Archive for the ‘ausflüge’ Category
USA 2008 - Tag 20, New York, Heimreise
Den letzten Tag begannen wir mit einem ordentlichen Frühstück im vom letzten Besuch altbewährten Tramway Diner. Leider war ich überraschend etwas angeschlagen: Der Wind im 67. Stock und kurze Hose haben wohl zusammengeholfen, mir Halsweh und ähnliche Verkühlungssymptome einzubrocken. Das Mittel der Wahl (zumindest laut Verpackung) war NyQuil (edit: Nyquil, nicht Nyquist.. vom Nyquist bekommt man eher Kopfweh statt das es vergeht), ein wirklich sehr gut wirkender Hustensaft - der aber in der Nacht genommen werden soll, da er zu “drowsiness” und ähnlichen Nebenwirkungen führen kann. Nun weiss man ja, dass die Amis gerne vor jedem Blödsinn gewarnt werden, daher hab ich das nicht so ernst genommen. Diesmal wäre es aber besser gewesen, sich daran zu halten: binnen einer halben Stunde nach Einnahme war ich froh, hin und wieder etwas zum Festhalten zu finden, weil mir doch ein wenig seltsam zumute war. Vielleicht hab ich auch nur etwas zu viel erwischt… geholfen hat es jedenfalls.
Jedenfalls sind wir abschließend zum South Street Seaport gefahren, um noch ein wenig die Aussicht zu genießen. Dort haben wir noch ein paar Fotos geschossen, uns über einen Feueralarm gewundert, der aber niemand wirklich beeindruckt hat und es daher für umso grössere Verwunderung gesorgt hat, als die Feuerwehr mit Karacho vorfuhr, und sind schlussendlich quer durch Chinatown zurück zur U-Bahn marschiert.
Nach einem Abstecher in einen Souvenir-Shop haben wir unsere Koffer im Hotel wieder ausgelöst und uns den Luxus einer Limousine zum Flughafen geleistet. Ich hätte ja auf so eine richtige Protz-Stretch-Limo gehofft, im Endeffekt war’s eh ein relativ normales Auto, aber mit im Gegensatz um Taxi doch erhöhtem Komfort. Am Flughafen sind wir elegant an der Economy-Schlange vorbei zum Business-Schalter marschiert, haben unser Gepäck brav zur Sicherheitskontrolle getragen und sind dann auf einen Abschieds-Burger zu McDonalds gegangen. Danach sind wir flott durch die Sicherheitskontrolle, um die von der AUA mitbenutzte Alitalia-Lounge noch ausnutzen zu können. Dort sind wir ein wenig aufgefallen, da wir so ziemlich die einzigen unter 30 und ohne Anzug/Kostüm waren - jo mei. Den Snacks und Getränken haben wir brav zugesprochen, schließlich gab es da endlich wieder brauchbaren Kaffee (Lavazza) und prickelndes Mineralwasser.
Als Business-Class-Flieger darf man als erster ins Flugzeug, und so sind wir an der Schlange und vielen schreienden Kindern vorbei in den Flieger und haben es uns dort gemütlich gemacht. Der Nachteil besteht darin, dass alle anderen Passagiere sich an einem vorbei zu ihren Plätzen schieben, und man sich mit der Zeit doch etwas beobachtet fühlt. Notiz an mich: Für das nächste Mal ein “Eure Armut kotzt mich an”-Shirt kaufen.
Zwei Passagiere wurden aus der Economy-Class upgegradet, waren aber mit ihrem Business-Sitzplatz unzufrieden und haben das der Stewardess auch zu verstehen gegeben. Dieser Umstand hat zu verständlichem Unmut bei Stewardessen und Passagieren geführt und die sonst so beherrschten Damen in Rot fast ihre Beherrschung verlieren lassen (aber nur fast). Jedenfalls kriegt man für den Aufpreis schon einiges geboten (z.B. ein sehr gutes Abendessen, Eier mit Speck zum Frühstück und eine Zahnbürste samt Mini-Zahnpasta, die ich natürlich vergessen habe); ja sogar die ansonsten eher zwideren AUA-Stewardessen schaffen es da auf einmal, manchmal etwas freundlicher dreinzuschaun - die wissen offensichtlich, für wen sie sich ihre Freundlichkeit aufheben müssen. Der eigentliche Flug war ein wenig holprig, außerdem blieb uns - vor lauter Essen - fast keine Zeit mehr zum Schlafen ;).
Zu zweit mit drei Koffern durch die Wiener S- und U-Bahn macht nach wie vor wenig Spaß, aber spätestens beim “Zufädab” weiss man, zumindest wieder im richtigen Land zu sein…
USA 2008 - Tag 19, New York
Der Vollständigkeit halber sei noch geschildert, was wir am Mittwoch getrieben haben: Zum Frühstücken haben wir uns in den Central Park gesetzt, aber leider weder Schoko- noch Blueberry-Muffins bekommen und daher mit dubiosen Kreationen wie Apfel-Rosinen-Muffins Vorlieb nehmen müssen. Danach spazierten wir quer durch den Park zum Croc Shop, und von dort dann weiter zu “The Most Dangerous Corner in New York”. Ein Chocolate Chip Cookie und eine Frozen Hot Chocolate haben die gnä Frau zu einer völlig ungeahnten Aussage hingerissen, die ich ihr nie zugetraut hätte: “Zuviel Schokolade!”. Sehr gehaltvoll, die Sache, aber wirklich gut.
Den restlichen Tag vertrieben wir uns großteils mit Einkaufen. Am späten Nachmittag spazierten wir dann zum Rockefeller Center und fuhren dort auf die Aussichtsplattfom. Dort genossen wir den Ausblick auf die Stadt, sehr hübsch im Licht der untergehenden Sonne:
So vertrieben wir uns den restlichen Abend und marschierten gegen 21:00 ins Hotel, um die Koffer zu packen.
USA 2008 - Tag 18, New York
Am Dienstag haben wir uns mit Frühstück eingedeckt und sind mit der Subway an den Südzipfel von Brooklyn gefahren, nämlich nach Coney Island. Dort gibt es neben einem riesigen Strandbad auch einen Vergnügungspark und den angeblichen Erfinder des Hotdogs, “Nathan’s”. Schon die Anfahrt ist amüsant: Man fährt durch Brighton Beach, auch bekannt als “Little Odessa”, das einfach an den kyrillischen Beschriftungen der Geschäfte entlang der Strassen erkennbar ist.
Nach einem Spaziergang entlang des Strandes und einem Hotdog bei Nathan’s, der wirklich um einiges besser als in Manhattan schmeckt, ging es am frühen Nachmittag wieder zurück bis zum Prospect Park. Dieser Park liegt mitten in Brooklyn und wurde vom selben Planer wie der Central Park in Manhattan geplant - manche meinen sogar, er sei schöner als der Central Park. Uns hat er jedenfalls recht gut gefallen, wir hatten vor allem mit den beinahe allgegenwärtigen Hochzeitspärchen samt Fotografen-Team im Schlepptau unseren Spaß - vor allem wenn sich diese Pärchen direkt vor einem mit Algen komplett überzogenem Teich platzieren. Weil wir schon in Brooklyn waren sind wir gleich weiter zu den Brooklyn Heights gefahren, einem der ältesten Vierteln dieses Stadtteils. Von dort war es dann nur mehr ein Katzensprung zur Brooklyn Bridge, die wir dieses Mal aber nicht zu Fuß überquerten, sondern nur von der Seite betrachteten.
Stattdessen beschlossen wir, auch noch die andere Seite der Skyline von Manhattan zu betrachten, und fuhren mit der U-Bahn nach New Jersey. Von dort aus hat man vor allem in der Abendsonne einen herrlichen Blick auf Downtown Manhattan:
Nach dem Sonnenuntergang sind wir wieder nach Manhattan gefahren und haben uns bei Macy’s ins Einkaufsgetümmel geworfen. Wirklich fündig geworden sind wir dabei aber nicht, und so sind wir - frei von Einkaufstaschen - noch ein wenig Fotografieren gegangen.
USA 2008 - Tag 17, New York
Bei unserem ersten New York-Aufenthalt im September 2006 haben wir gerade die Zeit der UNO-Generalversammlung erwischt und konnten die UNO daher nicht besichtigen. Das haben wir am Montag nachgeholt und uns eine Führung durch die verschiedenen Säle und Räume angesehen. Führungen gibt es dort auch auf Deutsch, aber nur auf Anfrage (was wir aber nicht gewusst haben); so bekamen wir halt von einer Deutschen eine Führung auf Englisch.
Nach dem Abstecher in den Devotionalien-Shop sind wir weiter zu B&H gefahren, um die Kamera-Ausrüstung ein wenig upzugraden. Danach haben wir eine Rundfahrt mit der Staten Island Ferry gemacht, um die Freiheitsstatue zu begrüßen und ein paar Blicke auf die New York City Waterfalls zu werfen, aber leider hat es sich auf der Rückfahrt wieder verzogen…
Am Abend sind wir zu “Michael Jordan’s The Steak House” gegangen, das sich auf einem der Balkone in der Grand Central Station befindet. Was genau Michael Jordan damit zu tun hat weiss ich nicht, jedenfalls haben wir dort zwei wirklich exzellente Steaks gegessen (und auch eine wahrhaft erschreckende Summe gelöhnt).
USA 2008 - Tag 16, Washington, New York
Am Sonntag Vormittag sind wir zur letzten Etappe unserer Reise aufgebrochen: Autos und Flugzeuge hatten wir ja schon zur Genüge verwendet, also haben wir uns für diesen Teil zu einer Fahrt mit dem Zug entschlossen.
Wir hatten ein “reserved coach”-Ticket, was soviel wie “es gibt vermutlich irgendwo einen Platz für dich im Zug… vielleicht” bedeutet. Von Washington bis Baltimore haben wir keine nebeneinander liegenden Plätze ergattert; ich durfte neben einer älteren Dame sitzen, die mir eine gute Stunde lang von ihrer lange zurückliegenden Reise durch das winterliche Österreich vorgeschwärmt hat (”so many skiers… lovely” - naja). Ungefähr fünfzehnmal hat sie mich darauf aufmerksam gemacht, ja nicht im Juni oder Juli nach Washington zu fahren, weil es zu dieser Zeit viel zu heiß sei; Frühjahr oder noch besser Herbst seien eindeutig vorzuziehen. Meine Einwände, dass ich eigentlich gerade aus Washington komme, mir dies aber gerne für das nächste Mal merken werde, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen - um mich dann kurz darauf erneut darauf hinzuweisen.
Nach knappen drei Stunden im gewohnt gut gekühlten Zug erreichten wir New York, wo wir von einem warmen Sommerregen begrüßt wurden. Unser Plan war, mit dem Taxi zum Hotel zu fahren (drei Koffer durch die U-Bahn zu manövrieren ist langweilig) - dummerweise sind die New Yorker und auch die anderen aus diversen Zügen ausgestiegenen Menschlein ein ausgesprochen wasserscheues und überraschend flinkes Volk und waren um einiges schneller als wir an den Taxen. So haben wir uns eine gute Viertelstunde im Trockenen versteckt und auf das Ende des Regens gewartet, um uns gemütlich und trocken in Taxi zu angeln. Schlussendlich gelang uns das auch, und so erreichten wir etwas später als geplant unser Hotel, das Millenium Broadway, wo wir ein Zimmer im 49. Stock (von 52 vorhandenen) bezogen und eine recht nette Aussicht genießen konnten:
Dort haben wir einmal unsere Koffer abgeladen und uns anschließend Richtung Süden aufgemacht, um ein wenig einzukaufen. Leider hat uns der Regen den Spaß aber gründlich verdorben, und so sind wir zurück Richtung Norden gefahren, um der gnä Frau ihr Einkaufsvergnügen unter Dach zu ermöglichen. Von der Südspitze des Central Parks sind wir dann zu Fuß zurück zum Hotel spaziert, haben am Weg ein paar Burger verdrückt und dann noch ein wenig die Gegend um den Times Square erkundet.
Den Abend haben wir im Kino verbracht und uns WALL•E angesehen. Witzig war nicht nur der Film, sondern auch das Kino an sich: Freie Platzwahl macht die Sache doch gleich spannender. Außerdem scheint es Usus zu sein, bei besonders lustigen Szenen fröhlich drauflos zu applaudieren - fragt sich nur, für wen?
USA 2008 - Tag 15, Washington
- Versucht, Karten für die Führungen durch das Capitol zu bekommen - zu spät dran gewesen
- White House Visitor Center besucht, insgesamt sehr enttäuschend (ins White House selbst kommt man ohne durch seinen Congressman vereinbarten Termin nicht)
- auf den Old Post Office Tower gefahren: ein Glockenturm, der einmal das höchste Gebäude der Stadt war und im Vergleich zum Washington Monument etwas weniger voll ist
- am Navy Memorial vorbeispaziert
- International Spy Museum besucht
USA 2008 - Tag 14, Washington
Nur der Vollständigkeit halber, das Programm vom Freitag:
- National Cemetery in Arlington: unglaublich viele Gräber, unglaublich viele Leute bei den Kennedy-Gräbern (immerhin führt sogar die Touristenbus-Linie durch), unglaublich viele Leute bei der Wachablöse am Grab des unbekannten Soldaten (13:00 == schlechte Zeit zum In-der-Sonne-stehen-und-Soldaten-beobachten)
- Zum NASM gefahren und den gestern abgesperrten Rest angesehen
- Nochmal zur Library of Congress marschiert und den Giftshop besucht
- Zum Abschluss noch die National Archives besucht, in denen man die unterzeichneten Originale der Unabhängigkeitserklärung/Verfassung/Bill of Rights ansehen kann
Tageshöchsttemperatur waren lt. Weather Channel schwache 95°F beim 92% Luftfeuchtigkeit, also harmlose 35°C.
USA 2008 - Tag 13, Washington
Heute haben wir es als erste Aktion gleich mal zum Visitor Center geschafft und uns mit Stadtplänen und sonstigen Materialien eingedeckt. Leider hatte der Taxifahrer recht behalten, heute waren sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit höher, sodass wir danach eigentlich schon wieder reif für eine Dusche gewesen wären.
Für den Vormittag hatten wir uns aber im Internet Tickets für das Washington Monument bestellt (in diesem Obelisk gibt es oben eine Aussichtsterrasse, die (Gratis-) Tickets bekommt man indem man sich entweder frühmorgens darum anstellt oder sie um $1.50/Stück online vorbestellt). So haben wir uns um 10:30 mit unzähligen kleinen Kindern um die Schiessscharten-ähnlichen Fenster gerauft, um den Ausblick vom höchsten Gebäude der Stadt zu genießen. Dabei wunderten wir uns über die vielen Zelte auf der National Mall: Alljährlich findet hier das Smithsonian Folklife Festival statt, im Rahmen dessen dieses Jahr die NASA anläßlich ihres 50-Jahr-Jubiläums ihre Aktivitäten präsentiert.
Über zwei Stunden haben wir damit verbracht, uns mit verschiedenen NASA-Ingenieuren über das Space Shuttle, seinen Nachfolger und die ISS zu unterhalten. So konnte man verschiedene Shuttle-Bauteile (Hitzeschild-Kacheln, Flügelteile,…) befummeln, in die Triebwerke reinschaun und sich von einem der Triebwerk-Tester die Funktionsweise erklären lassen (in der Gegend von New Orleans steht die Anlage, in der diese Shuttle-Triebwerke vor ihren Einsätzen getestet werden; bei diesen Tests kann man auch zusehen, und außerdem “everybody has to go to New Orleans once in his life”), und mit dem Projektleiter für das Landesystem des Shuttle-Nachfolgers quatschen (das Space Shuttle fliegt bis 2010, der auf den Namen “Orion” lautende Nachfolger soll ab 2014 fliegen - die vier Jahre Pause entstehen, weil erst nach dem Ende der Shuttle-Lebensdauer Budget frei wird, um den Nachfolger fertigzustellen). Eine der Stand-Damen haben wir nachhaltig verwirrt: Sie hat uns auf Deutsch sprechen gehört, sich vielmals entschuldigt, uns leider nichts auf Deutsch erklären zu können, und uns stattdessen über ihr Auslandssemester in Lettland und den dortigen Deutsch-Unterricht erzählt. Nur wie man freiwillig während der EM aus Österreich wegfahren kann, obwohl man doch hier nirgends die Spiele ansehen kann, war ihr nicht klar - und nach meiner Aussage, dass das eigentlich volle Absicht ist, hat sich das auch nicht geändert.
Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich das eigentliche Ziel, das National Air and Space Museum. Dort verbrachten wir den restlichen Nachmittag und wurden um halb sechs umso schlimmer von der herrschenden Hitze überrascht. Zum Trost holten wir uns bei Starbucks einen Eiskaffee und marschierten in Richtung Lincoln Memorial. Am Weg dorthin passierten wir auch das “National World War II Memorial”, das erst 2004 fertiggestellt worden ist (übrigens von einem Österreicher geplant) - ganz schön groß, mit einem Springbrunnen in der Mitte, der trotz unzähliger Verbotsschilder eifrig zum Füße reinhängen genutzt wird. Vom Lincoln Memorial aus hat man einen schönen Blick auf das Washington Monument und das Capitol, also wollten wir das erstbeste Paar, das uns entgegenkam, bitten, doch ein Foto von uns zu machen. Soweit kam es aber nicht: Kaum hatte mich der schon etwas ältere Herr mich gesehen, hat er mir die Hand entgegengestreckt, laut zu lachen begonnen und sich vor lauter “Oh my gosh, nice to meet you” gar nicht beruhigen können. Nach einer knappen Minute, in der ich wirklich Angst hatte, er würde mir gleich um den Hals fallen, ist ihm mein doch etwas verwirrter Gesichtsausdruck aufgefallen: Er hat mich mit einem Herren von der Nationalgarde verwechselt, mit dem er gemeinsam gedient hat, und der mir angeblich sehr ähnlich sieht (was seine Frau auch bestätigt hat - Doppelgänger, wo bist du?). Als Air Force-Pilot war er drei Jahre lang in Bayern stationiert, so kamen wir wieder einmal in den Genuss der üblichen Schwärmereien über Österreich im Allgemeinen und Salzburg im speziellen, weil das ja wirklich eindeutig die schönste Stadt in ganz Deutschland und Österreich sei. Zu denken gibt mir jetzt halt nur, ob ich denn wirklich schon so alt wirke…
Nach dem Abstecher zur eigentlichen Lincoln-Statue im Memorial, die mit ihren knappen 6m Länge doch etwas groß geraten ist, spazierten wir entlang des Vietnam War-Memorial zum Weissen Haus. Großer Unterschied zum WW2-Memorial: Hier sind die beim anderen Memorial laut herumschreienden Schulklassen ganz still und spazieren mit gesenktem Blick vorbei. Aus sicherer Entfernung kann man dort ein wenig durch die Gitterstäbe gucken, am Gehsteig sorgt ein Polizist für Ordnung; die Japaner, die ihr Stativ aufbauen wollten, hat er gleich wieder verjagt (und als sie dann noch durch das Blumenbeet gegangen sind, da war er glaub ich kurz davor, den Taser zu zücken). Danach war es schon fast halb neun, daher machten wir uns auf den Weg zum Bus, um zurück ins Hotel zu fahren.
USA 2008 - Tag 12, Washington
Den Vormittag haben wir heute damit verbracht, unsere Koffer fertig zu packen und den Mietwagen zurückzugeben. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, noch nie ein derartig beschissenes Fahrzeug wie diesen Chevrolet HHR gefahren zu haben. Die lt. Wikipedia ca. 150PS wurden von der Automatik erfolgreich auf das Niveau von 40PS gedrosselt, was zu einer eher binären Fahrweise geführt hat: Leider hat sich die Automatik standhaft zu schalten geweigert, solange das Gaspedal nicht die Bodenplatte berührt hat, somit waren die hier etwas kurz geratenen Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn ohne dieses Manöver kaum zu bewältigen. Die atemberaubende Chevrolet-Verarbeitung haben wir ja letztes Jahr schon erlebt; dieses Jahr hatte ich Angst, dass die von meinem Knie eingedrückte Türverkleidung der Fahrertüre irgendwann nicht mehr in die Ursprungsposition zurückkehren würde… Dennoch haben wir knappe 1035 Meilen geschafft, was knappen 1666km entspricht.
Das Auto haben wir beim Ronald Reagan Airport retourniert und uns dann den Luxus eines Taxis zum Hotel geleistet, was in weiterer Folge zum Luxus eines Kofferträgers zum Zimmer geführt hat (so schnell kann man gar nicht aussteigen, um den hilfreich herbeieilenden Herren daran zu hindern, die Koffer auf seinen Wagen zu laden und in Verwahrung zu nehmen). Der Taxifahrer hat sich über meine Frage, ob es hier heute besonders heiss sei, köstlich amüsiert und gemeint, eigentlich wäre es eher kühl. Waren ja nur knappe 32°, morgen sollens 36° werden. Den nächsten Spaß hatte dann der Rezeptionist, der mich mit “I’m sorry Wuuuulfgääng, I can’t find your reservation” erschrecken wollte, vor lauter Freude über seinen Witz aber gleich ein “just kidding” rausrutschen ließ.
Wir haben uns dann in den erstbesten Bus Richtung Bahnhof gesetzt, um unsere Tickets nach New York abzuholen und ein Visitor Center zu suchen, um die üblichen Stadtpläne einzusacken und uns wegen einer Wochenkarte für den Bus schlau zu machen. Leider hat es nicht soweit gereicht, um dem Hauptbahnhof eine Tourist Information zu spendieren, auch die Dame aus dem Information-Hüttchen bei der U-Bahn war hilfreich wie eine Rolle Klopapier: Meine Frage, wo ich denn eine Tageskarte für den Bus kriegen könnte, wurde mit einem “Go upstairs” beantwortet. Auch auf wiederholtes Nachfragen, ob sie das nicht ein wenig präzisieren könne, war nicht mehr aus ihr rauszukriegen - sogar die Wiener Linien sind da hilfreicher..
Solcherart “gut” eingestimmt sind wir dann in Richtung Kapitol spaziert und haben uns den Supreme Court und die Library of Congress angesehen. Besonders die Library of Congress war innen sehr interessant; eines der Austellungsstücke war eine Gutenberg-Bibel, die in den 30ern von einem österreichischen Kloster angekauft worden war. Besonders hingewiesen wurde darauf, dass es sich nicht um das “erste gedruckte Buch” handelt, sondern um das “erste in Westeuropa mit beweglichen Metall-Lettern gedruckte Buch”. Beim Supreme Court merkte man dafür sogar den Damen im Gift Shop ihr Beamtentum an, keine Berufsgruppe sonst wirkt derartig angewidert, wenn sie etwas zu tun kriegt…
Danach wollten wir zum Visitor Center in der Pennsylvania Avenue gehen, kamen dort aber ziemlich genau 10 Minuten, nachdem es zugesperrt hat, an. Dennoch trafen wir dort den ersten hilfreichen Menschen, der zumindest einmal freundlich auf Fragen geantwortet hat, nämlich den Sicherheitsmann, der unsere Ausweise kontrollieren wollte. Etwas klüger geworden fuhren wir zurück zum Hotel, um vor dem Abendessen zu duschen - hab ich schon angemerkt, dass es neben den viel zu vielen Grad auch viel zu viele Prozent Luftfeuchtigkeit hat? Nach dem Essen kauften wir uns noch etwas zu trinken und bestaunten eine riesige Ansammlung von Polizei-Motorrädern, dezent-unauffälligen SUVs mit vielen Antennen am Dach, Herren im schwarzen Anzug mit Knopf im Ohr und Herren im schwarzen Overall mit Gewehr im Anschlag. Wer genau da bewachte wurde haben wir nicht mitbekommen, von den Umstehenden hat’s keiner gewusst - aber Hauptsache alle stehen und schauen. Ist doch auch eine interessante Abendbeschäftigung…
USA 2008 - Tag 11, Ft. Meade, Shopping
Am vorletzen Tag mit Auto ging es heute zum Fort Meade, der Heimstätte der NSA. Neben dem mit einladenden Schildern verzierten Eingang (”No Picketing! No Demonstrations!”) geht es zum “National Cryptologic Museum”, in dem die Geschichte der Ver- und Entschlüsselung von Nachrichten vom amerikanischen Bürgerkrieg über den zweiten Weltkrieg und den Koreakrieg bis hin zum kalten Krieg erläutert wird. Besonders interessant war natürlich jener Teil, der sich mit der Bedeutung der Computertechnik beschäftigt und Gelegenheit bot, endlich einmal eine der teuersten Sitzbänke zu probieren:
Nach über zwei Stunden im Museum sind wir dann zu einem Outlet-Center weitergefahren, das wir ein wenig geplündert haben. Jetzt heisst es nur noch, alles wieder in die Koffer zu bekommen…
USA 2008 - Tag 10, Philadelphia
Am Montag haben wir in Philadelphia die Gegend rund um den Independence National Park unsicher gemacht. Dort gibt es im Grunde zwei Hauptattraktionen: Die Liberty Bell und die Independence Hall.
Die Liberty Bell ist eine Glocke, die die Amerikaner von den Engländern geschenkt bekommen haben. Leider hat sie beim Transport einen Sprung davongetragen, der durch die Reparaturversuche eher verschlimmert wurde - und so ist heute eine kleine, kaputte Glocke eine der größten Touristenattraktionen (inkl Taschenkontrolle und Metalldetektor).
Die Independence Hall ist jenes Gebäude, in dem seinerzeit die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung unterzeichnet worden waren. Nebenan gibt es noch den ehemaligen Sitz des Parlaments sowie eine kleine Ausstellung mit Entwürfen dieser Dokumente sowie dem Schreibzeug, das zur Unterzeichnung verwendet worden war. Die Begeisterung der anwesenden Amis haben wir nicht ganz nachvollziehen können…
Danach haben wir uns noch einige andere historische Gebäude in der Altstadt von Philadelphia angesehen, darunter die “First Bank of the United States” und die “Second Bank of the United States”. In der Nähe des Grabes von Benjamin Franklin steht die US Mint, eine der Haupt-Münzprägeanstalten der USA. Dort kommt man nur nach Ausweiskontrolle hinein (und darf weder Fotoapparate noch Handys mit Kamera-Funktion mitnehmen), dafür kann man eine Galerie entlang der Prägemaschinen entlang wandeln.
Am Nachmittag trennten sich unsere Wege: Ich habe die Gelegenheit genutzt, mir die USS New Jersey) anzusehen. So ein kleines Schlachtschiff macht doch Eindruck, leider waren zwei Stunden fast etwas zu kurz.
Gegen Abend brachen wir wieder Richtung Süden auf und schafften es noch bis Newark in Delaware. Leider haben wir uns bei der Hotelsuche auf den zunehmend unbeliebten TomTom verlassen, der uns nur wegen des Hotels über eine mautpflichtige Brücke gelotst hat ($3!) - das noch dazu ausgebucht war…
Und um die Sache etwas nachvollziehbarer zu gestalten: Hier gibt die Reiseroute mit den einzelnen Zwischenstationen.
USA 2008 - Tag 9, USS Nautilus, Yale, Philadelphia
Direkt neben der “Naval Submarine Base New London” liegt das U-Boot-Museum der US Navy. Neben einer (für 50% der Anwesenden) sehr interessanten Ausstellung über U-Boote und Technik gibt es hier das erste Atom-U-Boot der Amerikaner zu besichtigen, die USS Nautilus. Nachdem uns einer der Museums-Betreuer für Deutsche gehalten hat und wir ihm erklärt haben, dass das so nicht stimmt und wir aus Österreich sind, hat dieser in Erinnerungen an seine 6 oder 7 Jahre vergangene Österreich-Reise geschwelgt; ausser Salzburg und Wiener Mehlspeisen ist ihm aber nicht viel in Erinnerung geblieben. Jedenfalls hat er uns eindringlich zu einem Film namens “Das Boot” (ausgesprochen wie der Stiefel, was die Erleuchtung etwas verzögert hat) geraten, der eindeutig der beste Film über U-Boote sei, und er spreche da aus Erfahrung, schließlich war er lange genug auf ebensolchen unterwegs…
Statt der im Folder veranschlagten Stunde brauchten wir insgesamt fast dreimal so lange für Museum+Schiff, und so brachen wir am frühen Nachmittag zur längsten Etappe unserer Reise auf. Nach einem kurzen Zwischenstopp in New Haven, um ein wenig zwischen den Gebäuden der Yale University herumzulaufen und etwas zu essen, sind wir bis nach Philadelphia gefahren.
Der direkte Weg wäre, laut Routenplaner, durch New York City verlaufen - die Kombination aus Sonntag Abend und New York hat uns dann veranlasst, doch einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen; so sind wir “oben umi” über Nyack und Nanuet (keine Tippfehler) gefahren und dann quer durch New Jersey bis nach Philadelphia. Den Großteil des Weges legten wir auf verschiedenen Mautstrecken zurück, nur die Tarife waren etwas undurchsichtig: So haben wir z.B. für 60km $2 gezahlt, kurz darauf für 1km 1$… Naja, man muss ja nicht alles verstehen. In Summe haben wir den Staat New Jersey um $4,05 bereichert.
Der Weg zum Hotel in Philadelphia war geprägt von vielen Ampeln und viel zu späten Ansagen vom Navi, zum großen Erstaunen von 50% der Anwesenden erreichten wir unser Hotel trotzdem in einem Stück. Aufgrund der Tripadvisor-Bewertungen haben wir uns für das Alexander Inn entschieden, das wirklich angenehm zentral gelegen war, uns dafür mit einem relativ hohen Lautstärkepegel schonmal auf Washington und New York eingestimmt hat. Bemerkenswert war nur der passiv-aggressiv-unfreundliche Rezeptions-Mensch, dem Antworten mit mehr als zwei Wörtern kaum zu entlocken waren…
USA 2008 - Tag 8, Mystic Seaport
Beim Frühstück im Hotel in Fairhaven hatten wir uns wieder einmal sehr darüber gewundert, was man nicht alles als Frühstück betrachten kann: Ein entfernt einem English Muffin ähnlich sehendes Gebäckstück, eingeweicht in Haferflocken-Schlatz… Pfui. Danach sind wir aufgebrochen, um weiter Richtung Westen zu fahren - nicht ohne uns vom Navi ein wenig pflanzen zu lassen: “Ausfahrt rechts vor Ihnen”, “Bleiben Sie links”, “Nehmen Sie die Ausfahrt” - was dann schwer möglich war, weil ich schon dran vorbei war und so 10km Umweg fahren durfte. Dummer TomTom!
Nach einigen Meilen hatten wir Providence im Bundesstaat Rhode Island (und sind am Weg dorthin an der Battleship Cove vorbeigefahren…) erreicht. Es hätte dort zwar auch ein russisches U-Boot zu besichtigen gegeben, wir sind aber in die Innenstadt gefahren und haben uns bei einem kurzen Spaziergang rund um das State House (mit der viertgrößten Kuppel der Welt auf dem Dach) die Beine vertreten.
Als für beide Seiten akzeptable Alternative zur Battleship Cove hatten wir uns den Mystic Seaport entschieden: Dort gibt es verschiedene Segelschiffe, darunter auch ein altes Walfangschiff, zu besichtigen, und es wird auch auf allgemeine Themen wie den Schiffbau an sich und die Geschichte der amerikanischen Seefahrt (kriegsschifflos) eingegangen. Wir verbrachten den Nachmittag damit, die Ausstellungen und die Schiffe zu erkunden, und machten uns dann nach dem Ende der Öffnungszeit auf die Suche nach einem Hotelzimmer.
Völlig unerwartet ist Samstag ein beliebter Ausflugstag und so waren in Mystic selbst alle Hotels (bis auf einige Raucherzimmer) ausgebucht. Macht aber nichts, da wir ja ein Auto haben entschieden wir uns eben für ein Hampton Inn eine Autobahnabfahrt weiter. Zum Abendessen sind wir wieder nach Mystic zurückgefahren und haben es uns im Steak Loft gut gehen lassen. Abschließend sind wir noch zu einem Leuchtturm gefahren und wollten ein wenig auf die Stadt und das Meer hinuntersehen - im Nebel hatten wir aber beinahe Probleme, zurück zum Auto zu finden…
USA 2008 - Tag 7, Cape Cod
Kurzfassung:
- von Plymouth nach Cape Cod gefahren
- dort entlang der Küste rauf bis zur National Seashore (Nationalpark) und nach Provincetown
- die zahlreichen Strände entlang der Strecke genutzt, um einige Male die Zehen in den Atlantik zu hängen
- über Provincetown gewundert: besteht im Wesentlichen aus einer Straße mit vielen Shops und ein paar weiteren Straßen mit ein paar B&Bs.
- danach noch bis Fairhaven gefahren und dort im Holiday Inn Express eingekehrt
- wenn man scharf bremst, dann fallen im Auto die Rücksitze um und die Koffer rutschen vor - Feature?
- Gutschein von JetBlue bekommen: 148$ pro Person, also mehr als das doppelte von dem, was wir zusammen gezahlt haben… leider nur ein Jahr gültig. Will see.
Hier gibts ein paar Fotos. Zu mehr reicht’s heute nicht, ich muss meine Spareribs verdauen…
USA 2008 - Tag 6, Plymouth
Nach dem Frühstück stand heute als erste Aktion ein konspiratives Treffen zur Repatriierung meines Geldtaschls am Plan. Der Manager hatte mir gestern zugesagt, mich anzurufen nachdem er aufgestanden war - was natürlich nicht passiert ist. Um 10 bin ich dann doch ungeduldig geworden und wollte den guten Mann einmal anrufen, habe aber leider nur die Sprachbox erreicht (”We are locating the Nextel customer you are trying to reach” - ein einfaches Klingeln ist wohl zu profan). Er hat aber sofort zurückgerufen, sodass wir unser Treffen bei einer Tankstelle ungefähr auf halbem Weg zwischen Plymouth und Boston arrangieren konnten.
Wir waren überpünktlich dort, meine Geldbörse samt Chauffeur hat sich verspätet - vielleicht liegt meine notorische Unpünktlichkeit also gar nicht an mir…? Jedenfalls bin ich mehr als nur glücklich, meine ganzen Karten usw. relativ schnell wiederzuhaben; ohne den aufmerksamen Deutschen hätte ich wohl länger warten können.
Den Nachmittag verbrachten wir auf der “Plimouth Plantation”, einem Freilichtmusueum, in dem das Leben von Indianern und Einwanderen gezeigt wird. Das Lustige daran ist, dass sowohl Siedler als auch Indianer in den jeweiligen traditionellen Gewändern herumlaufen; während die Indianer (sogar richtige Native Americans) aber “normal” sprechen und eher als Führer agieren, sind die Siedler als Rollenspieler unterwegs und sprechen nicht nur wie im 17. Jahrhundert, sondern spielen so richtig 1620, angefangen vom zeitgenössischen Essen bis hin zum tagesaktuellen Geschehen. Da die Rollenspieler als Erklärbären agieren gibt es keine Schautafeln oder sonstige Erklärungen; das ist vor allem dann lästig, wenn die Fragesteller, die vor einem drankommen, richtig tiefschürfende Themen à la “Were you married when you came over? What was your maiden name?” usw. behandeln. In Summe war die Plantation nicht uninteressant, aber eben doch ein wenig in Richtung Disneyland tendierend…
Danach fuhren wir weiter zur “Mayflower II”, der Rekonstruktion jenes Schiffes, mit dem die Pilgrims seinerzeit über den Atlantik geschippert sind. Nach einem Spaziergang durch die Downtown von Plymouth machten wir uns dann auf den Weg zur Independence Mall, um ein paar Einkäufe zu erledigen und Verkäuferinnen bei Macy’s zu verwirren: Die konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sich über die Benzinpreise in den USA freuen kann (umgerechnet ca 0,77€/l für Normalbenzin)…
Zum Abendessen genehmigten wir uns heute Pizza (”extra cheese” == extra viel Fett, dass rundum runtertropft) und verstanden nachher, warum der örtliche Bestatter auf den Unterlegern für die Restaurant-Tabletts wirbt. Nach einem kurzen Spaziergang hatte aber ein Eis auch noch locker Platz ;)