Archive for the ‘lutz’ tag
Küche - The End
Wer hätte es für möglich gehalten: Nach nur wenigen Versuchen hat es (a) die Lutz-Kundendienstmannschaft endlich geschafft, die richtige Front für unser Küchenkastl zu bestellen, (b) die Fa. DAN geschafft, das richtige Teil zu liefern, und (c) der Monteur es geschafft, das Ding ohne gröbere Beschädigungen zu montieren!
In der Vorweihnachtszeit kommen die Monteure sogar am Samstag, weil da angeblich die meisten Leute daheim sind und Zeit haben. Sinnvollerweise vereinbart man also eine Uhrzeit, zu der man auch an freien Tagen vermutlich schon ausgeschlafen ist (hier: 10:00). Und was passiert? Um Punkt 9 läutet es auf einmal Sturm, und wer steht draussen? Die (auch schon der Jahreszeit angepasst in rot gekleideten) Lutz-Mannen (zu zweit, und nein, ich weiss nicht, warum man für das Bohren von zwei Löchern zwei Männer braucht).
Meine Anmerkung, dass der eigentliche Termin erst eine Stunde später vereinbart wäre, wurde mit einem “Wir haben nix gewusst von Termin, hamma gedacht kommen wir halt mal um neun Uhr!” gekontert. Die darauf folgende Erläuterung, dass ich wohl nicht den ganzen Samstag daheim verbringen werde, um den Lutz-Kasperln zu harren, deshalb Termine nicht nur gerne vereinbaren täte, sondern noch lieber auch eingehalten sehen würde, stießen aber ob meiner (dem Schlafmangel und dem noch fehlenden Kaffee geschuldeten) Wortwahl auf taube Ohren: “Mir sein nix Kasperln” war die einzige Antwort. Hmm. Ich weiss, warum ich üblicherweise erst ab nach dem Frühstück Parteienverkehr habe.
Insgesamt waren also acht Mal ein oder mehrere Lutz-Monteure bei uns zu Gast. Wenn ich pro Besuch eine Stunde entgangene Arbeitszeit rechne und mal meinen großzügigen Stundensatz zur Anwendung bringe, so komme ich doch auf ein sehr erkleckliches Sümmchen… bin gespannt, was die zu meiner Rechnung sagen ;)
Küchenträume revisited II
Vor mittlerweile neun Monaten haben wir beim Lutz unsere Küche bestellt. Gekommen ist sie dann Ende April, und seitdem haben wir neue Freunde: Die Lutz-Kundendienst-Mitarbeiter, die in unregelmässigen Abständen vorbeikommen und kaputte Teile austauschen.
Die meisten unserer Probleme waren mit durchschnittlich zwei Besuchen zu lösen: Erster Besuch, “Aha, falscher Teil bestellt, muss ich nochmal kommen”. Zweiter Besuch: “Aha, richtiger Teil, passt, tausch ma aus”. Doch eine Front zeigt sich erstaunlich renintent…
Dazu muss etwas ausgeholt werden: An zwei Türen wurden die Griffe falsch montiert, anstatt wie im ursprünglichen Plan vorgesehen senkrecht und am Rand wurden sie waagrecht und mittig montiert. Das wäre ja eigentlich egal, alle Laden haben die Griffe ja auch in der Mitte, und so sieht’s wenigstens einheitlich aus. Eine dieser Türen hatte aber, wie soll es anders sein, einen kleinen Kratzer, der zwar nicht störte, aber bei einer Investition ab einer gewissen Größenordnung wird man eben heikel. Die Front wurde neu bestellt, richtig geliefert, nur der Monteur hat geschlampt: Ausgerissene Griffbohrungen zieren das Teil. Also nochmal bestellt, nach ein paar Wochen kommt ein anderer Monteur und packt aus - falsche Front geliefert (also zur Abwechslung mal DAN schuld, nicht der Lutz). Also nochmal bestellt, vorgestern war er wieder da - richtige Front geliefert, aber die Anschläge sind auf der falschen Seite montiert. Nächster Termin in ungefähr zwei Wochen…
Küchenträume
Seit Montag voriger Woche haben wir also auch in der Linzer Wohnung eine Küche. Gekauft beim Lutz - ein Umstand, der noch so ziemlich jeden, dem wir davon erzählt haben, zum Aufheulen gebracht und zu vorzeitigen Beileidsbekundungen bemüssigt hat.
Mittlerweile wissen wir auch warum: Die Mängelliste ist nach besagter Woche auf mittlerweile 5 Items angewachsen, die zwar fast zur Gänze auf die Lieferantenseite zurückzuführen sind (shame on you, DAN!), aber dennoch stören. Mal sehen, wie gut der Kundendienst hier agiert. Die in Sachen Gutschein beanstandete Wartezeit gehört offenbar auch hier zum Standard-Repertoire: “So zwei bis drei Wochen wird’s schon dauern, bis sich der Kundendienst meldet”.
Der kurz angedachte Plan, halt einfach nicht zu zahlen, solang nicht alles passt, wurde schon bei der Montage gekonnt zunichte gemacht: An Zahlungsmodalitäten werden nur Barzahlung oder Bankeinzug geboten. Zwar wäre es sicherlich interessant gewesen, nach vollendetem Küchen-Aufbau mit einem eiskalten “Entweder Erlagschein oder ihr nehmts des wieder mit” zu kontern - so richtig getraut hab ich mich das doch nicht. Im Zuge der Reklamation habe ich dann dem Verkäufer auch kurz angedeutet, dass diese Beschränkung wohl in der gebotenen Qualität begründet ist und freiwillig wohl keiner schnell zahlen würde - als absolut glaubwürdiges Dementi würde ich die Reaktion nicht verstehen wollen, eher als das genaue Gegenteil… naja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich als vorletztes (weil zuletzt stirbt Johannes Heesters!).
Übrigens: Fotos
Der feine Unterschied
Fall 1: Beim IKEA um eine Packung Regalböden für den Schlafzimmerkasten zuviel bestellt, aber erst nach dem Auspacken bemerkt, dass sie eigentlich nicht benötigt werden (Wert: 19€). Lösung: Zum IKEA gefahren, beim Kundendienstschalter die Sachlage erklärt und sofort das Geld zurückbekommen. Zeitaufwand: 3min
Fall 2: Beim Lutz “Wohnwand” mit Beleuchtung bestellt, aber die verantwortliche Samstagsaushilfe hat statt dem einem notwendigen Schalter insgesamt drei Stück bestellt (Wert der zwei überflüssigen Schalter: 20€). Lösung: Zum Lutz gefahren, 10min nach einem Ansprechpartner gesucht, der dann zwei Mal beim Chef rückfragen musste (15min) und schlußendlich die Erlaubnis erhielt, ein Formular mit der tollen Überschrift “Kaufvertragsabänderung” auszufüllen und einen Gutschein über 20€ zuzusagen (10min). Bargeld gibt’s nicht, und der Gutschein ist heute nach NUR VIER WOCHEN eingetrudelt. Gelebtes Kundenservice…
Aufstiegschancen
Samstagsaushilfen in österreichischen Möbelhäusern entstammen typischerweise einer der geplagtesten Bevölkerungsschichten dieses Landes und sind von Montag bis Freitag gerne als z.B. Sozialwirtschaft- oder Jus-Student/in tätig, um dann am Wochenende die Freizeit der ehrlich arbeitenden Steuerzahler und Stipendienfinanzierer zu verschönern.
Manche Musterexemplare aus dieser Zunft könnten in anderen Professionen aber durchaus mehr verdienen, so auch das Musterexemplar, das ich gestern beim Lutz in Asten beehrt habe.
Die gute Dame könnte problemlos bei der Polizei oder dem gut geführten Geheimdienst aus der Nachbarschaft anheuern: Die auf den ersten Blick einfach anmutende Aufgabe (”Ich möchte gerne genau diese Couch in dieser Farbe und dazu diesen Wohnzimmerkasten”) hat sich schlußendlich über mehr als zwei Stunden hingezogen - nach denen hätte ich wohl außer dem Kaufvertrag auch alles andere mit einer strichlierten Linie unterschrieben, nur damit die Sache ein Ende hat.
Dennoch fehlte ihr bei allem Talent noch die für einen solchen Job notwendige Abgebrühtheit: Alles in allem hatte ich das erste Mal das Gefühl, weibliches Verkaufspersonal richtig genervt zu haben. Sogar die Anzugverkäuferinnen bei Texhages und Peek&Cloppenburg haben mich und meinen untergroßen Körperbau zumindest äußerlich ungerührt überstanden, wohingegen besagte Lutz-Dame gegen Ende des Verkaufs durchaus den Eindruck erweckte, ebenfalls froh über den Abschluss zu sein - und das nicht nur aus provisionstechnischen Überlegungen (kriegt man sowas überhaupt als Samstagskraft?), sondern aus purer Erschöpfung. Und das alles nur wegen so kleinlicher Fragen wie “Warum sind 10% von 1910 eigentlich 186,5?” - “Aber der Chef hat das so gesagt” - “Hmmm, halten Sie das wirklich für ein so gutes Argument?”…
Vielleicht sollte im Gegenteil also ich meine Resistenz gegen psychologisch gefinkelte Zermürbungsversuche in den Dienste des Staates stellen und meinerseits die Profession wechseln? Fragen über Fragen…