Kanada / Algonquin Park - Reisebericht Tag 13
Die Nacht in unserem Notlösungs-Quartier hatten wir auf den ersten Blick unbeschadet überstanden (auch wenn ich mittlerweile etwas entdeckt habe, das stark an Bettwanzen-Bisse erinnert, zumindest den Fotos im Internetz zufolge - ich werd’s trotzdem als Mosquito-Stich verbuchen). Frühstück haben wir uns auch noch in Whitney genehmigt, danach ging’s weiter zum Algonquin Park.
Mitten durch den Park führt ein Highway (ungefähr auf Bundesstraßen-Level) - solang man auf dieser Straße bleibt ist der Spaß gratis, bleibt man stehen, um einen Wanderweg zu gehen o.ä., braucht man eine Parkerlaubnis, die man um $13/Tag kaufen darf. Oder man macht’s wie wir und bucht eine Nacht bei einer der Unterkünfte im Park, dann kriegt man die Parkerlaubnis gleich mit.
Nach einigen Zwischenstops zum Information einholen und um mal einen ersten Eindruck zu gewinnen erreichten wir unser Quartier, der Bartlett Lodge. Die Lodge besteht aus 12 Holzhäusern, die via Wassertaxi über einen See zu erreichen sind. Über ein Telefon an der Anlagestelle kann man sich seinen Transfer wünschen, der dann nach angemessener Wartezeit in Gestalt eines Motorbootes angebraust kommt und einen rüberschippert. Wir bekamen das größte Haus (mit drei Schlafzimmern), weil halt kein anderes frei war - aber gut, uns hat es nicht gestört, da der Preis sowieso pro Person berechnet wird (und sowieso hoch genug war).
Den Nachmittag nutzten wir, um einige der Wanderwege zu gehen und die Natur zu genießen. Vor dem Abendessen lungerten wir am See herum und staunten über die frechen Streifenhörnchen, die wilde Kämpfe mit Eichhörnchen austragen, danach wagten wir uns noch eine Stunde lang mit einem Kanu auf das Wasser - für das erste Mal lief es gar nicht schlecht (nicht gekentert, keine Ertrunkenen) und machte erstaunlich viel Spaß; und das, obwohl die Sache durchaus an Sport grenzt!
Das Dinner in der Lodge war im Endeffekt ein viergängiges Menü, wobei man jeden Gang aus fünf Alternativen wählen konnte. Wir haben den Altersdurchschnitt dabei ganz ordentlich gesenkt, das Essen war aber ausgezeichnet - auch wenn Hummer nicht meine Leibspeise werden wird und die gnä Frau das erste Mal eine Nachspeise mit Schokolade als Zutat fast nicht aufgegessen hat (”flourless chocolate cake” = 300g Tafel Schokolade in Kuchenstück-Form, oder so).
Mit vollem Magen saßen wir noch längere Zeit auf unserer Veranda herum und genossen die Stille - keine Fernseher, keine Telefone, hin und wieder mal ein wahnsinniges *hörnchen, das über das Dach lief, und leise Stimmen aus den Nebenhäusern.
Die Nacht verlief leider nicht so ruhig: Die oben erwähnten Streitigkeiten zwischen rivalisierenden irgendwas-Hörnchen zogen sich über die Nacht hin. Um 4:00 von Herumgekratze am Dach geweckt werden ist kurz besorgniserregend, vor allem wenn die Veranda-Türe nicht absperrbar ist und das Geräusch nicht auf Anhieb zuzuordnen ist…