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sinnvolles & sinnloses

Archive for the ‘new york’ tag

Reisebericht, Tag 4

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(kursiv: Fr. Amtsdirektor in spe darf ich nicht mehr schreiben, Fr. Dr. Prieler am Werk)

Als wir wach wurden zeigte uns ein Blick aus dem Fenster, dass Himmel grau über grau war. Es war somit ein Museumsbesuch fällig. Wir entschieden uns für das Museum of Natural History, Nähe Centralpark West.

Während der U-Bahn fahrt zum Museum lernten wir zum ersten Mal den Unterschied zwischen einem “Express Train” und einem “Local Train” kennen. Wir stiegen natürlich in einen Express Train der zu unserem Leid nicht beim Museum stehen blieb sondern insg. 55 Streets in einem durchfuhr. Interessant war auch die Feststellung, als einzige Vertreter der weissen Minderheit im Waggon zu sitzen. Schließlich blieb die Bahn bei der 125st. stehen und wir fuhren mit einem LOCAL Train zurück. Trotz dieser Schwierigkeiten kamen wir dann doch im Museum an, wo wir uns gleich die Space Show ansahen. Eine Show über den Big Bang und über unser Universum. Danach gingen wir durch die einzelnen Räume wie: Dinosaurier, Ozean, Amerikan Indians, Meteoriten, ……… Verblüfft hat uns auch in diesem Museum der riesige Food-Corner, man alles bekam was das Herz begehrte (Mittagessen, Sweets und sogar Obst). Wir verbrachten den ganzen Tag im Museum, bis 5:45 pm, und sind dann weiter zum Grand Central Terminal gefahren. Wolfgang wollte unbedingt Steak essen gehen. Sind dann weiter Richtung Union Square/14th Street gegangen auf der Suche nach dem Steak-Hause Gotham Grill. Nach langem Suchen und 2x in den Reiseführer schauen sind wir draufgekommen, dass sich das Lokal in der 12th Street befindet, wo wir es schließlich auch gefunden haben. Jedoch entsprach es nicht unserer Preisklasse: ein T-Bone Steak 40$ ohne Taxen (shame on you, Baedeker - “Erschwinglich” ist das nicht!). Sind die Straße weiter entlang und fanden ein angeblich laut ausgehängter Speisekarte ein gutes-preisleistungsverhältnis Restaurant namens Knickerbocker. Hier durften wir dann eine weitere Feinheit der amerikanischen Gastronomiewelt kennenlernen: Die feine Differenzierung zwischen dem “dinner menu” und allem anderen was man sonst so auf der Scheibe anschlägt. Beim Reingehen wurde die Frage mit “dinner or bar?” natürlich mit einem selbstsicheren “dinner” beantwortet (ansaufen wollten wir uns ja schließlich nicht), woraufhin wir zu einem verdächtig aufwendig dekoriertem Tisch geführt wurden. Auch die Frage, welches Wasser denn gewünscht wäre, wurde wiederum falsch beantwortet (”sparkling” -> Flasche um $6.00) - gekrönt wurde die Sache dann von der gereichten Speisekarte. Das war nämlich die teure mit den “guten” Sachen (so kleine Häppchen wie Hummer udgl.), die vorher evaluierte und für gut befundene Karte glänzte durch Abwesenheit. Leicht verwirrt und im Geiste auf Euro umrechnend (Steak immerhin nur $35.00) wurde bei der Kellnerin nachgefragt, die uns dann darauf hinwies, dass wir wohl im “lounge menu”, also in der Karte für die Bar, geschaut hätten, wir sollen uns davon aber nicht stören lassen und doch bitte schnell bestellen. Nach weiteren Überlegungen (Spaghetti bolognese um $28.50 wurden als Ausweichmöglichkeit ebenfalls ausgeschlossen) deponierten wir bei der Kellnerin den Wunsch, die gastliche Stätte zwar hungrig, dafür aber umso schneller und mit intaktem Budget zu verlassen. Die war von diesem unfreundlichem Ansinnen so verwirrt, dass sie mit dem Restaurant-Manager angewatschelt kam, der uns dann gnadenhalber erlaubte, uns in den Lounge-Bereich (= zur leistbaren Speisekarte) umzusetzen. Das Essen selbst war nicht übel, die Kellnerin hatte ständig einen leicht süffisanten Grinser aufgesetzt, der Manager beäugte uns kritisch, und wir waren um einige Erfahrungen reicher.

Nachdem wir diese Stätte unserer Blamage verlassen hatten, machten wir uns zurück auf den Weg zum Union Square. Im Vorbeigehen konnten wir bei einem Club noch die Vorbereitungen für die Nacht beobachten, nach dem vergeblichen Warten auf die Berühmtheiten (…) gingen wir dann doch weiter und verbrachten einige Zeit mit dem Schmökern bei Barnes & Noble.

Written by gotti

September 15th, 2006 at 5:12 am

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Reisebericht, Tag 3

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(kursiv: Fr. Amtsdirektor in spe Prieler am Werk)

Als erste Attraktion an diesem Tag genehmigten wir uns ein amerikanisches Frühstück. Ich lernte daraus, dass Pancakes nicht süß sind, schmeckten leicht salzig so wie dazugehörige Butter. Ahornsirup ist nicht so schlecht wie angenommen. Ich habe auch gelernt warum die Amerikaner so viel Ahornsirup benötigen: um die Pancakes süß zu bekommen.

Nach dem Frühstück begaben wir uns zur USS Intrepid, einem ausgedienten Flugzeugträger, der als Museum im Hafen liegt. Die Ausstellung am früheren Hangardeck war recht interessant, hatte aber einen sehr patriotischen Einschlag: So wurden z.B. die Freuden und Vorzüge des Drills bei der Marine-Basisausbildung auf einigen Quadratmetern Ausstellungsfläche gefeiert. Auch die Kamikaze-Angriffe, die das Schiff im zweiten Weltkrieg aushalten musste, wurden ausgiebig behandelt und mitsamt den Gegenoffensiven der Amerikaner erläutert - die Japaner, die neben uns gestanden sind, haben sich angeregt darüber unterhalten. Gerade für mich als jemand mit Hang zu großen Spielzeug war das Flugdeck aber doch interessanter: Ich sage nur F-14, F-16, SR-71,…

Neben dem Flugzeugträger liegt noch die USS Growler, ein Diesel-U-Boot aus den 50er Jahren. Leider wurde die Führung aber von einer sehr (SEHR) unmotivierten und dauernd McFlurry-fressenden Tussi erledigt, die anscheinend einen geheimen Schnellsprech-Wettbewerb gewinnen wollte und die Sache zu einer Strafe für die Besucher machte. Die Führung dauerte insgesamt wohl knappe 15 Minuten, wobei geschätzte 13 Minuten Gehzeit waren. Alles in allem ein etwas unbefriedigendes Erlebnis…

Für den Schluss hatten wir uns den Besuch der Concorde aufgehoben: Eine ehemalige BA-Concorde wurde auf einem Kahn quasi “aufgebahrt” und kann leider nur zu einem sehr kleinen Teil besichtigt werden. Zu begehen war nur die vordere Hälfte der Kabine, das Cockpit ließ sich nur von weit weg erahnen. Nichts desto trotz war der Besuch im USS Intrepid sehr, sehr aufregend und interessant. Sehr überrascht waren wir als wir mitbekommen haben, dass zum Gelände ein MC-Donalds gehört (wo gibt es so was in Österreich).

Nach dem Besuch ging es zurück zur 42nd Street mit Zwischenstopp in einem Deli. Dazu sei angemerkt, dass man bei uns daheim in solche Märkte keinen Fuss als Österreicher setzen würde. Einen Deli kann man bei uns am besten mit dem ärgsten Türkenladen vergleichen und noch drei mal so schlimm, obwohl der dort gekaufte Muffin relativ gut war. Ein Deli hat alles zu bieten: Trinken, Essen und, und, und zu einem erschwinglichen Preis

Da uns die Füsse schmerzten beschlossen wir, noch mal zu der Spitze von Manhatten zu fahren und uns den Sonnenuntergang über New Jersey, Staten Island und der Freiheitsstatue anzusehen. Wir gingen durch den ganzen Baterry Park und machten es uns anschließend am Pier A gemütlich. Achja Wolfgang hat eine sehr große Anziehungskraft auf andere Leute: Er ist in den letzten Tagen immer wieder angesprochen worden, um von jemanden anderen ein Foto zu machen. So auch bei unserem Spaziergang im Park von einer jungen, hübschen Bulgarin.

Während des Spazierganges stießen wir auf die Tunnelbehörde von NYC, die genauso aussieht wie im Film von Man in Black. Mussten natürlich davon ein Foto machen. Weiters sahen wir uns das provisorische 9/11-Memorial an, bestehend aus einer Skulptur, die am Platz zwischen den beiden Türmen stand und aus den Trümmern geborgen wurde.

Nach dem atemberaubenden Sonnenuntergang knurrten unsere Mägen und wir beschlossen zur Grand Central Station zu fahren. Dort gibt es einen großen Food Corner namens Dinner Concourse. Die Station ist ja wirklich sehr prächtig mit ihren Lustern und riesig. Obwohl es schon spät war liefen Menschen über Menschen in der Station umher. Jedoch hat uns nichts angesehen und so haben wir uns wieder mal auf den Weg nach Hause begeben um in unserem Viertel etwas zu essen. Den ganzen Tag über war es sonnig, hin und wieder etwas sehr windig und kühl.

Written by gotti

September 15th, 2006 at 4:41 am

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Reisebericht, Tag 2

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Um uns einmal mit genügend Prospekten, Karten und sonstigen Blödsinn einzudecken wollten wir als erste Amtshandlung eine der hiesigen Tourist Information plündern. Nach einigem Herumirren auf der Suche nach jener, die sich angeblich wo beim Central Park befinden sollte, testeten wir die gemeinsamen Englischkenntnisse an einem der zahlreichen herumstehenden Polizisten. Der war zuerst schwer verwundern, warum man so eine Lokalität überhaupt aufsuchen will, gab sich aber schließlich als unwissender Brooklyner zu erkennen (”you know, I’m not from here either, I’m just covering today”) und schickte uns zu der Info am Times Square.

Das “Times Square Info Center” befindet sich in einem finsteren Raum mit Hinterzimmer-Charakter und wird von den unzähligen Neonreklamen der dortigen Info-Schalter eher schlecht als recht erleuchtet. Die gewünschten Infos waren dort aber nicht zu kriegen, da der Hauptzweck dieser Einrichtung im Verkauf von Rundfahrten und Broadway-Tickets zu bestehen scheint. Irgendwo war dann das eigentlich gesuchte Visitor Information Center erwähnt, dort wurden wir dann schlußendlich fündig und konnten einige Kilo an toten Bäumen heimwärts tragen.

Um das schöne Wetter zu nutzen gings dann mit der Subway nach Bowling Green und weiter zur Staten Island Ferry. Auf den Weg dorthin sahen wir uns noch Clinton Castle an und bewunderten die Aussicht vom Pier. Nach der Überfahrt (windig!) machten wir noch eine kleine Rundfahrt durch Staten Island (mit Bahn und Bus) und schipperten anschließend wieder zurück.

Der Weg durch Downtown Manhattan war gestern etwas dornig, da wir genau zur rush hour zurecht kamen und uns so durch eine durchaus belebte Broad Street quälen und an der Wall Street vorbeispazieren konnten. Außerdem machte sich das Datum bemerkbar (9/11): Die offiziellen Feierlichkeiten waren zwar schon lange vorbei, der Menschenauflauf aber umso größer. Zu sehen gibt es ja prinzipiell nicht viel, außer eine momentan mit viele Fahnen verzierte und relativ große Baustelle.

Nach einem Spaziergang durch das World Financial Center wollten wir uns eigentlich dort in der Gegend etwas zu essen suchen, wurden aber nicht fündig und beschlossen nach einiger Zeit des erfolglosen Suchens, uns in Richtung Quartier zu bewegen.

Beim Essen selbst gewannen wir auf Neue einige wichtige Erkenntnisse: Wer nach einem großen “mineral water” verlangt, bekommt eine ganze Flasche vom feinsten italienischen Mineralwasser und erfreut sich an stolzen $7.00 auf der Rechnung. Die amerikanische Kochkunst ist sehr gehaltvoll, die Portion Club Sandwich kommt sicher auf ihre 4000 Kalorien. Und wenn man die Frage “Can I get you anything else?” verneint liegt binnen einer Minute die Rechnung auf dem Tisch.

Beim Essen fiel uns ein, dass jedes Jahr am 11. September zwei Lichtsäulen als Symbol für die Twin Towers leuchten - Grund genug, nochmal nach Staten Island zu fahren und dabei einerseits die Skyline bei Nacht und andererseits die beiden Licht-Säulen zu bestaunen. Und wohin man auf dieser Welt nur geht, die Deutschen sind schon da und verleiden einem das ganzen Vergnügen: Bei den (glorreich gescheiterten) Versuche, den Anblick mit der Kamera festzuhalten, fällt immer wieder ungut auf, der mit vollem Körpereinsatz bei der Sache ist und sich rücksichtslos durch die Menge rempelt. Irgendwann ruft dieser Jemand zu seiner restlichen verkommenen Brut nach hinten “Ach Schatz, kuch mal, das ist ja beleuchtet!” - und entlarvt sich einerseits mit der Piefke-Aussprache und andererseits mit der völlig sinnfreien Feststellung, die wohl keinem anderen Volk dieser Erde als mit 120db verkündenswert erschienen wäre.

Die verkehrsgünstige Lage unseres Zimmer entpuppt sich wie üblich als zweischneidiges Schwert: Der Geräuschpegel wird durch die Queensboro Bridge und die 2nd Ave auf einem konstant hohen Niveau gehalten. Auch die New Yorker Fahrgewohnheiten tun ihr Übriges dazu: Das schon erwähnte Hupen wird auch eingesetzt, um bei einem geplanten Fahrbahnwechsel oder Abbiegevorgang die Umstehenden (inkl. Anrainer) von diesem Vorhaben zu informieren.

Written by gotti

September 14th, 2006 at 4:37 am

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Reisebericht, Tag 1 (10. Sept 2006)

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Erkenntnisse aus dem heutigen Tag:

Tagwache um 03.30 ist nicht optimal.

Statt einer Stunde vier Stunden auf den Weiterflug in Zürich warten ist auch nicht optimal. Dafür gibts Sicherheitskontrollen mit Unterhaltungswert: So werden z.B. die Schuhe durchleuchtet, der Laptop eingeschaltet um zu beweisen, dass er keine getarnte Sprengfalle ist, die netten Schweizerinnen stellen Fragen wie “Wer hat Ihren Koffer gepackt?”, “Hat Ihnen jemand Gegenstände anvertraut, die Sie mitnehmen sollen?”, “Welche elektronischen Geräte führen Sie bei sich, waren diese kürzlich in Reparatur?” und verabschieden sich mit einem charmanten “Auf Wiederluaga”.

American Airlines sind nicht so schlimm wie man nach den Reviews im Internet glauben könnte: Die Flugbegleiterinnen waren zwar entweder in ihren, ähem, besten Jahren oder aber so ausladend, dass sie beim Durchgehen mit ihrem Hintern abwechselnd links und rechts Watschen verteilte. Das Essen war aber nicht so schlimm wie erwartet (”light snack”: Pringels, Toblerone, Guzis), der Platz nicht so beengt wie befürchtet und die Mitreisenden nicht ganz so nervtötend wie angenommen (auch wenn der Typ hinter mir aus einem Land zu kommen schien, in dem es keine Taschentücher gibt - 9 Stunden lang vor sich hin rotzen, schleimen und husten).

Ich mag den Dabbleju Bush immer weniger: Um 0.00 Ortszeit (sprich 6 daheim) wird man auf einmal von infernalischem Sirenengeheul, ebensolchem Motorendröhnen und lautem Gehube geweckt. Ein Blick aus dem Fenster zeigt: Alle Querstrassen im Blickfeld sind mit je zwei Polizeiautos versperrt und die 60th St ist RANDVOLL mit lauter Polizei-Harleys, die vor sich hin blinken wie ein Christbaum auf Drogen und einen Mordslärm veranstalten (generell bleibt anzumerken, dass die Fenster hier zwar schon einiges vom Lärm von draussen abhalten, aber ruhig noch etwas dichter sein könnten - man kann live mitfiebern, ob jetzt wieder ein Taxi mitten auf der Spur hält oder der Bus ungeschickt abbiegen will, weil trotz der “NO HONKING $325 PENALTY”-Schilder jeder am liebsten mit dem ganzen Kopf auf die Hupe hauen würde). Nach insgesamt 20min und vielen schwarzen Limousinen und noch viel mehr schwarzen Suburbans war der Spuk dann vorbei.

Written by gotti

September 11th, 2006 at 5:22 pm

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