Archive for the ‘sinnloses’ tag
Ausflug
Vorige Woche erhielt ich völlig unverhofft Gelegenheit zu einer nächtlichen Ausflugsfahrt an den Pichlinger See - nichts, was besondere Erkenntnisse hinsichtlich der landschaftlichen Reize oder anderer Merkmale verspricht.
Nach einem Besuch bei Freunden in Linz brach ich gegen 22.00 Uhr Richtung Enns auf und wollte, kilometersparend und umweltschonend denkend, über die B1 fahren. Leider kam ich nur bis zur Abzweigung zum Pichlinger See: Dort versperrten zwei Polizeiautos den Weg, und ich wurde auf die Straße Richtung See gewunken. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass ich zu der Zeit einerseits das einzige Auto dort war (= niemand da, dem man nachfahren könnte), und andererseits jede Ortskenntnis vermissen lasse.
So folgte ich widerstrebend den Anweisungen und fuhr ich halt mal nach Gutdünken weiter. Wider Erwarten wurde ich aber nicht zum Verdursten in die Wüste geschickt, sondern erreichte nach ein paar Minuten sogar einen weiteren Polizisten - leider ein wenig gesprächiger Gesell, der mich mit der spärlichen Anweisung “Fahrens immer grad weiter, dann kommens eh irgendwann wieder auf die B1″ wieder auf den Weg schickte. Hmpf. Lasset alle Hoffnung fahren, auf hoher See und im Kontakt mit der Obrigkeit ist man in Gottes Hand.
Die Hoffnung kehrte erst beim Gedanken an meinen PDA samt TomTom wieder. Doch, wie das nunmal mit Navigationshilfen so ist, der Lump verweigerte die Mitarbeit und meinte, ich solle mich doch mal auf eine Straße bewegen, damit er mich weiterrouten kann. Nicht sehr hilfreich! Lasset alle Hoffnung fahren, auf hoher See und im Kontakt mit der Obrigkeit oder mit widerspenstiger Technik ist man in Gottes Hand.
Nach einer guten Viertelstunde ziellosen Umherirrens (”geradeaus” ist sehr relativ!) entschloss ich mich zu wenden und wieder zurück zum Polizisten zu fahren, um dort eine etwas detailliertere Wegbeschreibung zu erfragen. Doch dieser peinliche Moment blieb mir erspart: Gott sei Dank fuhr dort gleichzeitig mit mir ein Auto mit LL-Kennzeichen vorbei, dem ich rasch und unauffällig folgen konnte. Misstrauisch wurde ich erst, als mein Vordermann in Asten in seine Garage einbog - doch dort hat sogar der Hr. TomTom wieder gewusst, wo ich bin, und mich zurück auf die Straße gelotst. Auf das Navi lass ich einen fahren, das Navigieren nehm’ ich lieber wieder selber in die Hand…
100
100 Posts, unglaublich!
Österreich ist keine Zeitung
Weil ich die Seite bisher noch nicht gekannt habe: Bei “Österreich ist unser Land und keine Zeitung” kann man für die Umbenennung von “Österreich” abstimmen.
Wie wichtig ist Ihnen ÖSTERREICH - UNSER LAND? Gott schütze Österreich! Dr. Kurt Schuschnigg (am 11. 3. 1938) Glaubt an dieses Österreich! Dipl.-Ing. Leopold Figl (am 24. 12. 1945) Österreich ist frei! Dipl.-Ing. Leopold Figl (am 15. 5. 1955) und jetzt: ein Zeitungsname? DAS KANN UND DARF NICHT SEIN (kopiert aus dem Header der täglichen zitate.at-Mail)
So unterstützenswert das Ganze auch ist - aber mit Kurt Schuschnigg werben…
Rauschverstand
Der mittlerweile immer häufiger im Fernsehen anzutreffende Hausverstand wurde ja bereits verschiedentlich behandelt (z.B. bei Werbewahn oder auch hier).
Nach dem anfänglichen, scheinheiligen Herumgetue wie mit dem etwas untersetzten Herrn, dem der Hausverstand beim Naschen im Auto ein schlechtes Gewissen einredet, oder auch der “an apple a day”-Tante in der Seilbahn, zeigt der Hausverstand nun endlich sein wahres Gesicht: In der aktuellen Werbung wird nicht etwa für Bio-Lebensmittel oder gesunde Ernährung geworben, sondern mit Artikeln, die dem Verstand von Herr und Frau Österreicher wohl eher behagen, nämlich Eis und Ottakringer (natürlich gleich in der 24er-Familienpackung). Wird der Hausverstand jetzt zum Rauschverstand?
Winter 2.0 (Beta)
Nicht einmal die Straßenmeisterei glaubt mehr daran, dass aus dem gegenwärtigen Schneegestöber noch etwas Winter-ähnliches entsteht, und hat hier in der Gegend fleißig die Schneestangen abmontiert. Ganz so überzeugt ist man von diesem wagemutigen Zug doch nicht und salzt zum Ausgleich die Straßen kräftig ein, wohl um die Lager noch etwas zu entleeren.
Wohlan, Sommerreifen heraus!
Europe for Dummies
Wenn ein Hersteller von Navigationssystemen die Abdeckung seiner Produkte mit dieser Homepage bewirbt, ist das ein Kaufanreiz?
(via vowe)
Reif?
Der Ministerrat hat beschlossen, dass bei Nationalratswahlen in Österreich künftig ab 16 Jahren gewählt werden darf, wie z.B. die Kleine Zeitung berichtet.
>Denn es gelte, die junge Generation “ins Wählen einzuführen”,[...]
Mit dem Einführen an sich scheint die Zielgruppe dieser Aktion ja keine Probleme haben, sonst müsste unsere Gesundheitsministerin ja keine Pläne ausbrüten, Gratis-Kondome zu verteilen (siehe ebenfalls z.B. in der Kleinen Zeitung).
Die österreichische Jugend ist offensichtlich also reif, das politische Geschehen mitzubestimmen, aber zu blöd zum pempern. Gut zu wissen…
Wurzel
Die Publizistik-Praktikanten berichten über einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der den CO2-Ausstoß alltäglicher Handlungen auflistet und dabei auch berücksichtigt, wieviel CO2 z.B. bei der Verarbeitung und Herstellung von Lebensmitteln entstanden ist.
Eine brisante Entdeckung wird dabei aber zwischen den Zeilen versteckt, denn die Suche nach der Wurzel allen Übels hat ein Ende: Die Vegetarier sind an allem schuld! Einerseits verbrauchen sie mit dem langen Kochen von Gemüse um ein Vielfaches mehr Energie, als etwa zum kurzen Anbraten eines Steaks notwendig ist, andererseits bringt der Konsum von Tofu, das ja gerne als Fleischersatz verwendet wird, unglaubliche Belastungen für die Umwelt mit sich: Die Hauptanbaugebiete von Soja liegen in den USA sowie in Südamerika, und alleine die Abgase der Schiffe, mit denen die Sojabohnen nach Europa transportiert werden… schnarch.
Hysterie, anyone? Vogelgrippe, Feinstaub, CO2, was kommt als nächstes - Meteoriten, Außerirdische, Killerbienen?
Star Trek XI
… dauert noch, bis dahin kann man sich mit einer nach dieser Anleitung gebastelten Büroklammerl-Enterprise behelfen.
(gesehen bei MAKE)
Märchenprinz
Von vielen anscheinend unbemerkt hat sich die neue Speerspitze des Qualitätsjournalismus in Österreich im Zuge der letztwöchigen Banken-Geiselnahme in Wien als unverzichtbarer Bestandteil unserer Medienlandschaft profiliert: Ein Reporter hat, während der Geiselnehmer noch in der Bank war, dort angerufen und versucht, ein Interview mit dem Mann zu führen.
Das Interview selbst ist von der “Österreich”-Homepage mittlerweile verschwunden, zu finden ist es aber z.B. in der Tube. Als weiterführende Links seien “Anzeige gegen “Österreich”-Journalist wegen Telefonat mit Geiselnehmer” und das “Österreich”-Blog genannt und empfohlen. Das “Österreich”-Blog spricht mir allgemein sehr aus dem Herzen und hat so auch den direkten Weg in die Blogroll gefunden.
Zum Städtischen Flair
Die Publizistik-Praktikanten schreiben über das “städtische Flair”, das in letzter Zeit im ruhigen Hagenberg Einzug gehalten haben soll.
Den ganzen Sonntag habe ich gegrübelt, welche Veränderung mir wohl am täglichen Weg ins Büro bis jetzt entgangen sein mag. Heute kam die Erleuchtung: Der Kebap-Stand hat ausgebaut!
Fixiert….
ist man wohl, wenn man beim Zähneputzen im Radio eine Audi-Werbung über irgendwelche Frühlingsaktionen hört, die in ausgezeichnetem Werbedeutsch “Spring” statt “Frühling” verwendet, und sich doch bedenklich lange drüber wundert, was das Spring Framework mit Audi zu tun hat…
Shoe shopping…
Warum basieren wesentliche Teile neuzeitlicher Krimiserien zu einem noch viel wesentlicheren Teil auf der Annahme, dass Verdächtige nur ein Paar Schuhe besitzen und dieses darüber hinaus jeden Tag tragen?
Oder geht es denen ähnlich wie mir: Sie kaufen sich neue Schuhe, tragen sie eine Woche, wundern sich warum sich die Innensohle aufrollt oder das Oberleder Auflösungserscheinungen zeigt, bringen sie daraufhin zurück zum Händler, der sie an den Hersteller schickt, und müssen aufgrund dieser traurigen Einschränkung der Schuh-Auswahl sowohl Morde als auch Polizeitermine in identischer Adjustierung absolvieren. Wobei ich bis jetzt den Teil mit Mord und Polizei erfolgreich vermeiden konnte.
Aufstiegschancen
Samstagsaushilfen in österreichischen Möbelhäusern entstammen typischerweise einer der geplagtesten Bevölkerungsschichten dieses Landes und sind von Montag bis Freitag gerne als z.B. Sozialwirtschaft- oder Jus-Student/in tätig, um dann am Wochenende die Freizeit der ehrlich arbeitenden Steuerzahler und Stipendienfinanzierer zu verschönern.
Manche Musterexemplare aus dieser Zunft könnten in anderen Professionen aber durchaus mehr verdienen, so auch das Musterexemplar, das ich gestern beim Lutz in Asten beehrt habe.
Die gute Dame könnte problemlos bei der Polizei oder dem gut geführten Geheimdienst aus der Nachbarschaft anheuern: Die auf den ersten Blick einfach anmutende Aufgabe (”Ich möchte gerne genau diese Couch in dieser Farbe und dazu diesen Wohnzimmerkasten”) hat sich schlußendlich über mehr als zwei Stunden hingezogen - nach denen hätte ich wohl außer dem Kaufvertrag auch alles andere mit einer strichlierten Linie unterschrieben, nur damit die Sache ein Ende hat.
Dennoch fehlte ihr bei allem Talent noch die für einen solchen Job notwendige Abgebrühtheit: Alles in allem hatte ich das erste Mal das Gefühl, weibliches Verkaufspersonal richtig genervt zu haben. Sogar die Anzugverkäuferinnen bei Texhages und Peek&Cloppenburg haben mich und meinen untergroßen Körperbau zumindest äußerlich ungerührt überstanden, wohingegen besagte Lutz-Dame gegen Ende des Verkaufs durchaus den Eindruck erweckte, ebenfalls froh über den Abschluss zu sein - und das nicht nur aus provisionstechnischen Überlegungen (kriegt man sowas überhaupt als Samstagskraft?), sondern aus purer Erschöpfung. Und das alles nur wegen so kleinlicher Fragen wie “Warum sind 10% von 1910 eigentlich 186,5?” - “Aber der Chef hat das so gesagt” - “Hmmm, halten Sie das wirklich für ein so gutes Argument?”…
Vielleicht sollte im Gegenteil also ich meine Resistenz gegen psychologisch gefinkelte Zermürbungsversuche in den Dienste des Staates stellen und meinerseits die Profession wechseln? Fragen über Fragen…