the g.

sinnvolles & sinnloses

“Wer One hat, hat’s gut…” und wer One nicht mehr haben will, der hat’s umso schwerer

with 2 comments

Nach zwei Jahren als One-Kunden haben wir uns entschlossen, unsere mit 19€ pro Monat mittlerweile eindeutig zu teuren 4zu0-Verträge zu kündigen und zu günstigeren Anbietern zu wechseln. Erleichtert wurde diese Entscheidung durch das aufgrund einiger AGB-Änderungen notwendige Sonderkündigungsrecht, das ohne den üblichen Umweg über eine Kündigungsfrist die Vertragsauflösung zum Stichtag 26.8. erlaubt hat - ganz abgesehen von der generellen One-Unzufriedenheit wären die AGB-Änderungen schon Grund genug für eine Kündigung (viele lustige Gebühren für jede Kleinigkeit, acht statt vier Wochen Kündigungsfrist,…).

Am vorigen Dienstag habe ich also ein wie von mir gewohnt nett formuliertes Fax abgesendet, meine Nummer zu Drei portieren lassen und fühlte mich von da an schon als Ex-One-Kunde. Zumindest bis zum Freitag: Meine bessere Hälfte, deren Handyvertrag bislang ebenfalls auf mich angemeldet war, wollte ihre Nummer auch mitnehmen, und so spazierten wir zum One-Shop im Linzer Atrium, um die dafür notwendigen Papiere zu besorgen. Bei dieser “One-World” handelt es sich aber nicht um eine One-One-World, sondern um eine Franchise-One-World, die zwar mit Blondinen aufwartet, dafür ausser zum Handy anmelden zu nichts zu gebrauchen ist, da es sich ja nicht um ein von One betriebenes Geschäft handelt…

So blieb uns der originale One-Shop am Taubenmarkt nicht erspart, in dem wir aber ungewohnt schnell und anfangs sogar freundlich bedient wurden. Erst als ich mich erkundigte, ob meine Kündigung eigentlich angekommen ist, da bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Reaktion erfolgt war, wurde der Ton ruppiger: Wie ich denn auf die Idee komme per Fax zu kündigen, das wäre nur per Brief und am besten sowieso per Einschreiben möglich; auch mein Hinweis, dass Faxe bei allen anderen Betreibern problemlos akzeptiert würden, trug nicht unbedingt zur Erleuchtung meines Gegenübers bei. Zum Abschluß tauschten wir noch ein paar Nettigkeiten aus, ich erhielt den Tipp, doch die Hotline anzurufen, “die werden Ihnen aber auch nichts anderes sagen”, und nutzte die Gelegenheit, in kurzen Worten zu erläutern, dass auch der One-Service an sich nicht unbedingt zur Kundenbindung beiträgt.

Zuhause rief ich wie mir geheißen bei der Hotline an, verbrachte 8 Minuten in der Warteschlange und wurde mit einem Germanen verbunden, der nach kurzer Darlegung meines Anliegens mit dem freundlichen Satz “Sie haben ja vor 20min deswegen schonmal angerufen, haben Sie denn nichts anderes zu tun?” den Grundton für den weiteren Gesprächsverlauf vorgab. Auch nach Nennung der AGB-Absätze, die relativ unzweideutig festlegen, dass Kündigungen definitiv per Fax möglich sind, blieb mein Gesprächspartner unbeeindruckt: Eine Faxbestätigung sei ja kein Beleg für eine erfolgte Zustellung, außerdem könne ich mir sowas ja auch selbst ausdrucken, damit hätte eine Kündigung per Fax vor Gericht “niemals nicht” bestand. WTF? Wenn man bei One kündigen will bleibt einem laut Hotline also nur der Rechtsweg, weil sie ihre eigenen Geschäftsbedingungen nicht kennen - was soll denn das?

Nach ein paar weiteren Minuten wurde es mir irgendwann zu dumm, ich habe mir noch den Namen des netten Herren aufgeschrieben und den Freitag Abend dumpf grübelnd und innerlich köchelnd mit der gedanklichen Formulierung wüster, aber doch noch vertretbarer Beschimpfungen verbracht. Am Samstag dreh’ ich mein Handy auf - und siehe da, “Wir bestätigen Ihre Kündigung zum 26.8. und würden uns freuen, Sie in Zukunft wieder als One-Kunde begrüßen zu dürfen”. Nur ob ich mich von One wieder begrüßen lassen möchte, das muss ich mir noch gut überlegen…

Written by gotti

August 26th, 2008 at 3:52 pm

Tagged with ,

Posted in Uncategorized

2 Responses to '“Wer One hat, hat’s gut…” und wer One nicht mehr haben will, der hat’s umso schwerer'

Subscribe to comments with RSS or TrackBack to '“Wer One hat, hat’s gut…” und wer One nicht mehr haben will, der hat’s umso schwerer'.

  1. Die Blondine kenn ich von meinen neuesten One-Eskapaden auch - sie erschien mir sogar kompetenter als dieser stark schnaufende, übergewichtige, ekelhafte Herr, der die Unfreundlichkeit gepachtet hat. Aber sie (die Blonde, nicht die Unfreundlichkeit) ist viel zu jung, ein paar Jahre müsst sie schon noch reifen.

    Wobei ich aber schon dazu sagen muss, dass ich noch nie einen freundlichen Kunden”berater” hatte, egal ob bei One, Drei oder anderswo. One rennt meines Erachtens hier also mit dem Schüwö.

    saxx

    26 Aug 08 at 4:47 pm

  2. Die Blonde hat nach fünf Minuten Herumklicken befunden “Na… i glaub… des geht ned… aber i glaub… des is scho mal gangen… aber heut… gehts ned…”

    Beratung erwart ich ja gar nicht, aber zumindest eine halbwegs den üblichen Gepflogenheiten entsprechende Antwort auf eine normal und höflich formulierte Frage tät ich mir schon erwarten. Der 3-Store beim Hafen-Interspar hat mich zB positiv überrascht.

    gotti

    26 Aug 08 at 7:52 pm

Leave a Reply