USA 2008 - Tag 1
Trotz Jobwechsel ist auch dieses Jahr Urlaub angesagt, es geht wieder einmal nach Bushistan: Flug bis New York und von dort weiter nach Boston, dann mit dem Auto nach Washington DC, und von dort dann mit dem Zug zurück nach New York. Aufgebrochen sind wir am 14.6. zu wirklich unmenschlicher Stunde (4:00), da wir ein AUA-Angebot gebucht hatten, das nur von Deutschland aus gültig war, uns dafür aber eine Strecke in der Business-Class ermöglicht.
So ging es von München aus zuerst nach Wien, und von dort dann weiter nach New York. Die Versuche der AUA, sich als Osteuropa-Airline zu profilieren tragen offenbar Früchte: die Sitze rund um uns waren mit Aserbaidschanern gefüllt, die binnen kurzer Zeit die Wodka-Vorräte geleert hatten (ich hätte ja nie gedacht, dass an solchen Klischee wirklich etwas dran ist). Sie hatten zwar ihr eigenes Essen mitgebracht, das sie vor- und nach dem Flugzeug-Futter genüßlich verspeisten, zu Trinken hatten sie aber nichts dabei… Abgesehen von etwas lauten Unterhaltungen in absolut unverständlicher Sprache und der Erkenntnis, dass die AUA-767 innen wirklich ordentlich häßlich sind, hatte der Flug also wenig Aufregung zu bieten.
Die Einreise in die USA hätte problemlos sein können, wenn man nicht beim Ausfüllen der Formulare die ganzen wichtigen Fragen, ob man denn von 1939 bis 1945 ein KZ beaufsichtigt habe oder das Ausüben krimineller Machenschaften beabsichtige, übersehen würde. So kann man sich dann von einem überaus unfreundlichen Beamten anmotzen lassen (”Have you got a pen for me so I can answer them right now?” “Why don’t you go find your own one, I need this one to do my work”). Beim Zoll-Formular hatte ich dann auch noch auf die Flugnummer vergessen, da war ich wohl zu sehr mit dem Belauschen der Aserbaidschaner beschäftigt…
Den Flug von New York nach Boston hatten wir bei JetBlue gebucht, einem amerikanischen Billigflieger. Wir hatten uns bei zwei möglichen Flugzeiten (17:15 oder 19:05) für die spätere entschieden, da wir lt. Plan erst um 15:00 landen hätten sollen und vermeiden wollten, bei eventuellen Verzögerungen gleich in Panik verfallen zu müssen (beim ersten NY-Besuch hatten wir bei der Einreise ziemlich lange gebracht). Klarerweise standen um 16:00 beim JetBlue-Terminal und hätten den 17:15-Flieger also gemütlich erwischt. So vertrieben wir uns halt die Zeit, bis wir schließlich um 18:30 unser Flugzeug besteigen durften.
Man kann über JetBlue sagen was man will, die Maschinen sind recht angenehm: Breite Sitze, großer Abstand, angenehme Farben (kein Kanarienvogel-Gelb à la Ryanair). So verließen wir planmäßig das Gate - und blieben dort stehen, wo wir hingeschoben worden waren. Vor dem Fenster wurde die Schlange wartender Flugzeuge rund um uns immer länger, und nach einer halben Stunde kam einmal eine Durchsage des Piloten, es wären sehr viele Maschinen vor uns, wir müssten uns noch ein wenig gedulden. Nach weiteren 15 Minuten kam die nächste Durchsage: Aufgrund eines nahenden Gewitters seien zwei Rollbahnen geschlossen worden, wir müssten also warten, bis der Tower diese wieder freigeben. “Make yourself comfortable, we’ll be here for a while”. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:
Wir waren wirklich erleichtert, überhaupt noch nach Boston zu kommen: Nach fünf Stunden Wartezeiten hätten wir nämlich zum Gate zurückkehren müssen, was wir dort dann tun hätten sollen wussten auch die Stewardessen nicht (am Boden schlafen?). Versorgt wurden wir mit Wasser und Chips, was anderes sei nicht an Bord und auch nicht zu kriegen (”what are we supposed to do, taxi to the next Wendy’s?”) - optimal, wenn man das Abendessen eigentlich in Boston eingeplant hätte. Abgesehen von zwei schreienden Kindern war es aber bewundernswert ruhig im Flugzeug; ich habe mir die Zeit damit vertrieben, Terminator 3 und Transporter 1+2 zu gucken und ein wenig mit den Stewardessen zu quatschen. Eine hat mir geraten, das nächste Mal doch mit dem Bus zu fahren, kostet nur $15, man sieht mehr von der Landschaft und sie fahren auch bei Regen und Gewitter…
In Boston leisteten wir uns dann ein Taxi vom Flughafen zum Hotel. Wir haben uns hier im Hotel Marlowe einquartiert, weil das einfach das günstigste noch halbwegs zentral gelegene Hotel war (dafür liegt es nicht direkt in Boston, sondern in Cambridge - einmal über den Fluß drüber also). Beim Check-In bekamen wir noch einen Gutschein für die Minibar und bezogen dann unser Robert Mugabe-Gedenkzimmer:


