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Kanada / Toronto + Kingston - Reisebericht Tag 8
Den Vormittag verbrachten wir nach dem obligatorischen Sturm aufs Frühstücksbuffet mit Packen und sonstigen Reisevorbereitungen. Das Auschecken ging unspektakulär über die Bühne, nichtmal mit meiner Frage nach einer Bestätigung über die Bauarbeiten zum Beschweren beim Reiseveranstalter war die Dame aus der Ruhe zu bringen.
Unsere Koffer überließen wir der Obhut des Hilton-Kofferträgers und marschierten zur CAA-Niederlassung, um dort mit der ÖAMTC-Karte aufzutrumpfen und Karten von Ontario abzustauben. Danach klapperten wir telefonisch ein paar Hotels in Kingston ab, da wir unseren Plan, dort was zu reservieren, noch nie in die Tat umgesetzt haben. Natürlich kam es, wie es kommen muss, und alle etwas näher an der Innenstadt gelegenen Unterkünfte waren entweder ausgebucht oder hatten nur noch die Whirlpool-Honeymoon-Suite um $299 im Angebot. So buchten wir schlußendlich ein etwas außerhalb gelegenes Motel und waren wirklich froh, das hinter uns gebracht zu haben - “what’s your name?” “gottesheim” “can you spell that? is that a french name?” “are you kidding me?”.
Danach spazierten wir noch eine Weile herum und vertrieben uns die Zeit bis 14:00, denn um diese Zeit bekamen wir endlich unser Mietauto. Davor war aber noch der ganze Papierkram zu erledigen, und hier haben die Alamo-Typen eine Gemeinheit in ihren Vertrag eingebaut: Man muss Zusatzversicherungen nicht explizit akzeptieren, wenn man sie haben will, sondern per Unterschrift ablehnen, wenn man sie nicht will - die Kosten stehen natürlich nicht dabei, sondern werden auf Nachfrage widerwillig genannt. Ich bin jetzt jedenfalls ohne Personal Effects und was weiss ich noch alles-Versicherung unterwegs…
Ausgestattet wurden wir mit einem Chevrolet Cobalt, der knappe 430km am Tacho hat und einen noch sehr jungfräulichen Eindruck macht:
Ich persönlich bin ja ein Fan von Automatik-Autos, und auch der Tempomat ist ein durchaus brauchbares Feature. Lustig war noch, dass nach dem Starten ein Warnlicht nicht ausging und sich über irgendwas mit “Traction Control” mokierte. Der Ausleih-Mensch beim Parkplatz war auch überfordert und telefonierte einen Service-Menschen heran, der aber nicht auftauchte. Irgendwann fiel mir dann auf, dass das Ding ja eh ausgeht wenn man die Handbremse löst - Kommentar vom Alamo-Mensch “ah yes, I guess I should’ve thought of that before”. Kompetenz an allen Orten…
Beim Hilton luden wir unser Gepäck ein und quälten uns anschließend auf die Autobahn, wo wir uns mal gemütlich aus der Stadt hinausstauten (was mit Automatik aber gar nicht so schlimm ist). Irgendwann waren wir dann aus Toronto draussen und brausten mit Höchstgeschwindigkeit (100km/h) nach Osten Richtung Kingston. Am Weg dorthin warfen wir einen Blick auf die größte hydraulische Hebeschleuse der Welt und wunderten uns drüber, dass so ein Ding eine derartige Anziehungskraft besitzt.
Für die 320km Fahrt brauchten wir in Summe statt der von mir veranschlagten zwei (gut, das war sehr optimistisch) geschlagene vier Stunden… Das Motel ist aber erstaunlich fesch, der Besitzer war im April in Österreich und war aus diesem Grunde sofort für ein kleines Schwätzchen über die unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten zu haben.
Nach dem Check-In ging’s zurück nach Kingston, weil neben dem Motel ausser einer riesigen Militärbasis nur ein McDonalds zu finden ist. In der Stadt fand gerade das hiesige Pendant zum Pflasterspektakel statt, wir verzogen uns daher in ein etwas ruhiger gelegenes Steakhouse und genossen dort unser wohlverdientes Abendessen.