USA 2008 - Tag 3, Boston
Begrüßt wurden wir heute morgen von einem Hotel-Hausmeister, der uns unsere neuen Zimmerschlüssel bringen wollte, da wir uns ja ausgesperrt hätten. Aha? Schlußendlich ließ er sich doch überzeugen, dass wir das Zimmer noch nicht verlassen haben und uns auch nicht ausgesperrt haben, da wir ja sonst wohl kaum im Zimmer wären… Sehr seltsame Gespräche am frühen Morgen.
Da uns das überraschend schlechte Wetter momentan so ziemlich alle Outdoor-Aktivitäten erfolgreich verleidet sind wir nach einem kurzen Frühstück bei “Au bon pain” zur John F. Kennedy-Library gefahren. In den USA wird für Präsidenten nach ihrer Amtszeit eine “presidential library” errichtet, in der für die Nachwelt interessante Aufzeichnungen und andere Materialien aufbewahrt werden (auch die George W Bush Library wird schon geplant). Meistens ist daran auch gleich in Museum angeschlossen, in dem der jeweilige Präsident ins rechte Licht gerückt wird - so auch für JFK. Angefangen von seiner Jugend über die Zeit als Torpedoboot-Kapitän bis hin zu seiner Kandidatur als Präsident und schließlich natürlich seiner Präsidentschaft an sich wird das Leben von Kennedy sehr ausführlich geschildert - überraschend kurz ausgefallen ist aber der Teil zum Dallas-Attentat, der sich im Wesentlichen auf einige Fernsehmitschnitte beschränkt.
Danach ging es wieder zurück ins Zentrum und weiter zur USS Constitution, die aber in schöner Museums-Tradition Montags geschlossen hatte. So mussten wir mit der nebenan liegenden USS Cassin Young Vorlieb nehmen, einem Zerstörer aus dem zweiten Weltkrieg, der aber seinerseits zu einem großen Teil wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist und uns so gerade die interessanten Schiffsteile vorenthalten blieben.
So brachen wir zur weiteren Planung relativ früh wieder zurück in Richtung Hotel auf und kamen gegen 17:00 an - gerade rechtzeitig, um uns über die grandiose Leistung unserer Fußballer zu wundern, offenbar hilft es doch wenig, gute Ergebnisse schon in Voraus herbeizureden… Zum Abendessen fuhren wir wieder zurück in die Stadt und kehrten in einem “American Grill” ein, wo wir uns als schlampige Speisekartenleser darüber wunderten, eine Vorspeise serviert zu bekommen. Geschmeckt hat’s trotzdem, wenngleich wir dank der Vorspeise die Portionsgrößen etwas falsch eingeschätzt hatten. Zum Trost sind wir am Heimweg noch in die neben dem Hotel gelegene Shopping Mall abgebogen, in der mir ganz zufällig ein neues Objektiv in die Tasche gehüpft ist…