the g.

sinnvolles & sinnloses

Archive for the ‘boston’ tag

USA 2008 - Tag 5, Boston+Plymouth

with 2 comments

Heute haben wir unseren letzten Tag in Boston verbracht. Da wir unser Mietauto erst um 13:00 abholen konnten, haben wir den Vormittag genutzt, um zum Harvard Square zu fahren und dort ein wenig “Uni schaun” zu gehen. Um halb zwölf haben wir dann aus dem Hotel ausgecheckt und sind zum Flughafen gefahren, um unser Auto abzuholen.

Die Mietwagenfirmen sind nicht direkt in den Terminals angesiedelt, man muss mit dem richtigen Shuttlebus zu seinem Vermieter fahren. Leider fahren diese Busse die U-Bahn-Station nicht an, so sind wir eben zum erstbesten Terminal gefahren und von dort mit dem Shuttle zur National-Niederlassung. Nach kurzer Wartezeit hatten wir den Papierkram erledigt und konnten uns ein Auto aussuchen, aber in der bezahlten Kategorie (”Intermediate”) war nichts verfügbar, daher durften wir uns einen Wagen aus der nächsthöheren Kategorie aussuchen (”Fullsize”). Leider war die Auswahl auch hier überschaubar, es gab nämlich genau zwei (deswegen durften wir nicht in die nochmal eins höhere Kategorie wechseln, da ja zwei verfügbar waren): Ein Chevrolet Impala und ein Chevrolet HHR. Prinzipiell hätte uns der Impala besser gefallen, aber derjenige, der den Kofferraum konstruiert hat, gehört erschlagen: Die Ladekante in ca. Hüfthöhe macht mit einem nicht ganz leichten Koffer relativ wenig Spaß. So sind wir nach einem kurzen Probesitzen doch in den HHR gewechselt, der innen genauso grauslich aussieht wie aussen und das Motorengeräusch locker mit dem Gescheppere im Innenraum übertönt. Naja, immer ein neues Auto bekommen zu wollen ist wohl etwas vermessen.

Wir sind dann mal nach Norden gefahren und haben uns in Lexington ein Museum über die Anfänge des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges angesehen, das von der Bostoner Freimaurer-Loge errichtet worden war - ein Umstand, der in jedem Raum mindestens dreimal erwähnt wurde. Nach einem kurzen Abstecher nach Concord sind wir dann nach Plymouth weiter, was dank des Nachmittagsverkehrs etwas länger als geplant gedauert hat.

Leider hatte der Impala den großen Vorzug einer Mittelarmlehne mit einem einladenen Ablagefach, das ich natürlich prompt genutzt habe, um meine Geldbörse drinnen zu verstauen. Nur daran, es auch wieder mitzunehmen, hab ich nicht gedacht… Dummerweise bemerkt man solche Sachen ja nicht sofort, sondern erst dann, wenn man 60km entfernt ist. Gott sei Dank hat der Impala-Mieter (lt National-Mensch ein Deutscher, Zufälle gibts) sich auch darüber gewundert, warum in seiner Mittelarmlehne eine fremde Geldbörse herumlungert, und hat sie zurück zur National-Niederlassung gebracht. Morgen in der Früh werd ich mich also auf halben Weg zwischen Boston und Plymouth mit dem Branch Manager treffen, der mich hoffentlich etwas näher an meine Kreditkarten bringt…

Written by gotti

June 18th, 2008 at 10:00 pm

Posted in ausflüge

Tagged with ,

USA 2008 - Tag 4, Boston

without comments

Der heutige Morgen brachte eine große Überraschung: Sonne und blauer Himmel! Ein richtig ungewohnter Anblick, bis jetzt waren wir hier eher herbstliches Grau-in-Grau gewohnt. So fiel es uns etwas leichter, schon um halb acht zum Hafen aufzubrechen. Nach fast 1,5 Stunden Fahrt auf einem Katamaran hatten wir schließlich unser Ziel erreicht: Das “Stellwagen Bank Marine Sanctuary”, wo wir fast eine Stunde lang Wale beobachten konnten. Es ist überraschend faszinierend, so einem Autobus-grossen Buckelwal beim Herumplantschen zuzusehen; am Ende hatten sich sogar drei Wale bemüht, uns eine nette Show zu bieten. Natürlich habe ich wieder einmal unterschätzt, dass man am Wasser viel schneller einen wirklich schönen Sonnenbrand ausfasst und mache jetzt den in dieser Gegend allgegenwärtigen Hummern ernsthaft Konkurrenz.

Danach starteten wir einen neuen Versuch, die USS Constitution zu besichtigen, und waren dieses Mal sogar erfolgreich. Da es sich dabei um das älteste Navy-Schiff handelt, wird man natürlich stilecht von lustig gekleideten Seemännern durchgeführt, und darf sich über Airport-like Sicherheitskontrollen freuen. Das Schiff selbst kann leider momentan nur im Rahmen der Führung besichtigt werden, da man aufgrund laufender Renovierungsarbeiten nicht alleine herumlaufen darf. So waren wir relativ schnell wieder fertig und am Weg zum Prudential Center, einem Hochhaus mit einer Aussichtsplattform im 50. Stock. Oben hatten wir dann Gelegenheit zu einer kurzen Bestandsaufnahme, um mal zu checken, was es noch zu sehen gilt. So entschlossen uns zu einem kleinen Spaziergang zur Boston Public Library und weiter zum Boston Common, von wo wir mit der U-Bahn zum MIT fuhren, um die - zumindest von oben witzig anzusehenden - Gebäude zu besichtigen. Leider machte sich da dann die Schattenseite des Sonnenscheins bemerkbar: Es war uns einfach zu heiß, um noch großartige Runden zu drehen, und so marschierten wir gemütlich zum Hotel (das lag einfach um einiges näher).

Den Weg zum Abendessen bahnten wir uns durch Massen von Boston Celtics-Fans: Am Abend fand nämlich das entscheidende Final-Spiel gegen die LA Lakers statt. Gegen halb neun kamen wir schlußendlich doch zum Quincy Market und besorgten uns etwas zum Essen - aber leider nichts zu trinken, was sich noch rächen sollte, da uns nach neun niemand mehr etwas verkaufen wollte (und zum McDonalds wollten wir nicht, da eine Menschentraube aus Celtics-Fans dieselbe Idee hatte). Nach einem kurzen Spaziergang wurden wir dann doch noch fündig und kehrten beim 7-Eleven ein; am Weg hatten wir noch Spaß mit einem Celtics-Fan, der sich bei uns erkundigt hat, ob sein Parkplatz relativ nahe an einer Kreuzung wohl “safe” sei - unser “well, should be” hat ihm als Bestätigung aber gereicht…

Written by gotti

June 17th, 2008 at 12:00 am

Posted in ausflüge

Tagged with

USA 2008 - Tag 3, Boston

without comments

Begrüßt wurden wir heute morgen von einem Hotel-Hausmeister, der uns unsere neuen Zimmerschlüssel bringen wollte, da wir uns ja ausgesperrt hätten. Aha? Schlußendlich ließ er sich doch überzeugen, dass wir das Zimmer noch nicht verlassen haben und uns auch nicht ausgesperrt haben, da wir ja sonst wohl kaum im Zimmer wären… Sehr seltsame Gespräche am frühen Morgen.

Da uns das überraschend schlechte Wetter momentan so ziemlich alle Outdoor-Aktivitäten erfolgreich verleidet sind wir nach einem kurzen Frühstück bei “Au bon pain” zur John F. Kennedy-Library gefahren. In den USA wird für Präsidenten nach ihrer Amtszeit eine “presidential library” errichtet, in der für die Nachwelt interessante Aufzeichnungen und andere Materialien aufbewahrt werden (auch die George W Bush Library wird schon geplant). Meistens ist daran auch gleich in Museum angeschlossen, in dem der jeweilige Präsident ins rechte Licht gerückt wird - so auch für JFK. Angefangen von seiner Jugend über die Zeit als Torpedoboot-Kapitän bis hin zu seiner Kandidatur als Präsident und schließlich natürlich seiner Präsidentschaft an sich wird das Leben von Kennedy sehr ausführlich geschildert - überraschend kurz ausgefallen ist aber der Teil zum Dallas-Attentat, der sich im Wesentlichen auf einige Fernsehmitschnitte beschränkt.

Danach ging es wieder zurück ins Zentrum und weiter zur USS Constitution, die aber in schöner Museums-Tradition Montags geschlossen hatte. So mussten wir mit der nebenan liegenden USS Cassin Young Vorlieb nehmen, einem Zerstörer aus dem zweiten Weltkrieg, der aber seinerseits zu einem großen Teil wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist und uns so gerade die interessanten Schiffsteile vorenthalten blieben.

So brachen wir zur weiteren Planung relativ früh wieder zurück in Richtung Hotel auf und kamen gegen 17:00 an - gerade rechtzeitig, um uns über die grandiose Leistung unserer Fußballer zu wundern, offenbar hilft es doch wenig, gute Ergebnisse schon in Voraus herbeizureden… Zum Abendessen fuhren wir wieder zurück in die Stadt und kehrten in einem “American Grill” ein, wo wir uns als schlampige Speisekartenleser darüber wunderten, eine Vorspeise serviert zu bekommen. Geschmeckt hat’s trotzdem, wenngleich wir dank der Vorspeise die Portionsgrößen etwas falsch eingeschätzt hatten. Zum Trost sind wir am Heimweg noch in die neben dem Hotel gelegene Shopping Mall abgebogen, in der mir ganz zufällig ein neues Objektiv in die Tasche gehüpft ist…

Written by gotti

June 16th, 2008 at 3:57 am

Posted in ausflüge

Tagged with

USA 2008 - Tag 2, Boston

without comments

Da wir beide nach 28 Stunden auf den Beinen doch etwas fertig waren, hat es bis 12:30 gedauert, bis wir uns einmal aus dem Bett geschält haben. Nach der Dusche machten wir uns auf zur U-Bahn (die eigentlich eine Straßenbahn ist), und deckten uns beim erstbesten Dunkin Donuts mit Frühstück ein. Wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen, von jedem dauernd nach dem eigenen Wohlbefinden gefragt zu werden, und auch sonst waren die beiden DD-Bedienungen wohl ebenso verwirrt von uns wie wir von ihren dauernden Gegenfragen.

Vorige Woche war hier Hitzewelle, mittlerweile sind die Temperaturen eher herbstlich, und auch die Sonne hat sich nicht blicken lassen. Das störte uns aber wenig (zum Marschieren brauch ich kein 35°), und so nutzen wir die Gelegenheit, zuerst einmal die Waterfront zu erkunden und dann am Freedom Trail einmal quer durch die Stadt dahin zu spazieren. Am Weg haben wir uns noch über die Darbietungen von Al “The Human Knot” amüsiert, der sich hauptberuflich durch Tennisschläger und Klobrillen zwängt. Leider sind die Tage so kurz, wenn man gleich die Hälfte verschläft, aber das war dringend notwendig…

Written by gotti

June 15th, 2008 at 4:53 am

Posted in ausflüge

Tagged with

USA 2008 - Tag 1

without comments

Trotz Jobwechsel ist auch dieses Jahr Urlaub angesagt, es geht wieder einmal nach Bushistan: Flug bis New York und von dort weiter nach Boston, dann mit dem Auto nach Washington DC, und von dort dann mit dem Zug zurück nach New York. Aufgebrochen sind wir am 14.6. zu wirklich unmenschlicher Stunde (4:00), da wir ein AUA-Angebot gebucht hatten, das nur von Deutschland aus gültig war, uns dafür aber eine Strecke in der Business-Class ermöglicht.

So ging es von München aus zuerst nach Wien, und von dort dann weiter nach New York. Die Versuche der AUA, sich als Osteuropa-Airline zu profilieren tragen offenbar Früchte: die Sitze rund um uns waren mit Aserbaidschanern gefüllt, die binnen kurzer Zeit die Wodka-Vorräte geleert hatten (ich hätte ja nie gedacht, dass an solchen Klischee wirklich etwas dran ist). Sie hatten zwar ihr eigenes Essen mitgebracht, das sie vor- und nach dem Flugzeug-Futter genüßlich verspeisten, zu Trinken hatten sie aber nichts dabei… Abgesehen von etwas lauten Unterhaltungen in absolut unverständlicher Sprache und der Erkenntnis, dass die AUA-767 innen wirklich ordentlich häßlich sind, hatte der Flug also wenig Aufregung zu bieten.

Die Einreise in die USA hätte problemlos sein können, wenn man nicht beim Ausfüllen der Formulare die ganzen wichtigen Fragen, ob man denn von 1939 bis 1945 ein KZ beaufsichtigt habe oder das Ausüben krimineller Machenschaften beabsichtige, übersehen würde. So kann man sich dann von einem überaus unfreundlichen Beamten anmotzen lassen (”Have you got a pen for me so I can answer them right now?” “Why don’t you go find your own one, I need this one to do my work”). Beim Zoll-Formular hatte ich dann auch noch auf die Flugnummer vergessen, da war ich wohl zu sehr mit dem Belauschen der Aserbaidschaner beschäftigt…

Den Flug von New York nach Boston hatten wir bei JetBlue gebucht, einem amerikanischen Billigflieger. Wir hatten uns bei zwei möglichen Flugzeiten (17:15 oder 19:05) für die spätere entschieden, da wir lt. Plan erst um 15:00 landen hätten sollen und vermeiden wollten, bei eventuellen Verzögerungen gleich in Panik verfallen zu müssen (beim ersten NY-Besuch hatten wir bei der Einreise ziemlich lange gebracht). Klarerweise standen um 16:00 beim JetBlue-Terminal und hätten den 17:15-Flieger also gemütlich erwischt. So vertrieben wir uns halt die Zeit, bis wir schließlich um 18:30 unser Flugzeug besteigen durften.

Man kann über JetBlue sagen was man will, die Maschinen sind recht angenehm: Breite Sitze, großer Abstand, angenehme Farben (kein Kanarienvogel-Gelb à la Ryanair). So verließen wir planmäßig das Gate - und blieben dort stehen, wo wir hingeschoben worden waren. Vor dem Fenster wurde die Schlange wartender Flugzeuge rund um uns immer länger, und nach einer halben Stunde kam einmal eine Durchsage des Piloten, es wären sehr viele Maschinen vor uns, wir müssten uns noch ein wenig gedulden. Nach weiteren 15 Minuten kam die nächste Durchsage: Aufgrund eines nahenden Gewitters seien zwei Rollbahnen geschlossen worden, wir müssten also warten, bis der Tower diese wieder freigeben. “Make yourself comfortable, we’ll be here for a while”. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:

Wir waren wirklich erleichtert, überhaupt noch nach Boston zu kommen: Nach fünf Stunden Wartezeiten hätten wir nämlich zum Gate zurückkehren müssen, was wir dort dann tun hätten sollen wussten auch die Stewardessen nicht (am Boden schlafen?). Versorgt wurden wir mit Wasser und Chips, was anderes sei nicht an Bord und auch nicht zu kriegen (”what are we supposed to do, taxi to the next Wendy’s?”) - optimal, wenn man das Abendessen eigentlich in Boston eingeplant hätte. Abgesehen von zwei schreienden Kindern war es aber bewundernswert ruhig im Flugzeug; ich habe mir die Zeit damit vertrieben, Terminator 3 und Transporter 1+2 zu gucken und ein wenig mit den Stewardessen zu quatschen. Eine hat mir geraten, das nächste Mal doch mit dem Bus zu fahren, kostet nur $15, man sieht mehr von der Landschaft und sie fahren auch bei Regen und Gewitter…

In Boston leisteten wir uns dann ein Taxi vom Flughafen zum Hotel. Wir haben uns hier im Hotel Marlowe einquartiert, weil das einfach das günstigste noch halbwegs zentral gelegene Hotel war (dafür liegt es nicht direkt in Boston, sondern in Cambridge - einmal über den Fluß drüber also). Beim Check-In bekamen wir noch einen Gutschein für die Minibar und bezogen dann unser Robert Mugabe-Gedenkzimmer:

Written by gotti

June 14th, 2008 at 4:13 am

Posted in ausflüge

Tagged with , ,

Close
E-mail It