Archive for the ‘me vs the world’ tag
Wer nix weiß und nix kann… reloaded
Das Mysterium aus diesem Beitrag hat sich mittlerweile lösen lassen (der eingeschriebene Brief war eigentlich ein Paket mit unserem neuen Fußabstreifer, übrigens mit der Post in UPS-Verpackung verschickt), die Post ist aber immer für einen Spaß zu haben: Ich hatte ein Paket zu versenden, das leider unter der den UPS-Abholservice rechtfertigenden Gewichtsgrenze lag, und damit mit dem guten alten gelben Moloch zu transportieren ist.
Bei der Post bedient zu werden ist aber gar nicht so einfach: Die Antwort auf das in den Raum geschmetterte “Grüß Gott” beschränkt sich auf ein Kopfnicken, denn der werte Herr Postler hängt am Telefon. Er gedenkt auch nicht, das Gespräch zu beenden, und unterhält sich fröhlich weiter über das Mittagessen, anstehende Beförderungen und das postinterne Gewerkschaftswesen im Allgemeinen. Nach fünf Minuten beginne ich ihn aber doch zu stören, mit den Worten “Moment, da wart einer” legt er den Hörer beiseite und lässt sich doch herab, mich mein Paket aufgeben zu lassen…
Ein LIED!
Es soll ja Leute geben, die gerne singen. Die harmlosen üben daheim unter der Dusche, die Härtefälle praktizieren ihre zweifelhafte Kunst auch in der Öffentlichkeit. Ich gehöre zu beiden Spezies nicht unbedingt dazu und stehe auch zu meiner mangelnden Begabung; mein einziger Kontakt mit öffentlicher Gesangsdarbietung fand beim Bundesheer statt und scheiterte dort an mehreren Faktoren: Meist an der mangelnden Textkenntnis der Beteiligten, zeitweise auch an der Kondition, weil Laufen und Singen in Kombination ist halt so eine Sache, und auch die Motivationsfähigkeiten der Vorsänger (”Ein LÜÜÜD!”) leisteten wahrscheinlich ihren Beitrag.
Nicht alle lassen sich aber von so Kleinigkeiten wie dem offensichtlichen eigenen Unvermögen abschrecken: Seit geraumer bröckelt ein Balkon am Nebenhaus langsam vor sich hin, irgendwann Anfang Juli wurde alibihalber ein Gerüst rundum gebaut, und seit gestern sind erstaunlicherweise Handwerker zugegen. Handwerker? Opernstars! Der Balkan bietet offenbar eine unerschöpfliche Fundgrube an Liedern, die man beim Bedienen von Motorsägen, Seilzügen und Mischmaschinen lauthals (schließlich muss man ja die Motorsäge übertönen) vor sich hin schmettern kann…
Schmutzfink
Als wenig routinierter Krawattenträger sind Anlässe, bei denen man ohne Krawatte negativ auffallen würde (z.B. das Konferenz-Dinner in Toronto), zwar etwas unangenehm - was teilweise auch an der mangelnden Übung beim Knoten binden und der daraus resultierenden Größe liegt, die sich ja bekanntlich umgekehrt proportional zum Tragekomfort verhält -, aber durchaus schaffbar. Leider macht sich die mangelnde Routine auch beim Essen bemerkbar, denn Flecken, die normalerweise an verhältnismässig leicht zu reinigenden Kleidungsstücken landen, machen sich dann gut sichtbar auf der Krawatte breit. Angemerkt sei dazu noch, dass 23 Jahre Erfahrung solche Zwischenfälle auf ein Minimum zu reduzieren helfen, aber so manch widerspenstiges Fleischstück meint halt einfach, in der Sauce umfallen zu müssen…
Jedenfalls war mein gesamter Bestand an hübsch anzusehenden Kälberstricken (2) mit der Zeit befleckt und verlangte daher, um bei der nächsten offizielleren Gelegenheit nicht als Punk dazustehen, nach Reinigung. Als feiger Mensch verweigerte ich K2R und Konsorten und vertraute ich mich einem hieisgen Fachbetrieb an, der mir nach einer Woche Wartezeit heute meine beiden Prachtstücke wieder aushändigte - dummerweise genauso schmutzig wie vorher.
Auf meine irritierte Anmerkung, dass sich der Verschmutzungsgrad eigentlich nicht wesentlich geändert hat, entgegegnete die Dame hinter der Theke nicht weniger irritiert “Na, Sie schaun aber genau!”. Verwundert konnte ich die drängende Frage, ob denn etwa das Gewerbe in der letzten Woche von “Reinigung” auf “Aufbewahrung für schmutzige Kleidungsstücke” geändert worden sei und ob €6,40 dafür nicht etwas gierig wären, nicht länger zurückhalten, was mit einem bitterbösen Blick und verhaltenem Gemurmel quittiert wurde. Die Furie verzog sich ins Hinterzimmer, das Gemurmel wurde weniger verhalten und vom Zischen unerklärlicher Gerätschaft untermalt. Nach fünf Minuten unter den gestrengen Blicken der Kollegin am Bügeleisen (Gott sei Dank ist ebenjenes mit Dampfleitungen verbunden, sonst wäre es mir wohl an den Kopf geflogen) erhielt ich meine Krawatten kommentarlos, dafür sauber, wieder zurück. Ich wollte zwar noch fragen, warum ich eine Woche warten muss, wenn’s offenbar eh in fünf Minuten auch geht, quasi auch ambulant zu erledigen wäre, entschloß mich jedoch, diese Wissenslücke aus Zeitgründen ungestopft zu lassen und ergriff die Flucht…
Wer nix weiß und nix kann…
Liegt da so ein grell-gelber Zettel im Postkasten, der mich verklausuliert darüber in Kenntnis setzt, dass ein eingeschriebener Brief für mich zuzustellen sei und gefälligst abgeholt werden möge. Da eilt man fliegenden Schrittes zum Postamt, wo man dann informiert wird, dass besagtes Schrifstück erst am Montag abzuholen sei - “do kimmt donn da Zustölla wieda und schmeisst des eina”.
Was zum Teufel tut der werte Herr das Wochenende über mit meinem Brief? Am Pleschinger See liegen und Schifferl falten? Noch viel schlimmer: Wer zum Teufel schreibt mir einen Brief, noch dazu eingeschrieben? Hmpf.
Urlaubsträume
Vorigen Montag hat mein Handy geläutet, und zu meiner Überraschung flötete eine viel zu fröhliche Männerstimme in mein Ohr: Er sei ein Vertreter einer Firma namens “Holiday Dreams”, zu einem Gewinn wurde mir gratuliert, ich hätte “ein Jahr lang Gratisübernachtungen in ganz Europa” gewonnen.
Da ich mich nicht entsinnen konnte, bei einem Gewinnspiel oder einer ähnlichen windigen Datensammel-Aktion mitgemacht zu haben, war meine erste Frage natürlich, wie ich denn zu dieser zweifelhaften Ehre käme - meine Telefonnummer sei “zugekauft worden”, aha. Und warum verschenkt jemand etwas? Die Firma steige gerade in den österreichischen Markt ein, und darum werden 5000 Leute mit Gratisübernachtungen beglückt. Eine Kollegin werde sich mit mir in Verbindung setzen, und damit war das Gespräch auch schon wieder beendet.
Tags darauf meldete sich tatsächlich eine Dame (mit Telering-Nummer - muss die Arme vom Privathandy telefonieren?) und verkündete, dass ich nach einmaliger Zahlung von nur 190€ ein Jahr lang… Hä? 190 Euro? Mein Verständnis von “gratis” war immer ein anderes. Aber halt, alles nicht so schlimm: mit diesem Betrag gelte es “Verwaltungskosten” abzudecken. Aha.
Mein Einwand, dass 190€ einerseits nicht sehr gratis sind, und andererseits sicherlich nur Pemperlhotels am A… der Welt inkludiert sein werden, wurde gekonnt pariert:
A: “Sie sind ja in Freistadt daheim, dann schaun wir mal was wir dort in der Gegend im Programm haben… Da haben wir zum Beispiel das Hotel Post in Hellmonsödt, was sagen’s denn dazu?”
/me: “Hm, also zum Hotel Post kann ich nichts sagen, aber Hellmonsödt deckt sich eigentlich SEHR genau mit meiner Definition von A… der Welt.”
A: “Naja, danach dürfen’s nicht gehen, wenn Sie auf Urlaub fahren möchten Sie ja…”
Was genau ich im Urlaub will habe ich leider nicht mehr gehört, da hatte ich bereits aufgelegt. Muss ich halt doch nach Toronto fahren…
Edit: Hui, fast drei Wochen ohne Eintrag. Lazy Bstrd I am.
Der feine Unterschied
Fall 1: Beim IKEA um eine Packung Regalböden für den Schlafzimmerkasten zuviel bestellt, aber erst nach dem Auspacken bemerkt, dass sie eigentlich nicht benötigt werden (Wert: 19€). Lösung: Zum IKEA gefahren, beim Kundendienstschalter die Sachlage erklärt und sofort das Geld zurückbekommen. Zeitaufwand: 3min
Fall 2: Beim Lutz “Wohnwand” mit Beleuchtung bestellt, aber die verantwortliche Samstagsaushilfe hat statt dem einem notwendigen Schalter insgesamt drei Stück bestellt (Wert der zwei überflüssigen Schalter: 20€). Lösung: Zum Lutz gefahren, 10min nach einem Ansprechpartner gesucht, der dann zwei Mal beim Chef rückfragen musste (15min) und schlußendlich die Erlaubnis erhielt, ein Formular mit der tollen Überschrift “Kaufvertragsabänderung” auszufüllen und einen Gutschein über 20€ zuzusagen (10min). Bargeld gibt’s nicht, und der Gutschein ist heute nach NUR VIER WOCHEN eingetrudelt. Gelebtes Kundenservice…
Autofahrerfreuden
Gestern hatte ich in Linz das zweifelhafte Vergnügen, neben einem Mitbürger aus dem erweiterten Ostbayern (auch als Innviertel bekannt) zu parken. Streng genommen hat der Braunauer einfach den Parkplatz neben mir okkupiert, wie das Braunauer halt gerne so machen. Der etwas eigenwillige Parkstil (sehr eng an meinem Auto, und noch dazu verdächtig schräg) gab mir zwar zu denken, aber leider habe ich nicht weit genug gedacht.
Blöderweise hat bei diesem Blitzkrieg nämlich wieder einmal die nötige Sorgfalt im Umgang mit unbeteiligten Nonkombattanten gefehlt: Meine Beifahrertüre ziert seitdem eine ca. 10cm lange Delle, die noch dazu mit einem schönen grauen Kratzer verziert ist. Leider habe ich das Malheur zu spät gemerkt, beim sofort begonnenen Vergeltungsschlag (Kennzeichen aufschreiben) hatten die feindlichen Truppen das Schlachtfeld bereits wieder geräumt. Hmpf.
Naja, wenigstens hat er nicht die Schokoladenseite erwischt. Trotzdem: Wenn ihr einen grauen Citroen mit BR-4xxx am Kennzeichen seht, ergreift euch angemessen erscheinende Maßnahmen!
Ausflug
Vorige Woche erhielt ich völlig unverhofft Gelegenheit zu einer nächtlichen Ausflugsfahrt an den Pichlinger See - nichts, was besondere Erkenntnisse hinsichtlich der landschaftlichen Reize oder anderer Merkmale verspricht.
Nach einem Besuch bei Freunden in Linz brach ich gegen 22.00 Uhr Richtung Enns auf und wollte, kilometersparend und umweltschonend denkend, über die B1 fahren. Leider kam ich nur bis zur Abzweigung zum Pichlinger See: Dort versperrten zwei Polizeiautos den Weg, und ich wurde auf die Straße Richtung See gewunken. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass ich zu der Zeit einerseits das einzige Auto dort war (= niemand da, dem man nachfahren könnte), und andererseits jede Ortskenntnis vermissen lasse.
So folgte ich widerstrebend den Anweisungen und fuhr ich halt mal nach Gutdünken weiter. Wider Erwarten wurde ich aber nicht zum Verdursten in die Wüste geschickt, sondern erreichte nach ein paar Minuten sogar einen weiteren Polizisten - leider ein wenig gesprächiger Gesell, der mich mit der spärlichen Anweisung “Fahrens immer grad weiter, dann kommens eh irgendwann wieder auf die B1″ wieder auf den Weg schickte. Hmpf. Lasset alle Hoffnung fahren, auf hoher See und im Kontakt mit der Obrigkeit ist man in Gottes Hand.
Die Hoffnung kehrte erst beim Gedanken an meinen PDA samt TomTom wieder. Doch, wie das nunmal mit Navigationshilfen so ist, der Lump verweigerte die Mitarbeit und meinte, ich solle mich doch mal auf eine Straße bewegen, damit er mich weiterrouten kann. Nicht sehr hilfreich! Lasset alle Hoffnung fahren, auf hoher See und im Kontakt mit der Obrigkeit oder mit widerspenstiger Technik ist man in Gottes Hand.
Nach einer guten Viertelstunde ziellosen Umherirrens (”geradeaus” ist sehr relativ!) entschloss ich mich zu wenden und wieder zurück zum Polizisten zu fahren, um dort eine etwas detailliertere Wegbeschreibung zu erfragen. Doch dieser peinliche Moment blieb mir erspart: Gott sei Dank fuhr dort gleichzeitig mit mir ein Auto mit LL-Kennzeichen vorbei, dem ich rasch und unauffällig folgen konnte. Misstrauisch wurde ich erst, als mein Vordermann in Asten in seine Garage einbog - doch dort hat sogar der Hr. TomTom wieder gewusst, wo ich bin, und mich zurück auf die Straße gelotst. Auf das Navi lass ich einen fahren, das Navigieren nehm’ ich lieber wieder selber in die Hand…
Rot
Notiz an mich: Nach dem Bohren und Stemmen von Löchern für Steckdosen samt Schlitzen für die Zuleitung macht Nasenbohren samt Schneuzen viel mehr Spaß, weil der Ziegelstaub für eine sehr gesunde (Rot-) Färbung sorgt.
Baum-Ersatz
Besser als mit jedem Wunderbaum riecht es im Auto, wenn man nach dem obligatorischen Scheibenwaschwasser-Nachfüllen die Frostschutz-Flasche nicht ordentlich zuschraubt und in diesem Zustand wieder auf den ihr angestammten Bereich irgendwo hinter/unter dem Fahrersitz befördert. Betörend, fast schon benebelnd möchte ich das nennen, wenn der Teppich auf diese laienhafte Art mit feinstem Frostschutzmittel imprägniert wird und jetzt also wohl bis -50°C vor Unheil gefeit ist.
Panzerknacker
Notiz an mich: In Zukunft keine gestreiften Pullover anziehen, wenn Fotos für Ausweise gemacht werden.
Aufstiegschancen
Samstagsaushilfen in österreichischen Möbelhäusern entstammen typischerweise einer der geplagtesten Bevölkerungsschichten dieses Landes und sind von Montag bis Freitag gerne als z.B. Sozialwirtschaft- oder Jus-Student/in tätig, um dann am Wochenende die Freizeit der ehrlich arbeitenden Steuerzahler und Stipendienfinanzierer zu verschönern.
Manche Musterexemplare aus dieser Zunft könnten in anderen Professionen aber durchaus mehr verdienen, so auch das Musterexemplar, das ich gestern beim Lutz in Asten beehrt habe.
Die gute Dame könnte problemlos bei der Polizei oder dem gut geführten Geheimdienst aus der Nachbarschaft anheuern: Die auf den ersten Blick einfach anmutende Aufgabe (”Ich möchte gerne genau diese Couch in dieser Farbe und dazu diesen Wohnzimmerkasten”) hat sich schlußendlich über mehr als zwei Stunden hingezogen - nach denen hätte ich wohl außer dem Kaufvertrag auch alles andere mit einer strichlierten Linie unterschrieben, nur damit die Sache ein Ende hat.
Dennoch fehlte ihr bei allem Talent noch die für einen solchen Job notwendige Abgebrühtheit: Alles in allem hatte ich das erste Mal das Gefühl, weibliches Verkaufspersonal richtig genervt zu haben. Sogar die Anzugverkäuferinnen bei Texhages und Peek&Cloppenburg haben mich und meinen untergroßen Körperbau zumindest äußerlich ungerührt überstanden, wohingegen besagte Lutz-Dame gegen Ende des Verkaufs durchaus den Eindruck erweckte, ebenfalls froh über den Abschluss zu sein - und das nicht nur aus provisionstechnischen Überlegungen (kriegt man sowas überhaupt als Samstagskraft?), sondern aus purer Erschöpfung. Und das alles nur wegen so kleinlicher Fragen wie “Warum sind 10% von 1910 eigentlich 186,5?” - “Aber der Chef hat das so gesagt” - “Hmmm, halten Sie das wirklich für ein so gutes Argument?”…
Vielleicht sollte im Gegenteil also ich meine Resistenz gegen psychologisch gefinkelte Zermürbungsversuche in den Dienste des Staates stellen und meinerseits die Profession wechseln? Fragen über Fragen…
Our grief has turned to anger, and anger to resolution
Trotz der weithin bekannten männlichen Unempflindlichkeit gegenüber den Gefühlen anderer komme ich in letzter Zeit nicht umhin, den leicht gequälten Blick der Büro-Putzfrau wahrzunehmen und darüber nachzudenken.
Verstehen kann ich sie ja schon: Wenn ich gegen 9 Uhr mit meinen schmutzigen Schuhen das Gebäude betrete, hinterlasse ich trotz meiner gutgemeinten, jedoch von auffallendem Mißerfolg gekrönten Säuberungsversuche am Fußabstreifer eine Vielzahl hübsch anzusehender Schneehäufchen in interessanten Farbvariationen (von dreckig-grau bis schmutzig-grau). An sich hätte ich damit ja kein Problem, stünde nicht im Eck - manchmal halb hinter ihrem Mop versteckt - die Putzfrau, die mein Treiben zwar auf den ersten Blick teilnahmslos, bei näherer Betrachtung aber mit dem oben erwähnten gequälten Blick verfolgt, der irgendwo zwischen “zu kleiner Schuh” und “Zahnweh” liegt. Ich erteile mir meist mit einem hastig gemurmelten “Tschuldigung” selbst die Absolution, während die gute Frau mit trauriger Miene meine Spuren beseitigt.
Doch damit nicht genug: Da auch meine athletische Statur nicht von irgendwo kommt, verlangt mein Luxuskörper meist gegen 10 nach Energiezufuhr, vorzugsweise in Form eines gesunden Vollkorngebäcks mit nahrhaftem Topfenaufstrich (alternativ ist auch ein Salzstangerl mit Butter und Käse möglich). Wer wischt, auf Knien rutschend, bei meiner Rückkehr die Stiege, wenn ich mit abermals dreckigem Schuhwerk die Stufen hinaufhetze? Genau. Wer wird jedesmal genau dann mit der WC-Reinigung fertig, wenn es bei mir gar übel zu drücken und zu drängen beginnt? Erraten. Wer entleert den Mistkübel, bevor ich meinen Kaugummi darin versenke? Eben.
Soll ich mich jetzt als schlechter Mensch fühlen, weil ich der armen Frau mit bewundernswerter, beinahe beängstigender Regelmäßigkeit ihr mühsam vollbrachtes Tagwerk zumindest zum Teil vernichte?
Im Gegenteil! Als Rache wird bei jedem Büroputz mein Schreibtisch “aufgeräumt”, sprich die von mir sorgsam aufgebauten Stapeln an thematisch und chronologisch sortiertem Material zu einem Master-Stapel vereinigt in die Ecke des Tisches abgeschoben. Als Bonus-Feature werden manchmal zudem meine Mineralwasser-Flaschen entsorgt, so auch heute wieder - als Ausgleich wurde mir dafür ein schmutziger Putzfetzen auf meinem Sessel hinterlassen. Sollte das etwa die Raumpfleger-Version eines Fehdehandschuh sein?
And then there was silence
Am letzten Freitag hab ich mich noch über die Geräuschkulisse im Zug beschwert, heute stolpere ich über das neue ÖBB-Angebot: Ruhebereich im Zug. Das muss man ja direkt einmal testen ;)
Arbeitstag
Termin beim ORF in Wien zwecks Prototyp-Test: gute Sache.
Termin beim ORF an einem Freitag: gute Sache mit erschwerter Heimfahrt, da die ÖBB ja unter einem hinlänglich bekannten Mangel an Wagenmaterial leidet (und somit offenkundig selbst verwundert ist, dass jemand ihre Dienste in Anspruch nimmt).
Termin beim ORF an einem Freitag, wenn am Donnerstag Abend ein als “Orkan” tituliertes Unwetter über Österreich zieht: gute Sache mit erschwerter Hinfahrt, wobei die heutigen 20min Verspätung anstelle der sonst üblichen 10-15min eigentlich gar nicht so wild waren.
Termin beim ORF an einem Freitag, wenn am selben Tag eine “Starmania“-Sendung zur Ausstrahlung gelangt: gute Sache die erst dann übel wird, wenn man genau dann zum Bus geht, wenn die nachmittägliche Generalprobe endet und marodierende Horden an pubertierenden Östrogen-Behältern zum selben Bus gehen, den sie dann mit typischer Klangkulisse füllen.
Termin beim ORF an einem Freitag, wenn im Zug eine Frau mit zwei (!) dauerschreienden (!!) Kindern neben mir Platz nimmt: SEHR SEHR schlechte Sache, obschon sich das Geräusch nur unwesentlich von der erwähnten Busfahrt unterscheidet.