Archive for the ‘wien’ tag
Einer kam durch
Am Donnerstag spielten Porcupine Tree in der Arena Wien auf, und da muss man natürlich dabei sein. So starteten wir um ca. 17:00 per Auto von Enns gen Osten und waren eigentlich überrascht, wie angenehm es zu fahren war… bis wir um Punkt 18:00 am Knoten Steinhäusl ankamen. Wie man ja in den letzten Tagen ausgiebig zu hören bekam hatte es dort ein wenig geschneit, und so erhielten wir die einmalige Gelegenheit, ein sich anbahnendes Verkehrschaos aus der Nähe zu erleben.
So standen wir eben am Berg und konnten dort “Bergauf Anfahren auf Schnee” üben, was zwar anfangs noch amüsant war, nach einer halben Stunde aber schnell an Reiz verlor und einem gewissen “ob wir da heute noch weg kommen?”-Gefühl wich. Lustig war dabei, dass am Pannenstreifen immer wieder Leute meinten, sie müssen sich da durch den Schnee nach vorne pflügen. Mit dem bevorzugten Wiener Fortbewegungsmittel (SUV nach Wahl) geht sowas ja auch ganz annehmbar, denk ich mir, nur der Spanier im Peugeot 206 hat sich etwas verschätzt: Er landete in einer kleinen Schneewächte und rutschte gemächlich bergab in Richtung meiner Beifahrertüre - nach seinem Gesichtsausdruck zu schließen dürfte er sich dabei auch nicht ganz wohl gefühlt haben, aber netterweise hat er geschafft, an mir vorbeizurutschen.
Nach besagter halben Stunde hatten wir uns mal soweit vorgeschlängelt, um das Nadelöhr zu erkennen: Ein LKW stand quer über drei Spuren und ließ nur eine kleine Lücke am Pannenstreifen frei, durch die sich nur vereinzelt die vorher erwähnten SUVs durchtrauten. Anfangs war meine Motivation, durch die mittlerweile aufgehäuften Schneeberglein zu fahren, trotz Winterreifen sehr gering, und ich wollte mir vorher mal ansehen, wie sich andere da so durch die Lücke plagen. Untermalt wurde die Szenerie derweilen von einem eher gequält klingenden Motorengeräusch (man erinnere sich an die erste Fahrstunde und die Tests, ob man wirklich schalten muss oder auch mit dem ersten Gang durchs Leben kommt). Die Motivation kehrte aber schlagartig wieder, als ich die Ursache dieses Lärms erkannte: Ein italienisches Wohnmobil werkte sich mit durchdrehenden Reifen am Pannenstreifen an ebendiese Lücke heran. Die Überlegung, ob ich mir jetzt anschaun soll, wie der durchkommen will, oder doch lieber vor ihm durchfahren soll, war schnell erledigt - und es hat erstaunlich problemlos funktioniert. Hinter uns blieb es ziemlich lange finster…
Bis Wien ging’s dann auf Schneefahrbahn dahin. Ich hab ja Verständnis dafür, dass ein Schneepflug nicht eingeflogen werden kann und halt durch den Stau nicht durchkommt. Aber dass auch nach der zweiten Auffahrt Richtung Wien immer noch nichts geräumt war, das hat mich dann doch verwundert… Dennoch ist es sehr amüsant, auf der Autobahn Schlangenlinien zu fahren, um den querstehenden Lastwägen und anderen Fahrzeugen auszuweichen, und weil auch die Markierungen nicht mehr zu sehen war, ging’s generell im Freistil dahin. Aber ich geb’s zu, ich hab mich selten so gefreut nach Wien zu kommen. Gebraucht haben wir insgesamt etwas über drei Stunden…
Märchenprinz
Von vielen anscheinend unbemerkt hat sich die neue Speerspitze des Qualitätsjournalismus in Österreich im Zuge der letztwöchigen Banken-Geiselnahme in Wien als unverzichtbarer Bestandteil unserer Medienlandschaft profiliert: Ein Reporter hat, während der Geiselnehmer noch in der Bank war, dort angerufen und versucht, ein Interview mit dem Mann zu führen.
Das Interview selbst ist von der “Österreich”-Homepage mittlerweile verschwunden, zu finden ist es aber z.B. in der Tube. Als weiterführende Links seien “Anzeige gegen “Österreich”-Journalist wegen Telefonat mit Geiselnehmer” und das “Österreich”-Blog genannt und empfohlen. Das “Österreich”-Blog spricht mir allgemein sehr aus dem Herzen und hat so auch den direkten Weg in die Blogroll gefunden.
Ganggespräche
Es klopft an der Zellen- Zimmer-Tür (um ca. 23.30).
“Hallo, kennst du an Michi?”
“Jo, schon, aber ned hier”
“Weil der hat mein Bügeleisen”
“Tjo…”
“Bist du da Michi?”
“Hmm, lass mich einen Moment überlegen - na”
“Hm… weil der hat mein Bügeleisen. Kennst du den Michi? Der wohnt auch da wo…”
“Aha, fein. Nein, kenn ich nicht.”
“Okay, na dann… und den Michi kennst du a ned, oder?”
“Doch, ich glaub der wohnt da drüben wo”
Ich durfte heute aber feststellen, dass es in diesem Etablissement auch ausgesprochen hübsche Zimmer gibt. Anscheinend hängt der Zustand stark vom Engagement des Bewohners ab, der es sich möglichst wohnlich oder zumindest so wie von zu Hause bekannt einrichtet. Und da mein Vormieter aus Albanien war…
Die Toilettensituation, revisited
In dem hübschen Studentenheim, das mit meiner Anwesenheit zu adeln ich momentan die Ehre habe, gibts in der grauen Theorie einen Zugang zum Internet. Nun liegt in der Genesis dieser Institution als ehemaliges Schülerheim/Internat ein eklatanter Mangel an Kupferkabeln in den Wänden begründet, dem durch ein WLAN Rechnung getragen wird (und weil Kupfer so teuer ist hab ich in meinem Zimmer auch gezählte zwei Steckdosen - eine neben der Tür, eine unterm Bett).
Nun wäre das MacBook ja mit einem WLAN-Modul ausgestattet - heisst natürlich nicht so, “AirPort Extreme” klingt ja besser. Nur: Funktionieren tut das Klump nicht wirklich so, wie man es erwarten würde, man wird nämlich mit aussagekräftigen Fehlermeldungen (in der Art von “es ist ein Fehler aufgetreten”) abgefertigt. Hmpf. Fad. Funktioniert nirgends, nichtmal direkt unter dem Access Point.
Dieses Wochenende habe ich mich dann aufgerafft, mit der Hilfe von dem Apferl mal ein “ordentliches” Betriebssystem (XP…) aufzuspielen. Und, oh Wunder: Dann klappt’s auf einmal auch mit dem WLAN! Zwar hab ich anscheinend nur an einem Ort im Zimmer ausreichenden Empfang, aber dieser Umstand wird einem mit einer “Signal zu schwach”-Meldung wenigstens verständlich nähergebracht - immerhin brauchbarer als die “mich freuts heut nicht dir zu verraten was eigentlich schiefgegangen ist”-Meldung vom MacOS (und nein, es steht auch im syslog nicht mehr).
Und so werde ich mich meine liebste und meine zweitliebste Freizeitbeschäftigung künftig besser in Einklang bringen können: Brauchbaren Empfang hab ich nämlich nur am Klo. Mal schaun, ob dieser Umstand zu einem Anstieg von Fäkalposts von Sachsenhoferschem Ausmaßen führt ;)
O me miserum!
Seit über einem Jahr fahr ich in Wien spazieren, bis jetzt mit Studentenkarte, ab Oktober voll zahlend. Am Sonntag hab ich mir noch extra eine Wochenkarte + neue Monatskarte gekauft (bin ja brav) - die ich dann beim Ausmisten der Kreditkartenrechnungen natürlich prompt daheim am Küchentisch deponierte.
Jetzt gehört natürlich einiges an Pech dazu, in Wien kontrolliert zu werden, in 13 Monaten hatte ich das Vergnügen bis jetzt vier Mal. Wann muss natürlich das fünfte Mal stattfinden? Eh klar! 62 Euro kostet einem die eigene Blödheit…
In Summe also:
| insgesamt 5x Sommerkarte à 27e | 135e |
| 2x Semesterticket à 91e | 182e |
| 1x Wochenkarte für September (war ja den Rest auf Urlaub) | 12e |
| 1x Monatskarte | 45e |
| in Summe | 374e |
wohingegen
| 5x erwischt werden à 62e | 310e |
Conclusio: Schwarzfahren hätte sich ausgezahlt, q.e.d.
Gemeinheit II
Die Herren auf der Titanic sind ja bekannt als die Freunde der feinen Klinge, leicht erkennbar z.B. an folgendem Zitat (ebenfalls auf ihrer Homepage zu finden):
So erkennen Sie Gammelfleisch - Die Wurst kann beim Abendessen die Dialoge aus “Sissi” mitsprechen - Der Ober empfiehlt Ihnen einen teuren Wein zum Steak, weil er vom gleichen Jahrgang ist - Ihr Schnitzel stammt noch aus der Zeit, als Frauen für ihre Gleichberechtigung eintraten - Fanatische Muslime halten Ihren Döner für ein Wunder, weil er das Wort “Allah” formt - und zwar mit aus der Zeitung ausgeschnittenen Buchstaben - Die Wurst gibt vor dem Abendessen eine Pressekonferenz, in der sie erklärt, daß sie acht Jahre in einem Keller eingesperrt gewesen sei, in dieser Zeit aber wenigstens nicht an “falsche Freunde” geraten sei.
Und kaum bin ich auf Urlaub kommen sie nach Wien… Also: 18., 19., 20. September Gärtner, Nagel und Tietze im Kabarett Niedermair in Wien. Hingehen, heast!
Dirty Drinking
Einer der Vorteile des Lebens in der Stadt (und mit “Stadt” sei hier nicht “Stadt” wie in “Freistadt” gemeint) ist die sich immer wieder bietende Gelegenheit zum Genuß verschiedener Gratis-Gaben, meist Produktproben von Blödheiten, die seit kurzer Zeit den Markt erobern.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde einem an jeder Ecke der sog. “Rudi” in die Hand gedrückt, eine eher mißglückte Kreuzung aus Schokolade und Frischkäse, jetzt ist aber Sommer und damit die Zeit der Getränkeproben angebrochen: Beim freitäglichen Gang zum Schweizerhaus wurden von durchaus ansehnlichen Damen (nicht die Greenpeace/4Pfoten/Mehr Rechte für Hausstaubmilben in Afrika-Ausführung) u.a. Werbe-Packages für “bob” verteilt, bestehend aus viel sinnlosem Karton und dem folgenden Einweggebinde:
Und von derart geformten Damen derart geformte Behältnisse überreicht zu bekommen, noch dazu mit der Aufschrift “enjoy your toy” - das würde ich eher am Gürtel und nicht am Praterstern erwarten ;)
perfect hiding place
vienna is definitely other! am heimweg von der U6 entdeckt:
immer wieder wenn im planet konzert war ;)
Summer of Love…
…ist nicht nur eine “geniale” 60s/70s-Compilation (”wir waren jung, wir hatten spass” und als Hintergrund-Musik “the sound of silence” von Simon & Garfunkel), sondern auch der Titel einer Ausstellung, die momentan noch in der Wiener Kunsthalle im Museumsquartier läuft.
Die Ausstellung war recht interessant und lehrreich, zwischendurch aus durchaus amüsant - die von mir präferierte Kunstform aus dieser Epoche wird zwar weiterhin die Musik bleiben, dennoch gabs ein paar witzige Sachen zu sehen. Noch nie gehört hatte ich z.B. von Andy Warhol (naja, von ihm selbst schon…) und seinem Exploding Plastic Inevitable oder all den anderen Licht-Orchestern, die da seinerzeit mit Massen von Overhead-Projektoren durch die Lande zogen. Absolut essentiell war dieses Ding:
Erwähnenswert wäre auch noch die Dame, die mit verzückten Grinsen, leise vor sich hinsummend vor einigen Bildern zuerst herumgewankt, dann vor ebendiesen am Boden gesessen ist und durch absolut nichts zu stören war - nicht einmal durch den pubertierenden Ungustl, der seine Erziehungsberechtigten mit einem lautstarken und in bester Kastraten-Tonlage gelieferten “Mama, Papa, schau her, da sitzt a Deppade!” auf diesen Umstand aufmerksam machen wollte.
Me presenting the Schokoladenseite:
Und, für mich beinahe das prägendste Erlebnis bei diesem Besuch, wenngleich es nur indirekt mit der Ausstellung zu tun hat: ein Wickeltisch (!) am Männerklo!
we don’t need no water…
perfect english
vienna is other!
vielleicht sollte man den ferialos doch öfter mal über die schulter schauen bei der arbeit…
Wien ist kompliziert…
warum einfach wenns kompliziert geht?

