Sprachkritik im Visier
Vor ein paar Jahren hab ich mir einmal zwei der “Zwiebelfisch”-Bücher von Bastian Sick zugelegt und habe natürlich beide brav gelesen. Eines ist beim Umzug von Wien Richtung Heimat irgendwo verloren gegangen (gemeinsam mit den grandiosen 12 Mantras des Scheissens), aber wirklich schade darum war es nicht (im Gegensatz zu den Mantras!): Ich konnte mit dem Stil nicht viel anfangen und musste mich teilweise auch über die Beispiele wundern, die sich nicht immer mit meinem Sprachgefühl deckten. Aber gut, ich kenn mich ja nicht aus (wie schon mein Deutschlehrer im Rahmen der Matura angemerkt hat), und die gesammelten Zeitungsausschnitte bei SpOn schau ich immer mir immer wieder gerne an, also soll er weiterzwiebeln, der Zwiebelfisch.
Anscheinend gibt es aber durchaus fähigere Leute, die sich ebenfalls und offenkundig nachhaltiger an der Sickschen Sprachkritik stören. Dort gibts es jetzt auch eine kurze Vorstellung des Buches “Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch«”, das man gerade als Freund plumper Wortspiele wie ich einer bin natürlich unbedingt bestellen muss. Ich bin gespannt…
Naja, man muss dem Zwiebelfisch immerhin zugute halten, dass er sensibilisiert hat - und zwar auch wesentlich ausserhalb der sonst dafür empfänglichen Gegenden. Plötzlich kannten auch weniger sprachversierte Leute den Unterschied zwischen Dativ und Genitiv - das hat der deutschen Sprache schon gut getan. Es ist halt wie mit allem, wenn man zuviel von etwas bekommt, dann wird es irgendwann überflüssig. :)
Martin
19 Apr 08 at 8:34 am