Archive for September, 2007
Selbstfindung
Der neueste Schmäh auf der Post ist etwas philosophisch angehaucht: Wenn man einen Brief oder ein Packerl mit dem obligatorischen gelben Zettel abholt, so folgt nach den üblichen Schritten “Zettel blöd anschaun” und “5 Minuten suchen gehen” unweigerlich die fast schon existentialistische Frage “Sind das eh Sie?”.
Bis jetzt hat “Ja” als Antwort voll und ganz ausgereicht. Vermutlich ist die Frage der dezente Hinweis darauf, dass eigentlich zur Abholung ein Ausweis vorzulegen wäre, aber ob die Formulierung so optimal gelungen ist? “Nur bis 18.00, danach bin ich wieder Superman” oder “Nur solange mein Sachwalter nichts anderes sagt” möchte ich zwar jedesmal als Antwort probieren, aber so spät am Tag noch Postlerinnen verwirren tut man ja nicht…
Ganz easy ärgern
Auch als Biertrinker tut hin und wieder ein wenig Abwechslung gut, und so verschlug es uns gemeinsam mit dem Hrn. D. am Montag in die Cocktailbar Easy. Ich muss zugeben, dort eine Zeit lang eigentlich ganz gern hingegangen zu sein, und konnte mich eigentlich gar nicht mehr entsinnen, warum wir irgendwann auf die Cocktailbar umgeschwenkt sind.
Nach über 45 Minuten Wartezeit (bei ziemlich leerem Lokal) ist es mir dann wieder eingefallen…
Wort des Tages
Gotti werden
… führt als Suchbegriff seit einiger Zeit täglich doch einige Leute (gestern 15, unglaublicherweise) hierher.
Sollte also jemand ernsthaftes Interesse haben, ein waschechter Gotti zu werden (und damit meine ich nicht verwerfliche Gestalten wie John Gotti oder etwa eine orthographisch bedenkliche Umschreibung für Godn, sondern mich ganz alleine), sind detaillierte und bebilderte Anleitungen gegen Vorkasse gerne erhältlich. Bankverbindung auf Anfrage.
Nachtrag: Die interessante Korrelation zwischen einem Mafia-Paten und dem umgangssprachlichen Wort für “Pate” fiel mir erst im Nachhinein auf. Hach, diese Doppelbödigkeit.
Mein Mac mag mich nicht
Des Sonntags sitz ich vor meinem Mac und surf sinnlos herum, auf einmal beginnt Apple Mail nach meiner Aufmerksamkeit zu heischen und teilt mir mit, dass auf der Festplatte zuwenig Speicherplatz frei sei und es sich aufgrund dieses unhaltbaren Zustands jetzt beenden werde. Ein Blick in den Finder zeigt mir zwar 3GB freien Speicher, aber da der einzige Button jener mit “Beenden” ist sind meine Optionen schon etwas beschränkt und ich füge mich in mein Schicksal.
Gleich darauf hab ich Mail wieder gestartet und wurde mit dem Dialog zum Account-Einrichten begrüßt. Hm, eigentlich hab ich ja Accounts, warum welche konfigurieren? Hatte ich: Sowohl die Mail-Konfiguration als auch das Verzeichnis mit den Mails selbst war weg (dafür hatte ich 4,8GB auf der Platte frei). Solchen Geschichten stehe ich bei den zwangsweise betreuten Computer-DAUs in der Verwandschaft immer extrem skeptisch gegenüber, aber - weg, einfach weg, keine Spur mehr davon.
Er mag mich einfach nicht.
Geschäftsidee
ORF, bitte herhören: Wie wär es denn mal mit einem Pendant zu den ganzen bundesdeutschen Auswanderershows? Aber weils bei uns ja schön ist und daher keiner weg will, machen wir halt eine Einwanderershow daraus: “Goodbye Türkiye” könnte dann ja den schwierigen Werdegang eines Bauern aus dem anatolischen Hochland illustrieren, der seine heimische Vollwertkost unter die hiesigen Bürger bringen möchte.
Oder verkauf ich das eher den nächsten Wahlwerbe-Spot an die FPÖ, hmm…
Kundenbindung
Seit mittlerweile sieben Jahren bin ich Kunde bei der Sparkasse OÖ. Warum? Weil es dort damals ein Gutscheinheft dazu gab, und weil sie mich immer noch für einen Studenten halten… Irgendwann kam dann zum Konto eine Sparbuch-Karte dazu, die mich damals mit sagenhaften Zinssätzen beeindruckte, im Lichte von Bundesschatz und ING-DiBa aber mit der Zeit stark an Glanz verlor und seit geraumer Zeit mit einem sagenhaften Saldo von €12,87 dahinvegetiert.
Gestern erhielt ich dann einen Brief meines Kundenbetreuers mit der freudigen Mitteilung, auf besagter Sparbuch-Karte den Zinssatz auf 3,5% angehoben zu haben. Find ich ja nett, stutzig macht mich aber doch die Begründung:
Wäre schön, wenn auch Sie als ING-DiBa-Kunde den guten Zinssatz auf der Profit-Card wieder vermehrt ausnützen.
Ich bemüh mich mal, den leisen Vorwurf zwischen den Zeilen zu überhören, und fühl mich still und heimlich ein wenig verfolgt…
Trailer “No Country For Old Men”
Rechtschreibprüfung
Bildungsfernsehen, heute: Synonyme für Anfänger
“Es ist alles im Arsch”: “eine vorübergehende In-Mitleidenschaft-Ziehung”
Never Underestimate The Power Of Stupid People In Large Groups
Weil es gar so schön zum Bericht über die etwas aus der Bahn gelaufene MM-Eröffnung in Berlin passt:
Irgendwann kauf ich mir so ein Poster…