Archive for June, 2008
USA 2008 - Tag 3, Boston
Begrüßt wurden wir heute morgen von einem Hotel-Hausmeister, der uns unsere neuen Zimmerschlüssel bringen wollte, da wir uns ja ausgesperrt hätten. Aha? Schlußendlich ließ er sich doch überzeugen, dass wir das Zimmer noch nicht verlassen haben und uns auch nicht ausgesperrt haben, da wir ja sonst wohl kaum im Zimmer wären… Sehr seltsame Gespräche am frühen Morgen.
Da uns das überraschend schlechte Wetter momentan so ziemlich alle Outdoor-Aktivitäten erfolgreich verleidet sind wir nach einem kurzen Frühstück bei “Au bon pain” zur John F. Kennedy-Library gefahren. In den USA wird für Präsidenten nach ihrer Amtszeit eine “presidential library” errichtet, in der für die Nachwelt interessante Aufzeichnungen und andere Materialien aufbewahrt werden (auch die George W Bush Library wird schon geplant). Meistens ist daran auch gleich in Museum angeschlossen, in dem der jeweilige Präsident ins rechte Licht gerückt wird - so auch für JFK. Angefangen von seiner Jugend über die Zeit als Torpedoboot-Kapitän bis hin zu seiner Kandidatur als Präsident und schließlich natürlich seiner Präsidentschaft an sich wird das Leben von Kennedy sehr ausführlich geschildert - überraschend kurz ausgefallen ist aber der Teil zum Dallas-Attentat, der sich im Wesentlichen auf einige Fernsehmitschnitte beschränkt.
Danach ging es wieder zurück ins Zentrum und weiter zur USS Constitution, die aber in schöner Museums-Tradition Montags geschlossen hatte. So mussten wir mit der nebenan liegenden USS Cassin Young Vorlieb nehmen, einem Zerstörer aus dem zweiten Weltkrieg, der aber seinerseits zu einem großen Teil wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist und uns so gerade die interessanten Schiffsteile vorenthalten blieben.
So brachen wir zur weiteren Planung relativ früh wieder zurück in Richtung Hotel auf und kamen gegen 17:00 an - gerade rechtzeitig, um uns über die grandiose Leistung unserer Fußballer zu wundern, offenbar hilft es doch wenig, gute Ergebnisse schon in Voraus herbeizureden… Zum Abendessen fuhren wir wieder zurück in die Stadt und kehrten in einem “American Grill” ein, wo wir uns als schlampige Speisekartenleser darüber wunderten, eine Vorspeise serviert zu bekommen. Geschmeckt hat’s trotzdem, wenngleich wir dank der Vorspeise die Portionsgrößen etwas falsch eingeschätzt hatten. Zum Trost sind wir am Heimweg noch in die neben dem Hotel gelegene Shopping Mall abgebogen, in der mir ganz zufällig ein neues Objektiv in die Tasche gehüpft ist…
USA 2008 - Tag 2, Boston
Da wir beide nach 28 Stunden auf den Beinen doch etwas fertig waren, hat es bis 12:30 gedauert, bis wir uns einmal aus dem Bett geschält haben. Nach der Dusche machten wir uns auf zur U-Bahn (die eigentlich eine Straßenbahn ist), und deckten uns beim erstbesten Dunkin Donuts mit Frühstück ein. Wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen, von jedem dauernd nach dem eigenen Wohlbefinden gefragt zu werden, und auch sonst waren die beiden DD-Bedienungen wohl ebenso verwirrt von uns wie wir von ihren dauernden Gegenfragen.
Vorige Woche war hier Hitzewelle, mittlerweile sind die Temperaturen eher herbstlich, und auch die Sonne hat sich nicht blicken lassen. Das störte uns aber wenig (zum Marschieren brauch ich kein 35°), und so nutzen wir die Gelegenheit, zuerst einmal die Waterfront zu erkunden und dann am Freedom Trail einmal quer durch die Stadt dahin zu spazieren. Am Weg haben wir uns noch über die Darbietungen von Al “The Human Knot” amüsiert, der sich hauptberuflich durch Tennisschläger und Klobrillen zwängt. Leider sind die Tage so kurz, wenn man gleich die Hälfte verschläft, aber das war dringend notwendig…
USA 2008 - Tag 1
Trotz Jobwechsel ist auch dieses Jahr Urlaub angesagt, es geht wieder einmal nach Bushistan: Flug bis New York und von dort weiter nach Boston, dann mit dem Auto nach Washington DC, und von dort dann mit dem Zug zurück nach New York. Aufgebrochen sind wir am 14.6. zu wirklich unmenschlicher Stunde (4:00), da wir ein AUA-Angebot gebucht hatten, das nur von Deutschland aus gültig war, uns dafür aber eine Strecke in der Business-Class ermöglicht.
So ging es von München aus zuerst nach Wien, und von dort dann weiter nach New York. Die Versuche der AUA, sich als Osteuropa-Airline zu profilieren tragen offenbar Früchte: die Sitze rund um uns waren mit Aserbaidschanern gefüllt, die binnen kurzer Zeit die Wodka-Vorräte geleert hatten (ich hätte ja nie gedacht, dass an solchen Klischee wirklich etwas dran ist). Sie hatten zwar ihr eigenes Essen mitgebracht, das sie vor- und nach dem Flugzeug-Futter genüßlich verspeisten, zu Trinken hatten sie aber nichts dabei… Abgesehen von etwas lauten Unterhaltungen in absolut unverständlicher Sprache und der Erkenntnis, dass die AUA-767 innen wirklich ordentlich häßlich sind, hatte der Flug also wenig Aufregung zu bieten.
Die Einreise in die USA hätte problemlos sein können, wenn man nicht beim Ausfüllen der Formulare die ganzen wichtigen Fragen, ob man denn von 1939 bis 1945 ein KZ beaufsichtigt habe oder das Ausüben krimineller Machenschaften beabsichtige, übersehen würde. So kann man sich dann von einem überaus unfreundlichen Beamten anmotzen lassen (”Have you got a pen for me so I can answer them right now?” “Why don’t you go find your own one, I need this one to do my work”). Beim Zoll-Formular hatte ich dann auch noch auf die Flugnummer vergessen, da war ich wohl zu sehr mit dem Belauschen der Aserbaidschaner beschäftigt…
Den Flug von New York nach Boston hatten wir bei JetBlue gebucht, einem amerikanischen Billigflieger. Wir hatten uns bei zwei möglichen Flugzeiten (17:15 oder 19:05) für die spätere entschieden, da wir lt. Plan erst um 15:00 landen hätten sollen und vermeiden wollten, bei eventuellen Verzögerungen gleich in Panik verfallen zu müssen (beim ersten NY-Besuch hatten wir bei der Einreise ziemlich lange gebracht). Klarerweise standen um 16:00 beim JetBlue-Terminal und hätten den 17:15-Flieger also gemütlich erwischt. So vertrieben wir uns halt die Zeit, bis wir schließlich um 18:30 unser Flugzeug besteigen durften.
Man kann über JetBlue sagen was man will, die Maschinen sind recht angenehm: Breite Sitze, großer Abstand, angenehme Farben (kein Kanarienvogel-Gelb à la Ryanair). So verließen wir planmäßig das Gate - und blieben dort stehen, wo wir hingeschoben worden waren. Vor dem Fenster wurde die Schlange wartender Flugzeuge rund um uns immer länger, und nach einer halben Stunde kam einmal eine Durchsage des Piloten, es wären sehr viele Maschinen vor uns, wir müssten uns noch ein wenig gedulden. Nach weiteren 15 Minuten kam die nächste Durchsage: Aufgrund eines nahenden Gewitters seien zwei Rollbahnen geschlossen worden, wir müssten also warten, bis der Tower diese wieder freigeben. “Make yourself comfortable, we’ll be here for a while”. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:
Wir waren wirklich erleichtert, überhaupt noch nach Boston zu kommen: Nach fünf Stunden Wartezeiten hätten wir nämlich zum Gate zurückkehren müssen, was wir dort dann tun hätten sollen wussten auch die Stewardessen nicht (am Boden schlafen?). Versorgt wurden wir mit Wasser und Chips, was anderes sei nicht an Bord und auch nicht zu kriegen (”what are we supposed to do, taxi to the next Wendy’s?”) - optimal, wenn man das Abendessen eigentlich in Boston eingeplant hätte. Abgesehen von zwei schreienden Kindern war es aber bewundernswert ruhig im Flugzeug; ich habe mir die Zeit damit vertrieben, Terminator 3 und Transporter 1+2 zu gucken und ein wenig mit den Stewardessen zu quatschen. Eine hat mir geraten, das nächste Mal doch mit dem Bus zu fahren, kostet nur $15, man sieht mehr von der Landschaft und sie fahren auch bei Regen und Gewitter…
In Boston leisteten wir uns dann ein Taxi vom Flughafen zum Hotel. Wir haben uns hier im Hotel Marlowe einquartiert, weil das einfach das günstigste noch halbwegs zentral gelegene Hotel war (dafür liegt es nicht direkt in Boston, sondern in Cambridge - einmal über den Fluß drüber also). Beim Check-In bekamen wir noch einen Gutschein für die Minibar und bezogen dann unser Robert Mugabe-Gedenkzimmer:
Eine Art Reset
Eine Art „Reset-Taste“ sei zu drücken gewesen.
http://www.nachrichten.at/sport/euro08/695464
Diese Technik!
Spaß mit Schuhen (und deren Fehlen)
Als Besitzer zweier Kater wird man zum Kunden zumeist seltsam riechender Geschäfte, die oft auf blumige Namen wie “Fressnapf” hören (und auch so riechen wie sie heißen). Für den modernen Menschen gibt es natürlich auch Internet-Shops, die die Versorgung mit Katzenfutter und sonstigem Zubehör sichern; für den überraschend eintretenden Katzenstreu-Bedarf sind diese aber leider ungeeignet, und so ist man erst recht wieder auf den “Fach”-Handel vor Ort angewiesen.
Schon im Oktober des Vorjahres habe ich es geschafft, einem meiner Schuhe in einer Fressnapf-Filiale ein nur wenig schmückendes Loch zu verpassen: Ein Podest, auf dem Aktionsartikel angepriesen wurden, war in Bodennähe rundum mit Metalleisten versehen, die das Holz gegen anprallende Einkaufswägen udgl. schützen sollten. Leider waren die Leisten am Eck hochgebogen und hatten so ihre ursprünglichen Schutzwirkung eingebüßt, sie waren im Gegenteil eher scharfkantig und überaus spitz - eine Eigenschaft, die mit Textilien ganz und gar nicht harmoniert, wie mein Schuh bestätigt.
Eigentlich wollte ich nicht einsehen, warum ich mir im wahrsten Wortsinn im Vorbeigehen meine Schuhe ruinieren lassen soll, und beschwerte mich bei der Filialleiterin. Die Dame war voller Verständnis für mein Anliegen und gab auch unumwunden zu, dass die Metalleisten ein Schwachpunkt der Konstruktion und schon öfters Anlaß für Beschwerden und Schäden gewesen wären. Wir vereinbarten, dass ich meine Schuhe samt Rechnung vorbeibringe, um die Sache an die Versicherung übergeben zu können. Nach knappen zwei Monaten (Mitte Dezember) habe ich dann auch einmal daran gedacht, Schuhe UND Rechnung gleichzeitig zum Katzenstreu-Kauf mitzubringen (eine Herausforderung sondergleichen), die Frau Filialleiterin erinnerte sich sogar noch daran und sagte zu, die Beweisgegenstände weiterzuleiten, “die Zentrale wartet eh schon drauf”. Es macht übrigens Spaß, nach dem Bezahlen die Kassadame zu fragen, ob denn die Filialleitung anwesend sei - “Ja, warum denn?” “Es geht um eine Beschwerde, da müssen wir was regeln” (Kassierin bekommt eine ungesunde Gesichtsfarbe) “Geht’s eh ned um mich?”.
Jedenfalls hatte ich seit Dezember in der Causa nichts mehr gehört. Im Februar - meine zwei Monate Bearbeitungszeit bin ich der Gegenseite natürlich auch willig - habe ich einmal nachgefragt, wurde aber an die Zentrale verwiesen, da derlei Belange von eminenter Wichtigkeit an höherer Stelle behandelt werden. Dort war an diesem Tag niemand mehr zu erreichen, damit wurde der betreffende Notizzettel Teil der Schreibtisch-Wanderdünen und verschwand in den Sedimenten.
Jobwechsel-bedingt blieb es mir Ende April nicht erspart, diese Zettel-Ansammlung(en) zu entsorgen, und dabei fiel mir auch dieses kleine Zettelchen wieder in die Hände. Weder von Fressnapf noch von irgendeiner Versicherung hatte ich bis dahin etwas gehört, und natürlich versuchte ich sofort mein Glück - um von einer netten Telefondame auf einen Rückruf vertröstet zu werden, die Dame sei zu Tisch, sie melde sich später oder sonst morgen. Morgen kam und ging, übermorgen ebenso, überübermorgen rief ich nochmal an: Natürlich habe sich die Kollegin nicht gemeldet, die wäre ja auch in Urlaub, da ruft sie nicht zurück, haha, sie meldet sich dann danach…
Und weil eh keiner so weit gelesen hat fällt es nicht auf, wenn der Rest erst morgen kommt :p
Neues Google-Icon
In den letzten Tagen hatte ich vermehrt Schwierigkeiten, die Google-Ergebnisseiten aus meiner Unmenge an Firefox-Tabs herauszufinden. Der Grund dafür ist mir erst später aufgefallen: Die haben einfach das Fav-Icon geändert.
Ich persönlich finde es etwas gewöhnungsbedürftig, auch wenn es besser in die Google-CI passen dürfte als das alte - es sieht ja schließlich aus wie das kleine “g” aus dem Google-Logo. Jedenfalls scheinen sich kleine g-s zunehmend durchzusetzen:


