Ich habe mich dann bei ihr erkundigt, in welchem Fach dieser Test denn anstünde, und wie denn “kennen” definiert sei, wurde aber mit einem Gesichtsausdruck belohnt, der eher einer kalbenden Kuh als einem menschlichen Wesen ähnelte.
Neue Lage: 6 Tage
Profis am Werk!
Man sollte ja, wie einem allseits in Ohr geflüstert wird, beizeiten anfangen, mit einer wie auch immer gearteten Vorsorge Reichtümer für die glücklichen Zeiten in der Pension anzuhäufen, um sich dann Insulin, künstliche Hüftgelenke und willige billige slowakische Pflegerinnen zu leisten.
Bis jetzt gehe ich noch ohne prämienbegünstigte, staatlich geförderte, mit 40% Aktienanteil (damit man von evt. Börsencrashes auch was hat!) versehene Versicherung durchs Leben - so kam mir ein Werbefolderchen der “PSK Versicherung” ganz gelegen, um mal zu schaun, was sowas überhaupt bringt und kostet. Doch, eins steht fest, die PSK verkauft mir nichts:
Hohe Performance durch profisionelle Veranlagung
Da gehen ja meine ersten Prämien glatt für den Deutschkurs drauf…
Fair? Weg mit dem Speck!
Lange Jahre war ich Kunde bei telering, ließ mich mit scherzhaften Vertragsverlängerungs-Angeboten pflanzen und pflanzte meinerseits die Hotline mit Rundungsfehlern im Cent-Bereich. Ende Juli bin ich dann zu One gewechselt und habe meinen telering-Vertrag gekündigt - nachdem man ja mit einem Monat Kündigungfrist geknebelt wird, wurde die Kündigung also per 31. August wirksam.
Ende August kam eine Rechnung, in der die Grundgebühr von 15. August bis 14. September berechnet und abgebucht wurde. Nach Rückfrage bei der (wie üblich inkompetenten und unfreundlichen) Hotline wurde mir versichert, dass die Hälfte wieder zurückgebucht würde, aber die Grundgebühr wird halt immer für ein Monat im Voraus kassiert usw. Ich fand zwar die Vorgehensweise, zuerst was abzuziehen und dann wieder zu erstatten, reichlich kompliziert, aber gut - die Wege des Herrn sind unergründlich.
Ende September kam die nächste telering-Rechnung, in der mir ein Guthaben von 9,17 EUR bescheinigt wurde und die mit dem Textbaustein “Der Betrag wird Ihrem Kundenkonto gutgeschrieben” endete. Nur - Geld kam keines. 9,17 EUR waren in richtigem Geld doch 126,19 ATS, mithin also mehr als drei kühle Blonde und damit Grund genug, die Hotline wieder einmal zu belästigen.
Nach einer überraschend kurzen Wartezeit (ich wollte gerade in Erinnerung an alte 15min-in-der-Warteschleife-Zeiten einen Kaffee holen gehen) meldete sich jedoch ein (zu meiner noch größeren Überraschung der Landessprache mächtiges) Damenstimmchen, die nach Schilderung meines Unmutes unumwunden zugab: “Ja, das ist ein wenig kompliziert, das bekommen Sie erst gutgeschrieben, wenn Sie bei uns anrufen, ich werde das für Sie veranlassen”.
Also, liebe Speckvernichter bei telering: Zuerst Geld einziehen, dann vortäuschen, es würde erstattet, und dann erst auf Nachfrage überhaupt Anstalten machen, MEIN Geld wieder herauszurücken - das finde ich schon ein wenig dreist. So offensichtlich auf die Vergesslichkeit der Ex-Kunden zu hoffen wirkt doch etwas plump und passt ganz und gar nicht zum gezüchteten Image.
Kundenfreundlichkeit sieht jedenfalls anders aus, und mit derlei Aktionen wirkt auch der zweite Textbaustein auf der letzten Rechnung noch lustiger, als er ohnehin ist: “Wir würden uns freuen, in Zukunft Ihr Vertrauen wieder zu gewinnen”. Mit solchen Aktionen gewinnt man keinen Blumentopf, geschweige denn das Vertrauen von Kunden.
Edit: telering hat es nach nur elf Tagen geschafft, 9,44 EUR zu überweisen - interessanterweise um 27 cent mehr, als auf der Rechnung steht. Bin gespannt, ob mir jetzt nochmal 20 Euro abgebucht werden, um dann 19,73 wieder zu erstatten…
Die Toilettensituation, revisited
In dem hübschen Studentenheim, das mit meiner Anwesenheit zu adeln ich momentan die Ehre habe, gibts in der grauen Theorie einen Zugang zum Internet. Nun liegt in der Genesis dieser Institution als ehemaliges Schülerheim/Internat ein eklatanter Mangel an Kupferkabeln in den Wänden begründet, dem durch ein WLAN Rechnung getragen wird (und weil Kupfer so teuer ist hab ich in meinem Zimmer auch gezählte zwei Steckdosen - eine neben der Tür, eine unterm Bett).
Nun wäre das MacBook ja mit einem WLAN-Modul ausgestattet - heisst natürlich nicht so, “AirPort Extreme” klingt ja besser. Nur: Funktionieren tut das Klump nicht wirklich so, wie man es erwarten würde, man wird nämlich mit aussagekräftigen Fehlermeldungen (in der Art von “es ist ein Fehler aufgetreten”) abgefertigt. Hmpf. Fad. Funktioniert nirgends, nichtmal direkt unter dem Access Point.
Dieses Wochenende habe ich mich dann aufgerafft, mit der Hilfe von dem Apferl mal ein “ordentliches” Betriebssystem (XP…) aufzuspielen. Und, oh Wunder: Dann klappt’s auf einmal auch mit dem WLAN! Zwar hab ich anscheinend nur an einem Ort im Zimmer ausreichenden Empfang, aber dieser Umstand wird einem mit einer “Signal zu schwach”-Meldung wenigstens verständlich nähergebracht - immerhin brauchbarer als die “mich freuts heut nicht dir zu verraten was eigentlich schiefgegangen ist”-Meldung vom MacOS (und nein, es steht auch im syslog nicht mehr).
Und so werde ich mich meine liebste und meine zweitliebste Freizeitbeschäftigung künftig besser in Einklang bringen können: Brauchbaren Empfang hab ich nämlich nur am Klo. Mal schaun, ob dieser Umstand zu einem Anstieg von Fäkalposts von Sachsenhoferschem Ausmaßen führt ;)
What a difference…
… a day makes … in meinem Fall eher ein Monat. Viel (fast zuviel für meinen Geschmack) ist passiert:
Als erstes kann ich einem netten Zitat endlich beipflichten:
Never ask a man what kind of computer he uses. If it’s a Mac, he’ll tell you. If not, why embarrass him? (Tom Clancy)
Und so freue ich mich immer aufs Neue über mein MacBook - solange das Gehäuse noch nicht vergilbt ist, der Lüfter keine komischen Geräusche von sich gibt und der Akku nicht explodiert. Auch OSX ist eine ganz neue Erfahrung, nach über einem Jahrzehnt (jössas) Windows-Nutzung… aber durchaus keine schlechte, auch wenn ein paar Dubiositäten noch ungeklärt sind, die aber durchaus auch meiner Inkompetenz zuzuschreiben sein können.
Nummer Eins auf der ewigen Hitliste der Sätze, die man nicht hören will, wenn man aus dem Urlaub heimkommt: “Du musst bitte bis nächste Woche aus der Wohnung ausziehen, ich brauch’s wieder selber”. Merket auf: Werdet aufmerksame Leser von Mietverträgen, verlangt einen Nachweis über die geistige Gesundheit eures Vermieters und verlasst euch am Besten auf niemanden. Und beim huschhusch-Umziehen merkt man dann, auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht…
Nun gibt es manche Dinge, die man zu bestimmten Jahreszeiten nicht versuchen sollte. Dazu zählen Freibadbesuche im Jänner, Winterjacken-Käufe im August oder auch die Suche nach einer günstigen Unterkunft Anfang Oktober in Wien. Mit viel Glück und Gejammere hat sich dann überraschenderweise ein Platz in einem Studentenheim für mich ergeben, und so wurde ich - auf meine alten Tage und eigentlich als Ex-Student - doch noch Studentenheim-Bewohner. Endlich kann ich die erbosten Newsgroup-Postings über Musik mitten in der Nacht nachvollziehen und, dem Exil-Kommunisten neben mir sei’s gedankt, sogar im Bett headbangen.
Weiters musste/durfte/sollte ich mich zwischen mehreren vielversprechenden zukünftigen Arbeitgebern entscheiden (gut, einem nicht-so-vielversprechenden und mehreren vielversprechenden). Eigentlich war ich ja gar nicht auf Jobsuche, sondern hab eher begutachtet, was so dahergekommen ist (siehe auch “Frauen und U-Bahnen läuft man nicht nach, es kommt immer eine nächste”).
Leider bin ich ein Mensch, der Entscheidungen gerne hinausschiebt und sich vor Dingen, die unangenehm sein könnten, möglichst lange drückt (zumindest wenn ich selbst betroffen bin - aber daran muss ich wohl noch arbeiten, wenn ich mal Manager werden will ;)). Aber, um die Latein-Reihe fortzusetzen: Alea iacta est, ab November werd ich meine Zelte daher aus Wien wieder zurück ins heimatliche Oberösterreich verlegen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der FH Hagenberg meine Brötchen (keine Brote, nur Brötchen) verdienen.
Mal schaun was der restliche Oktober so daherbringt…