USA 2008 - Tag 4, Boston
Der heutige Morgen brachte eine große Überraschung: Sonne und blauer Himmel! Ein richtig ungewohnter Anblick, bis jetzt waren wir hier eher herbstliches Grau-in-Grau gewohnt. So fiel es uns etwas leichter, schon um halb acht zum Hafen aufzubrechen. Nach fast 1,5 Stunden Fahrt auf einem Katamaran hatten wir schließlich unser Ziel erreicht: Das “Stellwagen Bank Marine Sanctuary”, wo wir fast eine Stunde lang Wale beobachten konnten. Es ist überraschend faszinierend, so einem Autobus-grossen Buckelwal beim Herumplantschen zuzusehen; am Ende hatten sich sogar drei Wale bemüht, uns eine nette Show zu bieten. Natürlich habe ich wieder einmal unterschätzt, dass man am Wasser viel schneller einen wirklich schönen Sonnenbrand ausfasst und mache jetzt den in dieser Gegend allgegenwärtigen Hummern ernsthaft Konkurrenz.
Danach starteten wir einen neuen Versuch, die USS Constitution zu besichtigen, und waren dieses Mal sogar erfolgreich. Da es sich dabei um das älteste Navy-Schiff handelt, wird man natürlich stilecht von lustig gekleideten Seemännern durchgeführt, und darf sich über Airport-like Sicherheitskontrollen freuen. Das Schiff selbst kann leider momentan nur im Rahmen der Führung besichtigt werden, da man aufgrund laufender Renovierungsarbeiten nicht alleine herumlaufen darf. So waren wir relativ schnell wieder fertig und am Weg zum Prudential Center, einem Hochhaus mit einer Aussichtsplattform im 50. Stock. Oben hatten wir dann Gelegenheit zu einer kurzen Bestandsaufnahme, um mal zu checken, was es noch zu sehen gilt. So entschlossen uns zu einem kleinen Spaziergang zur Boston Public Library und weiter zum Boston Common, von wo wir mit der U-Bahn zum MIT fuhren, um die - zumindest von oben witzig anzusehenden - Gebäude zu besichtigen. Leider machte sich da dann die Schattenseite des Sonnenscheins bemerkbar: Es war uns einfach zu heiß, um noch großartige Runden zu drehen, und so marschierten wir gemütlich zum Hotel (das lag einfach um einiges näher).
Den Weg zum Abendessen bahnten wir uns durch Massen von Boston Celtics-Fans: Am Abend fand nämlich das entscheidende Final-Spiel gegen die LA Lakers statt. Gegen halb neun kamen wir schlußendlich doch zum Quincy Market und besorgten uns etwas zum Essen - aber leider nichts zu trinken, was sich noch rächen sollte, da uns nach neun niemand mehr etwas verkaufen wollte (und zum McDonalds wollten wir nicht, da eine Menschentraube aus Celtics-Fans dieselbe Idee hatte). Nach einem kurzen Spaziergang wurden wir dann doch noch fündig und kehrten beim 7-Eleven ein; am Weg hatten wir noch Spaß mit einem Celtics-Fan, der sich bei uns erkundigt hat, ob sein Parkplatz relativ nahe an einer Kreuzung wohl “safe” sei - unser “well, should be” hat ihm als Bestätigung aber gereicht…