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Archive for the ‘new york’ tag

USA 2008 - Tag 20, New York, Heimreise

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Den letzten Tag begannen wir mit einem ordentlichen Frühstück im vom letzten Besuch altbewährten Tramway Diner. Leider war ich überraschend etwas angeschlagen: Der Wind im 67. Stock und kurze Hose haben wohl zusammengeholfen, mir Halsweh und ähnliche Verkühlungssymptome einzubrocken. Das Mittel der Wahl (zumindest laut Verpackung) war NyQuil (edit: Nyquil, nicht Nyquist.. vom Nyquist bekommt man eher Kopfweh statt das es vergeht), ein wirklich sehr gut wirkender Hustensaft - der aber in der Nacht genommen werden soll, da er zu “drowsiness” und ähnlichen Nebenwirkungen führen kann. Nun weiss man ja, dass die Amis gerne vor jedem Blödsinn gewarnt werden, daher hab ich das nicht so ernst genommen. Diesmal wäre es aber besser gewesen, sich daran zu halten: binnen einer halben Stunde nach Einnahme war ich froh, hin und wieder etwas zum Festhalten zu finden, weil mir doch ein wenig seltsam zumute war. Vielleicht hab ich auch nur etwas zu viel erwischt… geholfen hat es jedenfalls.

Jedenfalls sind wir abschließend zum South Street Seaport gefahren, um noch ein wenig die Aussicht zu genießen. Dort haben wir noch ein paar Fotos geschossen, uns über einen Feueralarm gewundert, der aber niemand wirklich beeindruckt hat und es daher für umso grössere Verwunderung gesorgt hat, als die Feuerwehr mit Karacho vorfuhr, und sind schlussendlich quer durch Chinatown zurück zur U-Bahn marschiert.

Nach einem Abstecher in einen Souvenir-Shop haben wir unsere Koffer im Hotel wieder ausgelöst und uns den Luxus einer Limousine zum Flughafen geleistet. Ich hätte ja auf so eine richtige Protz-Stretch-Limo gehofft, im Endeffekt war’s eh ein relativ normales Auto, aber mit im Gegensatz um Taxi doch erhöhtem Komfort. Am Flughafen sind wir elegant an der Economy-Schlange vorbei zum Business-Schalter marschiert, haben unser Gepäck brav zur Sicherheitskontrolle getragen und sind dann auf einen Abschieds-Burger zu McDonalds gegangen. Danach sind wir flott durch die Sicherheitskontrolle, um die von der AUA mitbenutzte Alitalia-Lounge noch ausnutzen zu können. Dort sind wir ein wenig aufgefallen, da wir so ziemlich die einzigen unter 30 und ohne Anzug/Kostüm waren - jo mei. Den Snacks und Getränken haben wir brav zugesprochen, schließlich gab es da endlich wieder brauchbaren Kaffee (Lavazza) und prickelndes Mineralwasser.

Als Business-Class-Flieger darf man als erster ins Flugzeug, und so sind wir an der Schlange und vielen schreienden Kindern vorbei in den Flieger und haben es uns dort gemütlich gemacht. Der Nachteil besteht darin, dass alle anderen Passagiere sich an einem vorbei zu ihren Plätzen schieben, und man sich mit der Zeit doch etwas beobachtet fühlt. Notiz an mich: Für das nächste Mal ein “Eure Armut kotzt mich an”-Shirt kaufen.

Zwei Passagiere wurden aus der Economy-Class upgegradet, waren aber mit ihrem Business-Sitzplatz unzufrieden und haben das der Stewardess auch zu verstehen gegeben. Dieser Umstand hat zu verständlichem Unmut bei Stewardessen und Passagieren geführt und die sonst so beherrschten Damen in Rot fast ihre Beherrschung verlieren lassen (aber nur fast). Jedenfalls kriegt man für den Aufpreis schon einiges geboten (z.B. ein sehr gutes Abendessen, Eier mit Speck zum Frühstück und eine Zahnbürste samt Mini-Zahnpasta, die ich natürlich vergessen habe); ja sogar die ansonsten eher zwideren AUA-Stewardessen schaffen es da auf einmal, manchmal etwas freundlicher dreinzuschaun - die wissen offensichtlich, für wen sie sich ihre Freundlichkeit aufheben müssen. Der eigentliche Flug war ein wenig holprig, außerdem blieb uns - vor lauter Essen - fast keine Zeit mehr zum Schlafen ;).

Zu zweit mit drei Koffern durch die Wiener S- und U-Bahn macht nach wie vor wenig Spaß, aber spätestens beim “Zufädab” weiss man, zumindest wieder im richtigen Land zu sein…

Written by gotti

July 3rd, 2008 at 11:00 pm

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USA 2008 - Tag 19, New York

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Der Vollständigkeit halber sei noch geschildert, was wir am Mittwoch getrieben haben: Zum Frühstücken haben wir uns in den Central Park gesetzt, aber leider weder Schoko- noch Blueberry-Muffins bekommen und daher mit dubiosen Kreationen wie Apfel-Rosinen-Muffins Vorlieb nehmen müssen. Danach spazierten wir quer durch den Park zum Croc Shop, und von dort dann weiter zu “The Most Dangerous Corner in New York”. Ein Chocolate Chip Cookie und eine Frozen Hot Chocolate haben die gnä Frau zu einer völlig ungeahnten Aussage hingerissen, die ich ihr nie zugetraut hätte: “Zuviel Schokolade!”. Sehr gehaltvoll, die Sache, aber wirklich gut.

Den restlichen Tag vertrieben wir uns großteils mit Einkaufen. Am späten Nachmittag spazierten wir dann zum Rockefeller Center und fuhren dort auf die Aussichtsplattfom. Dort genossen wir den Ausblick auf die Stadt, sehr hübsch im Licht der untergehenden Sonne:

So vertrieben wir uns den restlichen Abend und marschierten gegen 21:00 ins Hotel, um die Koffer zu packen.

Written by gotti

July 2nd, 2008 at 11:00 pm

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USA 2008 - Tag 18, New York

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Am Dienstag haben wir uns mit Frühstück eingedeckt und sind mit der Subway an den Südzipfel von Brooklyn gefahren, nämlich nach Coney Island. Dort gibt es neben einem riesigen Strandbad auch einen Vergnügungspark und den angeblichen Erfinder des Hotdogs, “Nathan’s”. Schon die Anfahrt ist amüsant: Man fährt durch Brighton Beach, auch bekannt als “Little Odessa”, das einfach an den kyrillischen Beschriftungen der Geschäfte entlang der Strassen erkennbar ist.

Nach einem Spaziergang entlang des Strandes und einem Hotdog bei Nathan’s, der wirklich um einiges besser als in Manhattan schmeckt, ging es am frühen Nachmittag wieder zurück bis zum Prospect Park. Dieser Park liegt mitten in Brooklyn und wurde vom selben Planer wie der Central Park in Manhattan geplant - manche meinen sogar, er sei schöner als der Central Park. Uns hat er jedenfalls recht gut gefallen, wir hatten vor allem mit den beinahe allgegenwärtigen Hochzeitspärchen samt Fotografen-Team im Schlepptau unseren Spaß - vor allem wenn sich diese Pärchen direkt vor einem mit Algen komplett überzogenem Teich platzieren. Weil wir schon in Brooklyn waren sind wir gleich weiter zu den Brooklyn Heights gefahren, einem der ältesten Vierteln dieses Stadtteils. Von dort war es dann nur mehr ein Katzensprung zur Brooklyn Bridge, die wir dieses Mal aber nicht zu Fuß überquerten, sondern nur von der Seite betrachteten.

Stattdessen beschlossen wir, auch noch die andere Seite der Skyline von Manhattan zu betrachten, und fuhren mit der U-Bahn nach New Jersey. Von dort aus hat man vor allem in der Abendsonne einen herrlichen Blick auf Downtown Manhattan:

Nach dem Sonnenuntergang sind wir wieder nach Manhattan gefahren und haben uns bei Macy’s ins Einkaufsgetümmel geworfen. Wirklich fündig geworden sind wir dabei aber nicht, und so sind wir - frei von Einkaufstaschen - noch ein wenig Fotografieren gegangen.

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July 1st, 2008 at 11:00 pm

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USA 2008 - Tag 17, New York

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Bei unserem ersten New York-Aufenthalt im September 2006 haben wir gerade die Zeit der UNO-Generalversammlung erwischt und konnten die UNO daher nicht besichtigen. Das haben wir am Montag nachgeholt und uns eine Führung durch die verschiedenen Säle und Räume angesehen. Führungen gibt es dort auch auf Deutsch, aber nur auf Anfrage (was wir aber nicht gewusst haben); so bekamen wir halt von einer Deutschen eine Führung auf Englisch.

Nach dem Abstecher in den Devotionalien-Shop sind wir weiter zu B&H gefahren, um die Kamera-Ausrüstung ein wenig upzugraden. Danach haben wir eine Rundfahrt mit der Staten Island Ferry gemacht, um die Freiheitsstatue zu begrüßen und ein paar Blicke auf die New York City Waterfalls zu werfen, aber leider hat es sich auf der Rückfahrt wieder verzogen…

Am Abend sind wir zu “Michael Jordan’s The Steak House” gegangen, das sich auf einem der Balkone in der Grand Central Station befindet. Was genau Michael Jordan damit zu tun hat weiss ich nicht, jedenfalls haben wir dort zwei wirklich exzellente Steaks gegessen (und auch eine wahrhaft erschreckende Summe gelöhnt).

Written by gotti

June 30th, 2008 at 11:00 pm

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USA 2008 - Tag 16, Washington, New York

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Am Sonntag Vormittag sind wir zur letzten Etappe unserer Reise aufgebrochen: Autos und Flugzeuge hatten wir ja schon zur Genüge verwendet, also haben wir uns für diesen Teil zu einer Fahrt mit dem Zug entschlossen.

Wir hatten ein “reserved coach”-Ticket, was soviel wie “es gibt vermutlich irgendwo einen Platz für dich im Zug… vielleicht” bedeutet. Von Washington bis Baltimore haben wir keine nebeneinander liegenden Plätze ergattert; ich durfte neben einer älteren Dame sitzen, die mir eine gute Stunde lang von ihrer lange zurückliegenden Reise durch das winterliche Österreich vorgeschwärmt hat (”so many skiers… lovely” - naja). Ungefähr fünfzehnmal hat sie mich darauf aufmerksam gemacht, ja nicht im Juni oder Juli nach Washington zu fahren, weil es zu dieser Zeit viel zu heiß sei; Frühjahr oder noch besser Herbst seien eindeutig vorzuziehen. Meine Einwände, dass ich eigentlich gerade aus Washington komme, mir dies aber gerne für das nächste Mal merken werde, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen - um mich dann kurz darauf erneut darauf hinzuweisen.

Nach knappen drei Stunden im gewohnt gut gekühlten Zug erreichten wir New York, wo wir von einem warmen Sommerregen begrüßt wurden. Unser Plan war, mit dem Taxi zum Hotel zu fahren (drei Koffer durch die U-Bahn zu manövrieren ist langweilig) - dummerweise sind die New Yorker und auch die anderen aus diversen Zügen ausgestiegenen Menschlein ein ausgesprochen wasserscheues und überraschend flinkes Volk und waren um einiges schneller als wir an den Taxen. So haben wir uns eine gute Viertelstunde im Trockenen versteckt und auf das Ende des Regens gewartet, um uns gemütlich und trocken in Taxi zu angeln. Schlussendlich gelang uns das auch, und so erreichten wir etwas später als geplant unser Hotel, das Millenium Broadway, wo wir ein Zimmer im 49. Stock (von 52 vorhandenen) bezogen und eine recht nette Aussicht genießen konnten:

Dort haben wir einmal unsere Koffer abgeladen und uns anschließend Richtung Süden aufgemacht, um ein wenig einzukaufen. Leider hat uns der Regen den Spaß aber gründlich verdorben, und so sind wir zurück Richtung Norden gefahren, um der gnä Frau ihr Einkaufsvergnügen unter Dach zu ermöglichen. Von der Südspitze des Central Parks sind wir dann zu Fuß zurück zum Hotel spaziert, haben am Weg ein paar Burger verdrückt und dann noch ein wenig die Gegend um den Times Square erkundet.

Den Abend haben wir im Kino verbracht und uns WALL•E angesehen. Witzig war nicht nur der Film, sondern auch das Kino an sich: Freie Platzwahl macht die Sache doch gleich spannender. Außerdem scheint es Usus zu sein, bei besonders lustigen Szenen fröhlich drauflos zu applaudieren - fragt sich nur, für wen?

Written by gotti

June 29th, 2008 at 11:00 pm

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Reisebericht, Tag 14

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Der letzte Tag unserer Reise begann mit dem kunstvollen Verpacken der restlichen Dinge, die irgendwie alle noch in die Koffer mussten. Danach verabschiedeten wir uns kurz und bündig von unserer dubiosen Gastgeberin und deponierten unser Gepäck beim Doorman, da es uuuunmöglich in der Wohnung bleiben konnte, weil die ja geputzt werden muss für die nächsten Gäste. Vielleicht war die Blondine ja auch nur die Putzfrau, wer weiss…

Wir machten uns auf jeden Fall in Richtung Central Park auf, um dort beim bewährten Green Cafe neben dem Plaza unser Frühstück einzunehmen (wer fand sich dort zwei Tische weiter ein? Fängt mit Pief an und hört mit ke auf). Der bis dahin nur grau verhangene Himmel meinte danach leider, uns mit ein paar Regentropfen den Abschied versüssen zu müssen, sah aber bald die Unanständigkeit dieses Vorhabens ein und beschränkte sich aufs grau sein. Gestärkt und fast nicht naß spazierten wir dann zur Subway-Station in der 57. Strasse, um mit dem F-Train zum MoMA Postkarten kaufen zu fahren. Leider wurden unsere Bemühungen abermals von der MTA sabotiert, da dieses Wochenende keine F-Downtown-Züge stehen blieben - so wurde unser Spaziergang etwas länger und wir marschierten gemächlich zum MoMA.

Nachdem wir unser Einkäufe erledigt hatten, marschierten wir zuerst noch wenig die Fifth Avenue entlang, um uns dann hinüber auf die 7th Avenue zu bewegen. Die war überraschenderweise für ein Strassenfest abgesperrt, das vor allem von den Andenken- und TShirt-Händler belebt wurde. Wir quälten uns durch das Gedränge und mussten all die guten Angebote links liegen lassen, da wir uns mit dem bescheidenen verbliebenen Barvermögen von knappen $10 (gut eingeteilt!) nur wenig Chancen ausrechneten - und irgendwie machte keines der Standln den Eindruck, Kreditkarten zu akzeptieren.

Wir nahmen’s aber gelassen und kamen nach viel Geschiebe und Gefluche irgendwann beim Times Square an, wo ich noch das lange ausständige Foto der Rekrutierungsstelle für die US-Streitkräfte knipste. Eigentlich wollten wir uns anschließend im Gift Shop der MTA in der Grand Central Station mit Devotionalien eindecken, leider waren aber die von mir gewünschten Socken mit der Subway-Karte drauf nicht in meiner Größe vorrätig und die durchaus knuffigen Shirts mit den Bezeichnungen der Subway-Linien mit Preisen jenseits der $20 doch entschieden zu teuer. Unverrichteter Dinge verabschiedeten wir uns also mit einem letzten Blick in die große Halle und machten uns wieder zur U-Bahn auf, um die verbliebene Zeit für einen letzten Blick auf die Freiheitsstatue zu nutzen. Da aber die von uns eigentlich gewünschte Linie (N oder R) lange Zeit auf sich warten ließ, wollten wir den Prozeß etwas optimieren und stiegen selbstsicher in den nächsten W, der daherfuhr - nach zwei Wochen braucht man ja keinen Plan mehr, harrharr.

Gewundert haben wir uns erst, als wir nach der Canal Street auf einmal aus dem Tunnel hinausfuhren und die Reise über eine Brücke fortsetzten… Ach, der W fährt nicht nach Süden, der fährt über die Manhattan Bridge nach Brooklyn. Natürlich war dieser Ausflug in weiser Voraussicht arrangiert, da wir so vom Zug aus einen letzten Blick auf die Freiheitsstatue, die Südspitze von Manhattan und die Brooklyn Bridge genießen konnten. Der Umstand, dass wir erst 10 Minuten und einige durchfahrene Stationen später (wenn schon, dann Express-Train) bei der Atlantic Avenue wieder umkehren konnten und uns dann, bedingt durch die fortgeschrittene Stunde, direkt wieder zu unseren Koffern weiterfuhren, war natürlich schon vorher bekannt und in die Planung integriert.

Nach dringend notwendigen Boxenstopps in der “Candy Bar” (Schoko kaufen) und der Drogerie (Ohrenstöpsel für mich kaufen) holten wir endlich gegen 14.00 unsere Koffer ab und begaben uns auf die Reise zum Flughafen, die überraschend gut funktionierte (auch dank der netten New Yorkerin, die der gnädigen Frau beim Koffertragen behilflich war - ich hatte schon zwei Koffer in der Hand, also keine Kommentare dazu!).

Am American Airlines-Terminal begann dann die große Sucherei: Wo zum Teufeln ist da der Check-In? Ein einsames Schildchen wies uns den Weg in der ersten Stock - doch nur über eine Stufe. Der Lift war immerhin gleich ums Eck, hatte aber in seiner ca. 300 jährigen Dienstzeit (geschätzt anhand der Sedimente am Boden) schon die Hälfte des Bodenbelags eingebüßt und untermalte seine Tätigkeit mit einem sehr entmutigenden Betriebsgeräusch. Normalerweise standen in den letzten zwei Wochen überall und bei jeder Gelegenheit unzählige Auskunftspersonen herum, die armen Unwissenden wie uns den Weg wiesen (sogar beim Klo im Central Park gabs eine Einweiserin!) - am Flughafen keine Spur davon. Nach 10 Minuten fanden wir dann doch etwas, das zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit Check In-Schaltern aufwies (nannte sich aber nicht “Check In”, sondern “Area A” oder so).

Jegliche Gerüchte über die große Hektik, die in Amerika herrscht, sind heillos übertrieben: Ich habe noch nie jemanden mit so großer Gelassenheit an ihre Tätigkeit herangehen sehen wie die kaugummikauende Gurke beim AA-Check In. Unsere verzweifelten Bitten nach Fensterplätzen wurden natürlich abgewiesen, stattdessen versuchte einer ihrer Kollegen mit billigen Tricks, uns noch weiter zu erleichtern: Beim Koffer-Abwiegen stützte er sich lässig mit der Hand am größten Koffer auf, was seine Kollegin mit einem verschlafenen “Oh, this one is overweight, you have to pay” quittierte. Es war ihm aber sichtlich peinlich, bei diesem billigen Trick entlarvt zu werden, wir bekamen nach unendlicher Wartezeit, die in keiner Weise mit der unglaublichen Effizienz am Wiener Flughafen mithalten kann (und das trotz der “Wiener Gemütlichkeit”!) unsere Boarding-Pässe.

Im Flugzeug sitzend fand diese Gangart dann ihre Fortsetzung: Nachdem wir 40 Minuten auf Passagiere gewartet haben, werden wir endlich vom Gate weggeschoben, bleiben irgendwann stehen - auf einmal geht das Licht aus, die Klimaanlage ist still, der Fernseher ist tot. Feature, Bug? Die Besatzung klärt auf: Man habe beim Wegschieben vergessen, die “external power source” abzustecken, und drum müssen wir zurück zum Gate geschoben werden, damit diese wieder angehängt und dann sogar mal Turbinen gestartet werden können. Hmmm, ein gutes Omen? Mit einer Stunde Verspätung flogen wir dann doch mal Richtung Europa ab.

Der Flug selbst wurde uns auf verschiedene Arten versüßt: Mindestens drei kleine Kinder sorgten für die Geräuschkulisse, es wurde wie schon am Hinflug “Ab durch die Hecke” gezeigt, und damit’s im Magen nicht fad wird gabs ordentliches Gerüttel und Geschüttel. Auch der Pilot war sichtlich froh, endlich in Zürich landen zu können, und schlug dort mit einem ordentlichen Rumpler auf. Leider hatten wir bis zum Weiterflug nach Wien mehr als fünf Stunden Aufenthalt in Zürich, die wir zuerst zum frische Luft schnappen (am Taxistand) und anschließend zum “gemütlichen” Nickerchen auf der Bank nutzten. Im Endeffekt waren wir dann froh, endlich in das Flugzeug nach Wien steigen zu können…

Am Flughafen erwartete uns dann gleich der typische ÖBB-Automat, der ungefähr eine Stunde braucht, bis er mal die Auswahl für die Vorteilscard geladen hat, und uns so die S-Bahn vor der Nase davonfuhr. Irgendwann kamen wir dann endlich doch in der Wohnung an, wo wir wenigstens schon von einem ordentlichen Schweinsbraten erwartet wurden, der uns den Magen nach den Entbehrungen im Burger-Land wieder einrenkte…

Written by gotti

September 26th, 2006 at 9:06 pm

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Reisebericht, Tag 13

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Nachdem wir uns die letzten Ham and Eggs dieser Reise vergönnt haben (Tramway Diner bei 3rd Av/60th St ist durchaus empfehlenswert), starteten wir zur Grand Central Station, um von dort zum UNO-Hauptquartier zu spazieren. Schon am Weg hin fühlten wir uns wieder auffällig gut behütet, da die Anzahl der Uniformträger beachtlich hoch war. Das UN-Gebäude konnten wir dann nur von der anderen Strassenseite begutachten, da die First Avenue in diesem Bereich komplett abgesperrt ist und unsere Versuche, die Strasse zu überqueren, mit einem “You guys have ID? No? No way here” abgewehrt wurden. Nach längerer Suche fanden wir dann noch eine Fahne, die der österreichischen zumindest entfernt ähnlich sah, und zogen halbwegs zufrieden von dannen.

Wir entschieden uns dann, zu Fuß bis zum FAO Schwarz zu spazieren - den hatten wir bis dahin, trotz der günstigen Platzierung neben dem Apple-Store, mehr oder weniger übersehen. Am Weg dorthin kamen wir am Waldorf Astoria vorbei und waren nicht wirklich verwundert, auch dort unzählige Polizisten, Absperrgitter, schwarze Suburbans und Kameraden mit Knopf im Ohr und “Secret Service”-Pin am Kragen zu finden. Noch mehr wunderte uns aber, wie häßlich das Waldorf von aussen wirkt, anscheinend hat der werte Mr Dabbeljuh eine Vorliebe für grausliche Absteigen, da ja auch das Interconti in Wien von außen eher nach Bukarest passen würde.

Am Weg zum FAO Schwarz kamen wir dann noch an der St. Patricks Cathedral vorbei, die zwischen den ganzen Wolkenkratzern rundum beinahe etwas verloren wirkt. Apropos verloren: In einer Strasse gleich in der Nähe ist das Austrian Cultural Forum zu finden, ein sowohl von innen wie auch von aussen höchst interessanter Bau.

Den nächsten Zwischenstop legten wir am Sony Plaza ein, wo wir uns das “Sony Wonder Technology Lab” zu Gemüte führten. Ich kann mich noch an meinen Besuch dort bei meinem ersten New York-Aufenthalt erinnern - seitdem hat sich nicht viel verändert, und das war vor guten 10 Jahren… Außerdem war ich damals wohl auch altersmäßig eher in der angepeilten Zielgruppe. Immerhin gab’s saubere WCs (ein seltenes Gut!).

Schlußendlich beim FAO Schwarz angelangt mussten wir natürlich einmal die ganze Kuscheltier-Palette durchsehen und -testen, um uns anschließend zur Lego- und Modelleisenbahn-Abteilung zu bewegen. Da uns die kleinen ungezogenen Kinder aber nicht an die benachbarte Carrera-Bahn heranließen waren wir unerwartet schnell fertig und genehmigten uns prompt ein Häagen Dasz-Eis im Central Park. Dort konnten wir dann noch eine interessante Hochzeitsgesellschaft beobachten, die zu den Klängen eines Dudelsackspielers, der offenbar von der eher unansehnlichen Braut ablenken sollte, ein zuvor vom Pfarrer von Sandlern gesäubertes Areal enterten. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir dann mit Besuchen bei verschiedenen Ablegern der Souvenir-Mafia und einigen Fetzentandlern.

Im Quartier angelangt wunderten wir uns einerseits abermals über unsere Vermieterin, die sich gerade mit einer nicht unansehnlichen Blondine im Arm zu Bett begab, anderseits über die Menge an Wäsche, die wir offensichtlich einmal in unseren Koffern untergebracht hatten. Die gnädige Frau nahm sich aber dieser Aufgabe an, während ich mich mit wichtigen Dingen (Duschen, c’t lesen) beschäftigte.

Written by gotti

September 26th, 2006 at 8:07 pm

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Reisebericht, Tag 12

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Heute war es soweit! Nach einem beschleunigten Frühstück und einem zur allgemeinen Verwundern erwischten Bus schafften wir es, rechtzeitig am Circle Line-Pier zu sein und unsere zweistündige Rundfahrt zu absolvieren.

Zuerst ging’s den Hudson hinunter bis zur Freiheitsstatue und nach einer Drehung um die eigene Achse, damit auch der letzte ein Foto ergattern konnte, den East River hinauf, unter den südlichen drei Brücken durch hinauf bis zur südlichen Spitze von Roosevelt Island. Dort wurde gewendet, und wir schipperten wieder um halb Manhattan herum zurück zum Ausgangspunkt. Vom Wasser aus gelangen uns noch einige hoffentlich gelungene Schnappschüsse auf die verschiedenen Brücken und Attraktionen, trotz der (für einen Soziopathen wie mich) widrigen Umstände am Boot, da das Gedränge und Geschiebe um die beste Foto-Position doch einigermaßen nervig war (und hatte man diese dann erreicht, stand sicher irgendein Idiot bereit, um einen seiner offensichtlich ausser Kontrolle geratenen Körperteile ins Bild zu halten).

Das frühe Frühstück (!) forderte aber seinen Tribut: Nach der Rundfahrt knurrte uns der Magen - ein völlig ungewohntes Gefühl zur Mittagszeit. Nach kurzer Suche entschieden wir uns, beim “Dallas BBQ” einzukehren, wo wir erstaunlich gut und günstig zu Mittag aßen. Faszinierend an amerikanischen Gaststätten ist immer noch, dass es offensichtlich nur eine Toilette für Gäste und Angestellte gibt - und dass die Angestellten immer mit Schildern in der Art von “Employees must wash hands” ermahnt werden müssen. Wenn nur die Employees müssen, warum tu ichs dann?

Nach dem Essen machten wir uns wiedermal Richtung Ground Zero auf, wo wir das am 18. September eröffnete “TributeWTC Visitor Center” besuchten. Die nicht wirklich umfangreiche Ausstellung (vier Räume, bei großzügiger Zählung) war gut aufgemacht, wenn auch doch etwas kurz. Da sich die Lokalität schnell füllte und das Schneuzen und Schluchzen der Angehörigen auf Dauer doch aufs Gemüt drückt, waren wir relativ schnell wieder fertig.

Um den Rest des Tages zu nützen, machten wir uns zu Skyscraper Museum am Battery Plaza auf. Auch dort gab’s hauptsächlich - oh Wunder - die Twin Towers zu sehen, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel: Hier wurde die Geschichte, die Planung, der Bau und die Verwendung erläutert, was einen guten Kontrast zur eher tränendrüsenlastigen sonstigen Darstellung bot. Negativ waren wiedermal ein paar unserer lieben Nachbarn (ich fühle mich verfolgt!), die durch lautes Dauerplappern negativ auffielen uns abermals erhellten: Tussi A “Das muss doch voll krass sein, sowas hohes zu bauen” Tussi B “Ja, und wie die das gemacht haben, so große Kräne gibbet wohl gar nich” A: “Da haben se wohl einen Kran immer weiter mit rauf gebaut” B: “Und wie hamse den dann runter gekriecht, hä?”. (Nach einem etwas lauteren “Wurscht wo ma hinfahrt, irgenda deppada Piefke muss immer die Gosch offen haben” sind sie dann verschwunden, und schreiben jetzt wahrscheinlich über die unfreundlichen Österreicher, die man überall trifft) Leider blieb der heutige Tag aber ohne weitere Begegnungen mit dem werten Hrn. Präsidenten, mal schaun ob wir uns nochmal sehen. Anzumerken ist, dass sich der werte Herr heute am Boot im Gesicht einen Sonnenbrand geholt hat.

Take care!

Written by gotti

September 22nd, 2006 at 5:31 am

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Reisebericht, Tag 11

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Nach einem weiteren erfolglosen Versuch, bald aufzustehen, um den Vormittags-Termin der Schiffsrundfahrt zu erleben, entschieden wir uns, das wieder einmal schöne Wetter auszunutzen und die Wolkenkratzer in Midtown zuerst von unten und danach vom Empire State Building aus zu betrachten. Ausgerüstet mit Donuts und Kaffee marschierten wir also zuerst die Fifth Avenue entlang und wunderten uns über den Protz-Tempel namens Trump Tower, bogen dann Richtung Citicorp Building und marschierten dann nichts Böses ahnend oder planend die Lexington Avenue weiter nach Downtown.

Doch ER kam uns wieder in die Quere! Zuerst wunderten wir uns nur, warum soviel Polizei (nochmal das doppelte von “sowieso schon viel Polizei”) unterwegs war, warum soviele schwarze Limousinen mit Blaulichtern auf der Sonnenblende auf der Strasse parkten und warum über drei oder vier Blocks Parkverbote aufgestellt waren und Autos abgeschleppt wurden. Bei der 40. Strasse kam wir dann zum Stehen, was an der beträchtlichen Menschenmenge und der noch viel beträchtlicheren Ansammlung von Polizei lag, die sich rund um eine Strassesperre gebildet hatte. Nach einigen “normalen” Polizeiautos (sprich Crown Vic oder Impala) in voller Festbeleuchtung und einer Geschwindigkeit, die wahrlich nur auf abgesperrten Strassen angeraten ist (und das trotz der vielen Schlaglöcher), kam lange nichts… dann wieder einige Polizeimotorräder (so klein und doch soviel Lärm) und auf einmal eine Kolonne von schwarzen Limousinen mit dubiosen Siegeln auf der Seite, gefolgt von unzähligen Pickups, Polizeiautos und auch einem Krankenwagen, akustisch untermalt von lauten Buh-Rufen der Umstehenden. (Spezielle Sonderausstattung der Pickups war eine offene Hecktür bzw. ein offenes Fenster, aus dem etwas herausblickte, das doch stark an eine Gewehrmündung erinnerte.) Gleich darauf war die Strassensperre verschwunden, und wir strömten gemeinsam mit der Menschenmenge weiter. Ein erstaunlich grimmig dreinblickender Polizist bestätigte auf Nachfrage mit grosser Verwunderung unsere Vermutung, was das denn gerade gewesen sein könnte: “The president just came through”. Aha!

Unter den Umstehenden und auch unter jenen, die uns entgegen kamen, waren viele am Kopfschmuck einfach erkennbar Juden, die grosse Plakate mit Aufschriften wie “Bomb Iran, what are you waiting for” oder “If Israel doesn’t defend itself, who will?” trugen, Israel-Fahnen trugen und allgemein eher in Protestlaune schienen.

Da fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren ( (c) Otto): UN-Generalversammlung ist ja! Das ist der Grund, weshalb halb Manhattan abgesperrt oder sonstwie umgeleitet ist, und darum ist auf zahlreichen Strassen ein mittlerer Fahrstreifen abgesperrt (wahrscheinlich für die weniger wichtigen Staatsoberhäupter, die ruhig auch mal etwas näher an potentielle Terroristen kommen dürfen). Eigentlich waren wir ja doch relativ nahe am werten Mr. Bush dran, und nichtmal unsere Tasche (oder auch einer der Riesenrucksäcke der Fahrradkuriere, die mißmutig warten mussten) wurde irgendwie kontrolliert. Also wenn ich mich zum Beten hinlegen würde, so eine Gelegenheit verstreichen zu lassen kostet sicher ein paar Jungfrauen im Paradies…

Wir setzten unseren Marsch bis zur 42. Strasse fort, ergötzten uns am Chrysler Building und gingen dann weiter zur Public Library auf der Fifth Avenue. Dort wurde unsere Tasche natürlich inspiziert (beim Betreten UND beim Verlassen), und nach einem kurzen Rundgang kamen wir beim eigentlichen Ziel, dem Empire State Building, an.

Vor der Türe wird vernünftigerweise eine Tafel aufgestellt, die die zu befürchtende Wartezeit angibt - ein bis zwei Stunden wurde uns dort prognostiziert. Zum ersten Mal hatte aber der vernünftigerweise beschaffte “City Pass” einen wirklich greifbaren Sinn, da wir uns damit die Schlange vorm Ticketschalter ersparen konnten - haha!

Am Observation Deck verbrachten wir dann über zwei Stunden, in denen wir natürlich intensiv den Ausblick betrachteten und Gelegenheit zu tiefen Einblicken in die Geisteswelt deutscher Urlaub erhielten, die uns mit tiefschürfenden Betrachtungen wie “Mann, das ist aber ganz doll hoch hier” erleuchteten, aber Gott sei Dank immer schnell weiterzogen (”Komm, lass uns mal zu einem anderen Spot gehen”). Uns fiel nur auf, dass auch im 86. Stock die Geräuschkulisse von diversen Variationen von Sirenen bestimmt wurde.

Irgendwann wurde es uns zu kalt, und auch die Kamera nahm sich mit leerer Batterie und voller Speicherkarte aus dem Rennen. So begaben wir uns wieder nach unten und genehmigten uns einen Mittags-Bagel. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg, um die Urlaubskasse in diversen Geschäften zu dezimieren - anscheinend gibt es ein weibliches Gen, das einen Besuch bei Macy’s vorschreibt. Am Weg dorthin wurden zur Einstimmung einmal Stiefel gekauft, bei Macy’s wurden wir dann beide fündig, und den Abschluss des Abends bildete dann ein Besuch in einem überraschend brauchbarem Geschäft namens “Old Navy”.

Written by gotti

September 22nd, 2006 at 4:34 am

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Reisebericht, Tag 10

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Der Tag begann erneut zu unmenschlicher Stunde (= zu früh), da wir eigentlich die Vormittags-Tour einer Hafenrundfahrt absolvieren wollten. Da wir uns aber von läutenden Weckern nicht stören lassen und noch dazu ausgiebig frühstücken wollten, um die in der Warteschlange bei der Freiheitsstatue erlebten Hungergefühle nicht erneut erleiden zu müssen, wurde dieses Vorhaben einstweilen verschoben.

Als Alternative begaben wir uns zum Flatiron Building und marschierten von dort weg (am Museum of Sex leider vorbei) Richtung Uptown in die Umgebung der Penn Station. Dort amüsierten wir uns über die verschiedenen Plakate am Madison Square Garden und ärgerten uns über die Baustelle, die momentan die Front des General Post Office verziert.

Leider verschlechterte sich das Wetter aber, sodass wir uns flott Richtung Subway bewegten, mit der wir bis in die Upper East Side fuhren. Zu Fuß ging es dann der Museumsmeile entlang hinauf bis zum Guggenheim-Museum - schon wieder eine Baustelle! Zu sehen gab’s Austellungen über Zaha Hadid und die Frühwerke von Jackson Pollock, den Abschluß bildete der obligatorische Besuch im Museumsshop, der uns zwei Tassen in Guggenheim-Form einbrachte.

Das gestrige Abendessen bildete dann den Tiefpunkt unserer bisherigen kulinarischen Erlebnisse: Die Kellnerin ließ sich erst nach ca. 10 Minuten blicken (und stand nicht schon da, sobald der Hintern die Sitzfläche berührte) und glänzte auch generell eher durch offensives Desinteresse, der “insalata siciliana”, lt. Speisekarte mit Sardellen, war von zwei ärmlichen Streifen Fisch verziert, usw. Alles in allem befanden wir, das erste Mal auch gut ohne Trinkgeld auszukommen, und ergriffen nach kurzer Zeit (die durch die unmotivierte Kellnerin nur künstlich verlängert wurde) wieder die Flucht. Naja.

Written by gotti

September 21st, 2006 at 2:41 pm

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Reisebericht, Tag 9

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Heuten haben wir der Mrs. Liberty einen Besuch abgestattet. Bereits um 7:15 Uhr ortszeit hat der Wecker geklingelt (Zum ersten Mal in unserem Urlaub), da wir unbedingt mit der ersten Fähre zu Liberty Island und Ellis Island wollten. Dies haben wir auch geschafft.

Bei traumhaft schönen Wetter sahen wir uns die Freiheitsstatue etwas näher an. Zuerst jedoch mussten wir 2 Sicherheitskontrollen über uns ergehen lassen. Die erste, am Festland, war ziemlich harmlos, die zweite fand direkt auf der Insel vor dem Betreten der Statue statt. Zu bestaunen gabs dort ein interessantes Gerät namens GE EntryScan3, der lt. Google nach Sprengstoff und Drogen schnüffelt… Hinterher waren wir um unsere Trinkflasche ärmer, da “drinks and food are not allowed at the statue, sir! either you lock it up or I’ll throw it away for you”. Nachdem uplocken mit erneutem Anstellen verbunden gewesen wäre, hat unsere delikate Cola-Poland Spring-Mischung ein trauriges Ende gefunden. Insgesamt brauchten wir von der Abfahrt an fast eineinhalb Stunden, bis wir endlich in der Statue waren.

Dort gabs zuerst eine kurze Einführung in die Geschichte, danach wurden wir ins Museum entlassen. Neben den Exponaten fielen dort v.a. die Touristengruppen aus dem asiatischen Raum (die politisch weniger korrekten Ausdrücke bleiben der Fantasie der geneigten Leserschaft überlassen) negativ auf, da sie unter beträchtlicher Geräuschentwicklung einerseits ALLES, aber auch wirklich ALLES fotografierten und filmten, andererseits jede erdenkliche Pose ausnutzten.

Bis zur Aussichtsplattform fuhren wir dann mit dem Lift. Von dort aus konnte man zuerst unter den Rock der Miss Liberty spechteln, sprich die Konstruktion von innen betrachten, und danach mit den schon erwähnten Reisgenießern um einen Platz an der Brüstung prügeln, um den Ausblick nach Manhattan zu bestaunen und fotografisch zu dokumentieren. Der Weg in die Krone ist ja seit 2001 versperrt, soll aber lt. einem der Ranger 2009 wieder geöffnet werden - “will make this job a lot harder for me”, weil sich dann wieder Menschenmassen stundenlang enge Stufen hinaufdrängen. Man wird sehen.

Nach dem Rundgang auf der Aussichtsplattform spazierten wir über die Stiege hinuntern und drehten anschließend noch eine Runde um das Podest, auf dem die Statue steht. Danach ging es mit der nächsten Fähre weiter zum Immigration Museum auf Ellis Island. Dort verbrachten wir den Rest des Nachmittags und wanderten durch die verschiedenen Ausstellungen über den Sinn von Ellis Island und diverse Schicksale von Einwanderern sowie über den Werde- und Niedergang des Insel selbst.

Um halb sechs machten wir uns schließlich auf den Weg zurück ans feste Land. Da uns die Füße noch nicht weh genug taten beschlossen wir, noch einen schnellen Spaziergang durch Chinatown und Little Italy zu machen. So begutachteten wir noch die unglaubliche Vielfalt an Dingen, die man dort zu kaufen bekommt (Favorit: die lebenden Krabben neben den Erdnüssen), und gerieten anschließend in ein Strassenfest in Little Italy, bei dem es aber anscheinend hauptsächlich darum ging, Steak-Sandwiches (offensichtlich ein neues italienisches Nationalgericht) zu verkaufen. Wir zeigten uns von diesen kulinarischen Verlockungen aber unbeeindruckt (teilweise auch, weil keine Preis angeschrieben waren und die Leute hinter den Verkaufsständen etwas zu sehr auf Kundenfang waren) und genehmigten uns einen gesunden, kalorienarmen Burger.

Written by gotti

September 20th, 2006 at 5:25 am

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Reisebericht, Tag 8

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Das anhaltend schöne Wetter nutzen wir heute zu einem ausgiebigen Rundgang durch den Central Park. Als überaus motivierte Urlauber schälten wir uns schon kurz vor halb elf aus dem Bett und machten uns nach der ausgiebigen Dusche auf den Weg. Neben dem Plaza (das übrigens zumindest von außen erstaunlich häßlich ist) deckten wir uns mit Bagels und Muffins ein, um es uns dann beim Pond gemütlich zu machen und zu frühstücken.

Leider ist es auch hier üblich, den Leberkäse vor einen Wagen zu spannen und damit Touristen zu befördern, bevor er seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird. Pferdemist riecht jedenfalls weltweit gleich und gehört nicht zu den Gerüchen, die man auf nüchternen Magen leicht verkraftet. Gott sei Dank blieben diese olfaktorischen Angriffe auf einige Bereiche im Park beschränkt. Ausgehend vom Zoo ging es via Bird Sanctuary und Dairy zum Karusell, von dort dann zu Sheep Meadow und durch die Mall weiter zur Bethesda Fountain und zum Lake. Nach einer Pause zum Füße abkühlen kämpften wir uns dann weiter zum Conservatory Pond und von dort hinauf zum Belvedere Castle und zum Obelisk. Ursprünglich wollten wir zwar hinauf bis zum Harlem Meer marschieren, beim Reservoir hat uns dann aber die Motivation verlassen und wir marschierten an der Westseite des Parks entlang hinunter zu den Strawberry Fields. Dort gaben einige Überbleibsel aus der Hippie-Ära ihre Interpretationen diverser Beatles-Songs zum Besten, wir lauschten den Klängen aber nicht allzu lange und verließen die Stätte der, äh, Andacht bald wieder.

Nachdem sich Abendessen-mäßig hier in der Gegend um unser Quartier zwar einiges abspielt, das meiste aber im Endeffekt entweder wie Pizza oder ein Burger aussieht starteten wir die zweite Expedition des Tages und machten uns zu Katz’s Deli in der Houston Street auf. Nachdem wir dort zuerst über die Menschenmassen erschraken, waren wir umso überraschter, als wir nach knapp 10 Minuten Wartezeit bereits an der Reihe waren und flott mit einem Pastrami-Sandwich und Dill-Essiggurkerl abgefertigt wurden. Geschmacklich war es mal ganz interessant, vor allem weil Pastrami zumindest mir bis jetzt unbekannt war - aber auch nichts für jeden Tag. Vorteilhaft beim Sandwich war auch das Verhältnis Brot zu Fleisch (ungefähr 1:5).

Nach der Rückfahrt mit dem F-Train marschierten wir dann noch zum Food Emporium, um unsere Wasser-Vorräte wieder aufzufüllen (das Leitungswasser ist zwar genießbar, geschmacklich erinnert es jedoch zu stark an jenes in z.B. Lignano - die dezente Chlor-Note verhindert übermäßigen Genuß, weshalb wir auch weiterhin “Poland Spring” trinken). Dort verblüfften wir den Peon an der Kassa (Juan) mit unserer unglaublichen Kleingeld-Sammlung und hielten den Betrieb für sicher fünf Minuten auf, während er mit Zählen beschäftigt war.

Zurück im Quatier lernten wir zum ersten Mal seit unserer Ankunft die Hausdame kennen: eine Dame im mittleren Alter, die nur Hello sagte und hoffte, dass wir uns in unser Reich verziehen, mitsamt ihrer Mutter - sehr sehr höflich. Ich glaub wir essen unser Mitbringsel (Mozartkugeln) selbst. Die Mutter warf uns nur böse Blicke zu; ich glaube, die haben wir aus ihrem Zimmerchen verjagt…

Written by gotti

September 18th, 2006 at 4:31 am

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Reisebericht, Tag 7

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Sonnenschein und ein paar Wolken am blauen Himmel! NYC zeigte sich heute wieder von einer besseren Seite. Daher waren wir uns einig: Outdoor-Sightseeing. Jedoch zuerst mal zu meinem Erlebnis beim Frühstücken in der Bäckerei Hot & Crusty. Das Essen ordern und bezahlen klappt ja mittlerweile recht gut, jedoch hat es heute beim Essen nicht so geklappt. Kaum habe ich mich niedergesetzt stieß ich den Kaffee meines Sitznachbarn, einen Deutschen, um. Trotz lautem Bedauern nahm er es mit Humor und fing darauf gleich zum Erzählen an, was er in NY so macht und wie die Amis in Heidelberg so sind.

Von diesem Schock erholt hatten wir auf den Weg zur Brooklyn Bridge gleich das nächste Erlebnis: Da die MTA meint an diesem Wochenende die Subway zu erneuern und einige Linien sperrten brauchten wir eine Zeitlang nach Brooklyn. Dies lag auch daran, dass ich zu spät draufkam, dass es laut Reiseführer besser ist von Brooklyn aus über die Bridge zu laufen, mit Blick auf Manhatten. Weiters stellten wir fest, dass die Türen der Subway nicht mehr aufgehen, wenn sie einmal zu sind. Daher fuhr Wolfgang ohne mich mit der UBahn und ich konnte nur vom Bahnsteig aus hinterherwinken (war etwas zu langsam um in die abfahrende UBahn hineinzuhüpfen).

Schließlich kamen wir doch gemeinsam bei der Brooklyn Bridge an. It’ s wonderful wie die Amerikaner sagen würden. Die New Yorker, die den Fußgänger-Übergang als Sportstätte zum Laufen und Radfahren nutzen wollen, haben es nicht wirklich leicht, da mehr oder weniger wildgewordene Horden auf der Suche nach dem besten Platz für ein Foto alles blockieren - da konnten natürlich auch wir nicht zurückstehen und knipsten was das Zeug hält (oder hielt?). Wieder in Manhatten angelangt erledigten wir endlich unseren geplanten Rundgang durch Downtown Manhatten (bzw. holten die paar Dinge nach, die uns beim ersten Rundgang entgangen sind) und klapperten so z.B. die City Hall, das Woolworth-Haus oder St. Paul’s Chapel ab. Beim Bullen, der mittlerweile beinahe zu einem Wahrzeichen geworden ist, konnten wir die teilweise doch sehr interessanten (fast schon obszönen) Posen beobachten, in die sich die fotografierwütige Meute wirft.

Nach einer längeren Pause bei Starbuck’s machten wir uns Richtung Union Square auf, um unseren Rundgang dort fortzusetzen. Dort war ein Markt aufgebaut, der einerseits aus Souvenir-Standln, andererseits aus lautstarken Strassenkünstlern bestand. Um 50 Dollar ärmer, dafür zwei Souvenirs reicher sahen wir von weiteren Spaziergängen ab und machten uns Richtung Quartier auf, um unsere Einkäufe zu deponieren.

Unser Abendessen genehmigten wir uns bei Tad’s Steaks, einem Fast-Food-Steak-Lokal, das uns gut & günstig verköstigt hat. Danach machten wir uns zu Fuß Richtung Times Square auf, um auch dieses Schauspiel einmal bei Nacht zu erleben. Ein schwerer Fehler, da dieselbe Idee viel zu viele andere Leute auch hatten. So wurden wir den Gehtsteig entlang geschoben, bewunderten Cola-Reklame und “a typical New York cockroach”, begegneten Spongebob und Spiderman und bogen bald in Richtung der nächsten Avenue ab. Dort gings dann im selben Trubel wieder zurück hinauf Richtung Central Park, aber wenigstens war die Lage ruhig genug, um Postkarten auszusuchen. Zwar sind diese Karten relativ günstig zu haben (10 Stück für $1 - ein Preisvorteil, der durch das sagenhafte Porto von 84 cent wieder aufgewogen wird), können qualitativ aber nicht wirklich mit den heimischen Erzeugnissen mithalten. Teurere waren aber zumindest in den Touristenfallen, die wir probiert haben, nicht erhältlich, sie dürften also gut genug sein - also, nicht beklagen!

Am Heimweg über den Columbus Circle und das Südende des Central Park kamen wir dann noch beim Apple Store an der Fifth Avenue vorbei, der um halb zwölf sogar noch geöffnet war und natürlich prompt genauer begutachtet werden musste. Nach den obligatorischen Fotos begutachteten wir dann noch die neuen iPod nano-Versionen und überlegten, ob wohl das 30″-Cinema Display oder der 24″-iMac besser ins Wohnzimmer passen wird.

Die Baustellensituation auf der nahegelegenen Queensboro Bridge dürfte sich anscheinend verschlimmert haben: Bis Mittwoch oder Donnerstag haben die Autofahrer ihr Gehupe zumindest in der Nacht reduziert, mittlerweile ist zumindest anhand des Geräuschpegels kein Unterschied mehr festzustellen. Somit dürfen sich die in weiser Voraussicht schon mitgebrachten Ohropax ausgiebig bewähren.

Written by gotti

September 18th, 2006 at 3:55 am

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Reisebericht, Tag 6

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Da sich das Wetter immer noch nicht gebessert hat, sprich es regnete immer noch in Strömen, beschloss ich mal mit dem Bus M 15 nach lower Manhatten zu fahren. Dies war jedoch nicht die beste Idee. Wir brauchten umgerechnet für etwa 2 km ca. 1 Stunde. Wolfgang war wirklich sehr begeistert und ich eine Erfahrung reicher: Nie wieder Busfahren in New York City (zumindest nicht in der Rush-hour). Trotzdem habe ich einiges gesehen: Die Busfahrt ging die 2nd ave. entlang, vorbei an Chinatown, am Gefängnis und an der City Hall. Nach einem etwas mageren Frühstück bei Starbucks (Kaffee und Muffin) ging es weiter im nassen NYC zum Transit Museum. Sehr interessant war dabei, dass das Museum in einer ehemaligen Subway-Station untergebracht ist, welche noch vollkommen in Stand ist und jederzeit wiedereröffnet werden könnte. Neben einigen Erklärungen, wie man in früheren Tagen Tunnels gebaut hatte (auch unter dem River), waren im Untergeschoss eine Vielzahl von alten U-Bahnen ausgestellt. Da es gestern Nachmittag freien Eintritt im South Street Seaport Museum gegeben hätte, war dies unser nächstes Ziel. Jedoch war der Weg dorthin sehr, sehr holprig. Eigentlich wollten wir mit der nächstbesten Subway zum Battery Park und dann mit dem Bus weiter zum Seeport, da die Bushaltetelle am nächsten war, jedoch liefen wir am Battery Park wie 2 Irre durch die Gegend da wir nirgends die Bushaltestelle für den M 9 finden konnten. Als wir den Aufpasser in der U-Bahn Station fragten bekamen wir nur zur Antwort: “I’m only for subway”. “thats bad”. Da wir durch das Umherlaufen von oben bis unten nass waren, haben wir die Aktion “Seaport” wegen akuter Sinnlosigkeit abgebrochen und sind zurück zum Quartier gefahren. Nach einer ausgiebigen Trocken-Pause machten wir uns auf ins East Village, um dort einerseits das Abendessen zu erledigen und andererseits mal das dort angelegte Vergnügungsviertel zu untersuchen. Gegessen haben wir dann bei Lanza’s, einem ganz passablen Italiener, bei dem wir uns auch mal einen Cheesecake gönnten. Am Rückweg kamen wir dann bei einem ukrainischem Restaurant vorbei, das z.B. “Wiener Schnitzel” serviert, selbiges aber mit einem “fried egg” garniert. Auch ein CD-Geschäft ist uns begegnet; der Kaufrausch wurde aber aufgrund meiner Faulheit noch verschoben. Amüsant war auch der Blick auf das hiesige Partyvolk, das geschmückt und behängt wie die Pfingstochsen dahinstöckelt (und sogar die allgegenwärtigen Lüftungsgitter in den Gehsteigen gekonnt beherrscht).

Stand clear of the closing doors, please!

Written by gotti

September 17th, 2006 at 2:28 am

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Reisebericht, Tag 5

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Regen, Regen, nichts als Regen. So präsentierte sich NY heute von seiner nassen Seite. Also starteten wir dem Museum of Modern Art, kurz MoMa, einen Besuch ab.

Irgendwo habe ich mal eine Studie gelesen, dass die Amerikaner zu den eifrigsten Konsumenten von allen möglichen Medikamenten gehören (oder sogar die eifrigsten sind?). Seit gestern kann ich mir auch vorstellen, warum das wohl so sein könnte: Das ganze Museum war auf eine sehr gemütliche Temperatur von schätzungsweise 14° gekühlt, was vor allem den unangemessen gekleideten Touristen (= u.a. mir) zu schaffen machte, da es nur mit Jeans + T-Shirt bekleidet doch einigermassen frisch war. Man spart sich hier aber sowieso die Sauna-Gänge: Aus dem Haus raus: warm; in die Subway-Station: heiß, Schweißausbruch; in die Subway: Klimaanlage, Frösteln (bin gespannt ob die Wiener Linien ihre neuen Züge auch auf Kühlschrank-Niveau hinunterbringen); aus der Subway: heiß, siehe oben; aus der Station raus: Regen, nass, ält, wäh; in das Museum: kalt, kälter, MoMA.

Das MoMA an sich war auch für uns zwei als eher nicht so kunstinteressierte Zeitgenossen sehr interessant, auch wenn wir seitdem eine Karriere als Konzeptkünstler anstreben: Es gibt nichts, zu dem man nicht Kunst sagen könnte. IMHO gehts nur darum, zu einem möglichst banalen Gegenstand/einer möglichst banalen Tätigkeit/nedamoi des eine möglichst hochgestochene und unverständliche Erklärung zu finden, die von Kritikern dann noch viel unverständlicher umschrieben wird - dann hat man auf einmal ein Kunstwerk (man erinnere sich an die Simpsons-Folge, in der Homer einen Grill bauen will und auch zum Künstler wird). Highlight war ein Raum, in dem eine Zeitschaltuhr das Licht alle 5 Sekunden ein- und wieder ausschaltete oder das ohnehin weitbekannte komplett blaue Bild, dessen Name mir aber schon wieder entfallen ist (ich Banause).

Obligatorisch war natürlich auch der Besuch im MoMA-Shop, der zwar durch viele nett designte Artikel beeindruckt, finanziell aber zu größeren Unpässlichkeiten führen würde und daher schnell wieder verlassen wurde.

Danach gings an der Radio City Music Hall vorbei noch weiter zum Rockefeller Center, das natürlich ausgiebig fotografiert wurde. Nach einer Pause bei einer der zahlreichen Starbucks-Filialen spazierten wir dann die 5th Avenue hinunter, während die Dämmerung hereinbrach und uns so einige Fotos vom beleuchteten Chrysler- und Empire State Building erlaubte. Anschließend ging es zurück über die Grand Central Station nach Hause. Da hatten wir beide 2 getrennte Erlebnisse: Während Wolfgang in einem Geschäft ein Sandwich erstand und nichts außer chinesisch verstand, was an den chinesischen Verkäufern lag, beobachtete ich 2 Herren mit Chaffeur die sich in ihrem alkoholisierten Zustand sehr eigenartig benommen haben und der Chaffeur, der nur dazu grinste. Mein Einkauf im Asiaten-Deli: “Hi” “Hi, aldfjslsaldskfjhasdflkawrlkb” “I want a Sandwich, please” “Akjhsldkfhsfskjhsdfklhjsdkfjekrjhsdkfjhser” “Tuna, please, with a tomato” “adlkfhsldkfskljhsekljher” “asflhsf asdfjh ueiuiad iuiudayuiuayy” “see you” “bye bye, have a good night, akiuiadfsdf uiu akauiuyauyi”. Sprachkurs for free, ganz ohne Humb*ldt!

Was uns noch so aufgefallen ist:

  • Irgendwann muss jemand einmal über eine Rolltreppe gefallen sein und die MTA in Grund und Boden geklagt haben: Bei jedem Escalator (es eskaliert hier!) gibt es Hinweisschilder und großteils auch Lautsprecher, die einen dazu anhalten, sich festzuhalten, nicht zu laufen und sich auch sonst brav und anständig zu benehmen. Im Gegensatz dazu sind die Abgänge von der Straße in die Subway-Stationen aber bei Regen unglaublich glitschig und rutschig - was aber nichtmal ein “Slippery when wet”-Schild wert ist.

  • Soviel uniformiertes Personal (und besonders soviel Polizei) hab ich bis jetzt nur beim Bundesheer gesehen. Dort wo bei uns ein Schild steht oder ein Absperrband gesperrt wird stehen hier ein bis drei (meist schwarze) hilfreiche Geister in Uniform, die einen mehr oder weniger vehement entweder wegschicken oder in die richtige Richtung umleiten.

  • Klimatisierte U-Bahnen gibt es hier seit den 50ern. Shame on you, Wiener Linien!

  • Die in Österreich irgendwie angebrachte Scheu vor Geschäften mit Neon-Reklame im Fenster sollte man am besten zu Hause lassen, sonst verhungert man bald. Anscheinend sind diese Dinger hier ein Zeichen von Wohlstand oder besonderer Geschmacklosigkeit des Besitzers (was sich dann auch oft in der Inneneinrichtung äußert), auf jeden Fall sind sie allgegenwärtig.

In diesem Sinne, “stay alert and have a save day”.

Written by gotti

September 17th, 2006 at 2:27 am

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