Archive for the ‘kanada’ tag
Kanada / Niagara Falls - Heimreise
Wir begannen unseren letzten Tag wieder relativ bald, um noch vor der großen Check Out-Menge aus dem Sheraton draussen zu sein und bald unsere Fahrt nach Toronto anzutreten. Die hauptsächliche Kundschaft im Sheraton lässt sich übrigens unschwer erahnen:
Zuerst war aber mal Frühstück bei Tim Hortons angesagt, danach ging’s dann noch in ein paar Shopping Center neben der Autobahn, um noch Bücher und Kopfhörer zu kaufen.
Ich hatte eigentlich befürchtet, viel zu bald in Toronto zu sein und bis zur Auto-Rückgabe um 14:00 sinnlos in der Gegend herumkurven zu müssen, aber einige hilfreiche Staus halfen kräftig mit, genügend Zeit am Weg liegen zu lassen. Schließlich kamen wir um kurz vor eins beim Flughafen an (nachdem ich mit dem Drüberschneiden über vier Spuren ein paar Kanadier zum Hupen brachte - aber dann sollens gefälligst ihre Schilder früher aufhängen, und nicht erst über der Abfahrt!) und nutzten die Gelegenheit, bei “The Keg”, einem sehr guten Steakhouse-Franchise, noch ein schnelles Steak zu verzwicken.
Der Weg zur Autorückgabe war etwas steinig: Das Terminal, bei dem die ganzen Vermieter beheimatet sind, besitzt zwei Zufahrtsebenen, einmal für Ankunft und einmal für Abflug. Ich bieg natürlich zielsicher Richtung Abflug ab - schließlich flieg ich ja weg -, aber leider scheinen die Vermieter dieser Logik nicht zu folgen und haben sich alle auf der Ankunfts-Ebene angesiedelt. Der Weg runter ist nicht so einfach wie man glauben möchte, sondern war mit ca. 4km Umweg über die Autobahn verbunden - alles kein Problem. Um 1:55 (bis um 2 haben wir den Kübel wieder zurückgeben müssen - fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit!) waren wir unseren Chevrolet wieder los. Übernommen hatten wir ihn mit 430km, zurückgegeben haben wir ihn mit 2060km auf dem Zähler - 1600km in einer Woche hat mich doch fast etwas erschüttert.
Nachdem wir die Rückgabe gemeistert hatten ging’s zum Check-In, bei dem der Schalter-Mann auf jeden unserer Koffer ein hübsches “HEAVY”-Band befestigte. Zu zahlen war nichts, scheinbar geht es dabei eher darum, die Koffer-Schupfer vor Überraschungen zu bewahren…
Die AUA-Hotline hatte mir beim Bestätigen des Rückflugs eindringlich geraten, doch bitte 4 Stunden (!!!) vor Abflug am Flughafen zu sein - auf gar kein Fall nach 14:20, weil das gehe sich unmöglich aus! Um 14:45 hat der Check-In-Schalter dann schlussendlich mal geöffnet, wir sind dann um 16:00 mal gemütlich durch die Sicherheitskontrolle gewatschelt, die inkl. Anstellen ca. 5 Minuten gedauert hat - also entweder war ich am falschen Flughafen, oder die AUA-Frau legt es darauf an, arme Passagiere zu verarschen (bei uns war es ja egal, weil sowieso das Auto auch zurückgegeben werden musste).
Ich hab mein Poster natürlich wieder als Großgepäck aufgeben müssen und diesmal auch dafür unterschreiben müssen, dass ich die AUA von jeder Verantwortung für Schäden entbinde. Andere Leute sind mit ähnlich großen Rollen im Handgepäck problemlos durchgekommen - vielleicht hätte ich mich doch vorher rasieren sollen, um die PAR-Rohr-Assoziation zu zerstreuen? Generell ist es aber faszinierend, was alles (sowohl hinsichtlich der Größe als auch der Menge) als Handgepäck durchgeht - teilweise sind Leute mit zwei Trolleys und drei Taschen eingestiegen und haben natürlich für Protest gesorgt, weil sie damit die Fächer im Flieger über Gebühr anfüllen…
Der Flug selber wartete natürlich wieder mit dem obligatorischen Gewitter zum Abendessen und den schreienden Kleinkindern auf. Irgendjemand muss behauptet haben, ein schreiendes Kind durch das ganze Flugzeug zu tragen bringt es dazu, irgendwann aufzuhören - jedenfalls hat eine Dame das mit bewundernswerter Konsequenz praktiziert und so ziemlich jeden damit wachgehalten. Aber alles geht irgendwann vorbei, und nach einem Zwischenstop in Wien (den wir fernab des gemeinen Volkes in der Diners-Lounge verbracht haben) erreichten wir endlich Linz.
Und ab jetzt gibt es wieder kürzere Einträge, lest ja sowieso keiner :p
Kanada / Niagara Falls - Reisebericht Tag 15
Dank unserer auf 07:30 vorverlegten Tagwache schafften wir es, um 8:00 unterwegs zur Anlegestelle der “Maid of the Mist” zu sein: Im Wesentlichen geht’s dabei darum, bis auf die Knochen naß zu werden, indem man von einem kleinen Schifflein in die Gischt der beiden Fälle transportiert wird. Wir schafften es auf das erste Boot, das Gott sei Dank relativ leer war - so konnten wir in Ruhe die zweite Dusche des Tages absolvieren.
Ausgestattet wird man dabei mit stylischen blauen Plastik-Regenmänteln:
Da wir ohnehin schon naß waren beschlossen wir, die Chance auf eine zünftige Lungenentzündung zu vergrößern, und wanderten gleich weiter zur “Journey behind the Falls”. Dort kann man mit einem Lift bis fast zum Niagara River runter fahren und am Fuß des Horseshoe Fall stehend die Wassermaßen aus der Nähe begutachten. Wichtiger Unterschied: Das Waser ist saukalt und man bekommt gelbe Mäntel anstelle der blauen:
“Behind the falls” kommt man auch und kann von zwei Portalen aus die Rückseite des Wasserfalls besichtigen - ziemlich weiß und nicht so aufregend.
Die Regenmäntel sind wahrlich eher zur Zierde da, daher hielten wir eine heiße Dusche zum Aufwärmen für angebracht. Damit hatten wir alles gesehen, was in Niagara Falls von Interesse schien - daher brachen wir in Richtung Niagara-on-the-Lake auf. Am Weg dorthin machten wir noch bei den “Whirlpool Rapids” halt, ein paar sehr wilden Stromschnellen, die für ganz beachtliches Getöse sorgen.
Niagara-on-the-Lake ist ein sehr nettes Städtchen, aber eher als Tourismusort für Reichere konzipiert. Wir spazierten eine Stunde lang herum, warfen einen Blick auf den Lake Ontario und die Mündung des Niagara River, und die gnä Frau bekam endlich ihre heiß ersehnten Crocs.
Am Rückweg nach Niagara Falls brach die Apokalypse über uns herein: Wenn man trotz Scheibenwischer auf der zweiten Stufe vor lauter Wasser auf der Scheibe nichts sieht ist es eine gute Gelegenheit, mal eine kurze Pause neben der Straße einzulegen und das Schlimmste abzuwarten. Die etwas abschüssigen Straßen hatten sich in Sturzbäche verwandelt und sorgten für stellenweise ganz ordentliche Wassermassen auf den Straßen. Als der SUV vor mir bis zur Oberkante der Reifen im Wasser verschwand entschied ich mich, einen kleinen Umweg über eine der Seitenstraßen zu wagen - so kamen wir noch ein wenig in Niagara Falls herum, fanden aber doch wieder in das Hotel zurück.
Wir bummelten noch ein wenig durch die unzähligen Gift Shops und sahen uns dann nochmals die beleuchteten Fälle an:
Den restlichen Abend verbrachten wir damit, unsere Koffer zu packen und uns über die angehäuften Massen an Prospekten, Karten und ähnlichem Krimskrams zu wundern…
Kanada / Algonquin Park + Niagara Falls - Reisebericht Tag 14
Den Vormittag verbrachten wir nach dem Frühstück damit, auf dem Dock vor unserem Häuschen in der Sonne zu sitzen. Nach dem Auschecken marschierten wir noch über zwei Wanderwege und starteten schließlich gegen 16:00 unsere Reise Richtung Niagara Falls (wobei die Aussprache korrekterweise “Niägra” lautet, so wie die Kanadier generell etwas schlampig sind: “odawa”, “toronno”). Mit 110km/h am Tempomat eingestellt gemütlich dahinzurollen ist ja eigentlich ganz angenehm - wenn man nicht am Weg durch Toronto in einen Stau gerät, der noch dazu von einem ordentlichen Platzregen begleitet wird.
Niagara Falls ist ein ziemliches Kontrastprogramm zur Natur-Idylle im Park: Die Fälle an sich stehen nicht wirklich im Vordergrund, der Fokus liegt anscheinend schon mehr auf Casinos, Geisterbahnen und Souvenirshops. Wir haben uns via Hotwire.com zielsicher im “Sheraton on the Falls” einquartiert - das lag leider nicht nur on the Falls, sondern auch am Beginn des mit Warnschildern gekennzeichneten “Tourist Area” am Clifton Hill (im Reiseführer treffend als “Vergnügungsviertel” tituliert).
Um den Hunger zu stillen ging’s aus Mangel an Alternativen zum Burger King, der aber fest in den Händen von pubertierenden Kindern ist: Statt brav zu hackeln und schweigend Essen auszugeben nutzen diese jede Gelegenheit, an der Kasse mit ihren Freundinnen zu plaudern. Hmpf.
Abschließend spazierten wir zu den Fällen (=”wurden wir von den Menschenmassen herumgeschoben”), die des Nächtens farbig beleuchtet werden - zufälligerweise fand auch ein kleines Feuerwerk statt, das natürlich wunderbar zur Disneyland-Atmosphäre passte. Danach fielen wir relativ fertig ins Bett.
Kanada / Algonquin Park - Reisebericht Tag 13
Die Nacht in unserem Notlösungs-Quartier hatten wir auf den ersten Blick unbeschadet überstanden (auch wenn ich mittlerweile etwas entdeckt habe, das stark an Bettwanzen-Bisse erinnert, zumindest den Fotos im Internetz zufolge - ich werd’s trotzdem als Mosquito-Stich verbuchen). Frühstück haben wir uns auch noch in Whitney genehmigt, danach ging’s weiter zum Algonquin Park.
Mitten durch den Park führt ein Highway (ungefähr auf Bundesstraßen-Level) - solang man auf dieser Straße bleibt ist der Spaß gratis, bleibt man stehen, um einen Wanderweg zu gehen o.ä., braucht man eine Parkerlaubnis, die man um $13/Tag kaufen darf. Oder man macht’s wie wir und bucht eine Nacht bei einer der Unterkünfte im Park, dann kriegt man die Parkerlaubnis gleich mit.
Nach einigen Zwischenstops zum Information einholen und um mal einen ersten Eindruck zu gewinnen erreichten wir unser Quartier, der Bartlett Lodge. Die Lodge besteht aus 12 Holzhäusern, die via Wassertaxi über einen See zu erreichen sind. Über ein Telefon an der Anlagestelle kann man sich seinen Transfer wünschen, der dann nach angemessener Wartezeit in Gestalt eines Motorbootes angebraust kommt und einen rüberschippert. Wir bekamen das größte Haus (mit drei Schlafzimmern), weil halt kein anderes frei war - aber gut, uns hat es nicht gestört, da der Preis sowieso pro Person berechnet wird (und sowieso hoch genug war).
Den Nachmittag nutzten wir, um einige der Wanderwege zu gehen und die Natur zu genießen. Vor dem Abendessen lungerten wir am See herum und staunten über die frechen Streifenhörnchen, die wilde Kämpfe mit Eichhörnchen austragen, danach wagten wir uns noch eine Stunde lang mit einem Kanu auf das Wasser - für das erste Mal lief es gar nicht schlecht (nicht gekentert, keine Ertrunkenen) und machte erstaunlich viel Spaß; und das, obwohl die Sache durchaus an Sport grenzt!
Das Dinner in der Lodge war im Endeffekt ein viergängiges Menü, wobei man jeden Gang aus fünf Alternativen wählen konnte. Wir haben den Altersdurchschnitt dabei ganz ordentlich gesenkt, das Essen war aber ausgezeichnet - auch wenn Hummer nicht meine Leibspeise werden wird und die gnä Frau das erste Mal eine Nachspeise mit Schokolade als Zutat fast nicht aufgegessen hat (”flourless chocolate cake” = 300g Tafel Schokolade in Kuchenstück-Form, oder so).
Mit vollem Magen saßen wir noch längere Zeit auf unserer Veranda herum und genossen die Stille - keine Fernseher, keine Telefone, hin und wieder mal ein wahnsinniges *hörnchen, das über das Dach lief, und leise Stimmen aus den Nebenhäusern.
Die Nacht verlief leider nicht so ruhig: Die oben erwähnten Streitigkeiten zwischen rivalisierenden irgendwas-Hörnchen zogen sich über die Nacht hin. Um 4:00 von Herumgekratze am Dach geweckt werden ist kurz besorgniserregend, vor allem wenn die Veranda-Türe nicht absperrbar ist und das Geräusch nicht auf Anhieb zuzuordnen ist…
Kanada / Ottawa + Whitney - Reisebericht Tag 12
Am Vormittag ging’s zum Frühstück in das an das Hotel angegliederte italienische Bistro, da dort ein Frühstücksbuffet beworben wurde. Die damit geweckten Erwartungen wurden aber nur zum Teil erfüllt, da die Auswahl sehr gering war (nur Würstchen zu meinen Eiern und kein Speck - pah!).
Mehr oder weniger gestärkt bewegten wir uns dann erneut zum Parlament, weil dort jeden Tag um 10.00 die Wachablöse veranstaltet wird - mit Blasmusik, Dudelsack und den roten Paradeuniformen des Militärs. Leider meinte der Kameraakku, genau zeitgerecht nach Beginn leer werden zu müssen - hmpf. Lustig anzusehen war die Sache trotzdem.
Danach ging’s es wieder zurück in unser Hotel, wo wir uns auf die Suche nach Hotels für die folgenden Nächte machten und beschlossen, einfach mal Richtung Algonquin Park loszufahren und am Abend darauf zu hoffen, eine Unterkunft zu finden.
Nach dem Auschecken brachen wir zum “Museum Of Civilization” auf, das zwar noch in Ottawa liegt, aber leider nicht mehr in Ontario (=Zivilisation in Gestalt von Englisch sprechender Bevölkerung), sondern bereits in Quebec (= wilde, arrogante Horden, die sich beim Froschschenkel-Essen auf Französisch verständigen) - aber dort ist es ja ohnehin viel eher angebracht und notwendig, die Vorzüge einer zivilisierten Welt anzupreisen. Jedenfalls verbrachten wir dort den Rest des Tages und wunderten uns über den Disneyland-Charakter des Museums: Bei der Ausstellung über kanadische Geschichte wurde angefangen von der Walfang-Niederlassung im Norden über Öltürme, Kirchen, Schiffe und chinesische Wäschereien bis hin zu Autobahn-Raststationen so ziemlich alles nachgebaut, was sich irgendwie nachbauen lässt.
Am Abend machten wir uns schlussendlich auf den Weg Richtung Algonquin Park. Unser Plan, am Weg irgendwo ein Quartier zu finden (”suchen” war eigentlich nie ein Thema), wurde von den Gegebenheiten der kanadischen Einöde leider durchkreuzt, weil es ungefähr so viele Hotels wie zwischen Freistadt und Zwettl zu sehen gab. Im Endeffekt landeten wir doch noch in Whitney, der letzten Siedlung, bevor der Park beginnt - soweit hätten wir eigentlich gar nicht fahren wollen, und das wäre vermutlich auch besser gewesen: Als wir um 22.45 ankamen war bei fast allen Motels trotz angepriesener “Vacancy” kein Büro mehr besetzt.
So landeten wir im Algonquin Parkway Inn: Stutzen hätten wir bereits beim Anblick des leeren Parkplatz sollen, der in krassem Gegensatz zu den gut gefüllten der anderen Unterkünfte stand - aber es war das einzige Motel, das noch nicht wegen Reichtum geschlossen und gewillt war, uns ein Zimmer zu vermieten. Details zum Zimmer gibt es hier keine, nur soviel - wirklich empfehlenswert ist es nicht.
Kanada / Ottawa - Reisebericht Tag 11
Ottawa am Sonntag Vormittag ist ungefähr so belebt wie Linz - nämlich ziemlich genau gar nicht. Unsere Suche nach Frühstück endete daher erst nach langer Suche bei Kaffee und Donuts, aber das ist ja auch was feines.
Danach begannen wir unseren Rundgang durch die Stadt und holten uns zuerst beim Parlament Karten für eine Führung. Um die Wartezeit zu überbrücken spazierten wir zum Byward Market, einem riesigen Markt, der auch am Sonntag durchaus belebt war.
Nach ein wenig Herumflanieren entlang des Ottawa River ging’s dann wieder zum Parlament, wo die Führung mit einer Sicherheitskontrolle begann. Diese war vergleichbar wie jene beim Flughafen, sehr streng und genau; wir kamen jedoch ohne Probleme durch. Die Führung selbst war sehr interessant - wir besichtigten den Sitzungssaal vom House of Common und jenen vom Senat, die Bibliothek, den “Saal der Frankophonie” und so weiter. Danach ging’s noch auf den “Peace Tower”, das kanadische Gegenstück zu Big Ben: Ein Uhrturm, der zum Parlament gehört und sogar das Geläut von seinem Londoner Vorbild übernommen hat.
(Barbara) Anschließend trennten sich unsere Wege. Während Wolfgang sich zum War Museum begab schaute ich mir die Stadt ein wenig näher an. Flanierte den Rideau Canal hinunter, beäugte 2 Männer von der Garde, wunderte mich über die Einwohner in der Stadt: viele Punks und Sandler, z.B. sah ich einen Sandler, der nur mit Unterhose bekleidet war und von Polizisten vertrieben wurde. Natürlich musste ich auch ein Shopping-Center von innen ansehen: Jedoch stellte sich abermals heraus, dass die Mode hier nichts für mich ist. So verliess ich das Shopping-Center ohne “bag”. Weiter ging es quer durch die Stadt zurück zum Byward Market (Ausschau gehalten nach ein paar Souvenirs) und langsam zurück ins Hotel.
(Wolfgang) Das “Canadian War Museum” behandelt jene Kriege, an denen Kanada auf die eine oder andere Weise beteiligt war. Vor allem als Teil des britischen Empire haben sie keine Gelegenheit ausgelassen/auslassen können, sich irgendwo in die Schlacht zu werfen, z.B. im Burenkrieg oder im ersten Weltkrieg. Am zweiten Weltkrieg nahmen sie dann schon aus eigenem Antrieb teil und behandelten diese Etappe auch ausführlich, mit Ausstellungsstücken wie einer gepanzerten Limousine von Adolf Hitler oder einer Enigma. Auch der kalte Krieg ist natürlich ein Thema, da der kanadische Norden als potentielle Einflugschneise russischer Bomber über den Pol schwer bewacht wurde - und heute, nachdem die Radarstation dort oben aufgelassen sind, noch unter der Umweltverschmutzung aus den 60ern und 70ern leidet. Alles in allem ein hochinteressantes Museum, wenn man damit leben kann, dass alles auf Englisch und Französisch beschriftet ist und auch alle Videos mit französischem Ton (oder Untertiteln, die dann nicht das Ohr, sondern halt das Auge beleidigen) daherkommen.
Am Abend sahen wir uns noch die “Light & Sound Show” vor dem Parlament an. Dabei wurden Bilder und Filme auf die Fassade des Parlaments projiziert und von Musik und Text untermalt. Hauptsächlich ging es darum, wie toll Kanada nicht ist und welche Errungenschaften nicht auf das Konto von Kanadiern oder gar von Kanada selbst gehen.
Kanada / Kingston + Ottawa - Tag 10
Der Tag begann etwas regnerisch, was uns aber nicht stören sollte: Wir hatten ohnehin vor, die meiste Zeit in Museen bzw. im Auto zu verbringen. Beim Auschecken gabs noch ein kurzes Gespräch mit dem Motel-Besitzer über das unterschiedliche Preisniveau zwischen Kanada und Österreich: Er war der Meinung, Österreich müsse generell teuer sein, weil er bei seiner Rundreise im April auf der Autobahn irgendwie in Tirol 5 Euro für ein Flascherl Mineralwasser gezahlt hat, ließ sich dann aber doch vom Gegenteil überzeugen. Und das in einem Land, wo man in einem ganz normalen Lokal für eine Flasche Bier $6 ablegt…
Danach gings in das Canadien Forces Communciations & Electronics Museum, ein Museum, das sich mit der Geschichte der militärischen Kommunikation in Kanada beschäftigt. Im Anschluß folgte noch ein kurzer Rundgang durch Museum des Royal Canadian Military College.
Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg Richtung Ottawa, nicht ohne vorher noch vollzutanken (30 Liter um $30). Entlang des Rideau-Kanals gings dann im Regen nach Ottawa. Dort angekommen bezogen wir unsere Hotelsuite: Schlafzimmer, Wohnzimmer, 2 Badezimmer, Arbeitszimmer, Küche - ganz passabel für $119/Nacht. Um nicht gleich ins Bett zu fallen marschierten wir noch zum Parliament Hill, aber der einsetzende Regen trieb uns bald in ein Buchgeschäft und anschließend zurück ins Hotel.
Kanada / Kingston - Reisebericht Tag 9
In Kingston hatten wir uns im “Executive Inn” einquartiert, im wesentlichen ein Motel mit größeren Zimmern. Dort gab’s auch ein “continental breakfast” genossen - Toast, Bagels, Muffins, Butter, Marmelade, cream cheese und natürlich Kaffee und Orangensaft.
Kingston ist eine relativ alte Stadt und zieht pro Jahr angeblich 2 Millionen Touristen an - und das merkt man auch. Wir haben uns gleich mal Karten für die Rundfahrt durch die 1000 Islands gekauft und sind dann zum Überbrücken der Wartezeit einstweilen in das neben Kingston gelegene Fort Henry gefahren, eine alte britische Befestigungsanlage, die im Sommer von Uni-Studenten bevölkert wird, die in alten Uniformen die britische Armee nachstellen.
Am Nachmittag gings dann auf den “1000 Islands Cruise”, eine dreistündige Rundfahrt, bei der man wirklich viele Inseln sieht (obs 1000 waren kann ich nicht mehr sagen). In einem öffentlichen Parkhaus ein paar 100 Meter von der Anlagestelle haben wir für 3 Stunden Parken genauso viel bezahlt wie am Vormittag für eine Stunde am Touristenfallen-Parkplatz direkt daneben - man lernt ja mit der Zeit.
Nach der Rundfahrt hatten wir etwas Bewegung nötig und sind auf einen Rundgang durch die historische Altstadt aufgebrochen. Am Abend haben wir uns in ein italienisches Restaurant getraut, drüber gewundert warum man jede Pizza in Käse ertränken muss, und danach ein par Programmpunkte des Pflasterspektakel-Pendants angesehen.
Kanada / Toronto + Kingston - Reisebericht Tag 8
Den Vormittag verbrachten wir nach dem obligatorischen Sturm aufs Frühstücksbuffet mit Packen und sonstigen Reisevorbereitungen. Das Auschecken ging unspektakulär über die Bühne, nichtmal mit meiner Frage nach einer Bestätigung über die Bauarbeiten zum Beschweren beim Reiseveranstalter war die Dame aus der Ruhe zu bringen.
Unsere Koffer überließen wir der Obhut des Hilton-Kofferträgers und marschierten zur CAA-Niederlassung, um dort mit der ÖAMTC-Karte aufzutrumpfen und Karten von Ontario abzustauben. Danach klapperten wir telefonisch ein paar Hotels in Kingston ab, da wir unseren Plan, dort was zu reservieren, noch nie in die Tat umgesetzt haben. Natürlich kam es, wie es kommen muss, und alle etwas näher an der Innenstadt gelegenen Unterkünfte waren entweder ausgebucht oder hatten nur noch die Whirlpool-Honeymoon-Suite um $299 im Angebot. So buchten wir schlußendlich ein etwas außerhalb gelegenes Motel und waren wirklich froh, das hinter uns gebracht zu haben - “what’s your name?” “gottesheim” “can you spell that? is that a french name?” “are you kidding me?”.
Danach spazierten wir noch eine Weile herum und vertrieben uns die Zeit bis 14:00, denn um diese Zeit bekamen wir endlich unser Mietauto. Davor war aber noch der ganze Papierkram zu erledigen, und hier haben die Alamo-Typen eine Gemeinheit in ihren Vertrag eingebaut: Man muss Zusatzversicherungen nicht explizit akzeptieren, wenn man sie haben will, sondern per Unterschrift ablehnen, wenn man sie nicht will - die Kosten stehen natürlich nicht dabei, sondern werden auf Nachfrage widerwillig genannt. Ich bin jetzt jedenfalls ohne Personal Effects und was weiss ich noch alles-Versicherung unterwegs…
Ausgestattet wurden wir mit einem Chevrolet Cobalt, der knappe 430km am Tacho hat und einen noch sehr jungfräulichen Eindruck macht:
Ich persönlich bin ja ein Fan von Automatik-Autos, und auch der Tempomat ist ein durchaus brauchbares Feature. Lustig war noch, dass nach dem Starten ein Warnlicht nicht ausging und sich über irgendwas mit “Traction Control” mokierte. Der Ausleih-Mensch beim Parkplatz war auch überfordert und telefonierte einen Service-Menschen heran, der aber nicht auftauchte. Irgendwann fiel mir dann auf, dass das Ding ja eh ausgeht wenn man die Handbremse löst - Kommentar vom Alamo-Mensch “ah yes, I guess I should’ve thought of that before”. Kompetenz an allen Orten…
Beim Hilton luden wir unser Gepäck ein und quälten uns anschließend auf die Autobahn, wo wir uns mal gemütlich aus der Stadt hinausstauten (was mit Automatik aber gar nicht so schlimm ist). Irgendwann waren wir dann aus Toronto draussen und brausten mit Höchstgeschwindigkeit (100km/h) nach Osten Richtung Kingston. Am Weg dorthin warfen wir einen Blick auf die größte hydraulische Hebeschleuse der Welt und wunderten uns drüber, dass so ein Ding eine derartige Anziehungskraft besitzt.
Für die 320km Fahrt brauchten wir in Summe statt der von mir veranschlagten zwei (gut, das war sehr optimistisch) geschlagene vier Stunden… Das Motel ist aber erstaunlich fesch, der Besitzer war im April in Österreich und war aus diesem Grunde sofort für ein kleines Schwätzchen über die unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten zu haben.
Nach dem Check-In ging’s zurück nach Kingston, weil neben dem Motel ausser einer riesigen Militärbasis nur ein McDonalds zu finden ist. In der Stadt fand gerade das hiesige Pendant zum Pflasterspektakel statt, wir verzogen uns daher in ein etwas ruhiger gelegenes Steakhouse und genossen dort unser wohlverdientes Abendessen.
Kanada / Toronto - Reisebericht Tag 7
(written by Barbara)
Während Wolfgang den Vormittag bei der Konferenz verbrachte, nützte ich ein letztes Mal die Gelegenheit um alleine die Stadt zu erkunden. Zuerst begab ich mich ins Eaton Center, um ein wenig zu shoppen. Ich war ein wenig über die Mode in diesem Land erstaunt - entweder die T-Shirts (egal welcher Größe) reichten mir bis zum Knie, oder aber es sah unserer Umstandskleidung ziemlich ähnlich. Letztendlich wurde ich doch noch fündig und erstand 2 T-Shirts. Frustriert beendete ich nach 3 Stunden meinen Einkaufsbummel und kehrte wieder zurück ins Hotel.
Da Wolfgang auch am Nachmittag noch auf der Konferenz war, begab ich mich auf ein Neues in die Stadt und lief ziellos umher (Runde zum Hafen und retour).
Am Abend gingen wir gemeinsam nochmals shoppen. Wir flanierten die Yonge-Street hinauf und wieder zurück; dabei wunderten wir uns darüber, dass gleich nach der Shopping-Zone die “Vergnügungsmeile” (Geschäfte mit Aufschrift wie GIRLS GIRLS GIRLS) begann. Auf der Yonge-Street gab es noch den “Future-Store” - ein Elektronik-Geschäft mit den Neuheiten von vor zwei Jahren oder so, also nicht wirklich Future…
(Wolfgang taking over)
Leider gingen wir diesmal erst recht spät essen. Wir trafen uns um 21:00 Uhr im Hotel mit dem Rest der Party-Truppe und zogen zuerst mal eine Stunde auf der Suche nach einem Lokal umher, endeten aber schließlich im Steakhouse neben dem Hotel (”The Keg”) - kommt davon wenn man einem Deutschen als Anführer folgt :p. Das Essen dort war vorzüglich, eines der besten Steaks, das ich bis jetzt zu Essen das Vergnügen hatte. Danach kam die Verabschiedung sowie die abschließende Visitenkarten-Austausch-Session, und wir machten uns auf ins Bett.
Zum Hotel sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Konferenz ja im Hilton stattfand und wir uns aus diesem Grund auch dort einquartiert haben. Leider hat man uns im Vorfeld nicht verraten, dass umgebaut wird - so kamen wir in den Genuß, um halb acht von Bohren und Hämmern geweckt zu werden. Ich verlieh meiner Unzufriedenheit bei der Rezeption Ausdruck, die mir dann anboten, in ein anderes Zimmer umzuziehen - dafür war ich aber zu faul, und eigentlich gefiel mir die Aussicht vom 19. Stock recht gut. Die andere Alternative zum Ruhigstellen waren Gutscheine fürs Frühstücksbuffet, die ich gerne annahm - richtig zu schätzen lernte ich die aber erst, als ich mir mal die Preise beim Buffet ansah: Für zwei Personen hätten die mit Steuern über $50 verlangt!